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23.12.2008

Abschiebung der Berliner Schimpansen verhindert

Abschiebung der Berliner Schimpansen verhindert

PRO WILDLIFE begrüßt Entscheidung des Berliner Zoos, seine Schützlinge nun doch noch zu behalten 

Ein guter Tag für Pedro, Karel, Lilly, Gusta und Soko. Die fünf Schimpansen werden nun doch nicht nach China abgeschoben, sondern erhalten ein neues größeres Gehege im Berliner Zoo. "Dies ist ein großer Erfolg für den Tierschutz - eine Abgabe an einen chinesischen Tierpark wäre völlig inakzeptabel gewesen", freut sich PRO WILDLIFE Sprecherin Dr. Sandra Altherr. Seit Herbst vergangenen Jahres verhandelte die Tierschutzorganisation mit der Zooleitung, um den in die Jahre gekommenen Affen ein ungewisses Schicksal in Fernost zu ersparen. Das Schicksal der Schimpansen bewegt seit Wochen nicht nur die Berliner Öffentlichkeit. In China gibt es kein Tierschutzgesetz. Misshandlungen und mangelhafte Versorgung von Zootieren sind an der Tagesordnung. 

"Der Zoo hat heute eine Entscheidung zum Wohle seiner Schimpansen getroffen. Die Tiere bleiben in Berlin und sollen ein neues Haus bekommen. Wir freuen uns, dass sich der Zoo Berlin doch noch einsichtig zeigt," begrüßt Altherr die aktuellen Entwicklungen. 

Das derzeitige Menschenaffenhaus in Berlin platzt aus allen Nähten: Zu sterile und kleine Gehege, keine Rückzugsmöglichkeiten und zu wenig Beschäftigungsangebote machen den Tieren zu schaffen. "Es gibt akuten Handlungsbedarf, etwas zu ändern. Statt der bequemsten und billigsten Lösung, die Schimpansen einfach nach China abzuschieben, hat sich der Zoo nun verantwortungsbewusst gezeigt", so Altherr. Vier der fünf Schimpansen wurden vor 20 Jahren im Babyalter nach Berlin geholt, ein Tier wurde in Berlin geboren und von Menschenhand aufgezogen. "Damit hat der Zoo die Verpflichtung übernommen, für diese Affen lebenslang zu sorgen", betont die PRO WILDLIFE Sprecherin. 

Der Entscheidungsprozess in Berlin war langwierig. Die Abgabe nach China war schon beschlossene Sache. Schließlich wollte der Zoo die Beziehungen mit China auch wegen der Dauerleihgabe der Pandabärin Yan Yan pflegen. Im August letzten Jahres nahm PRO WILDLIFE die Verhandlungen mit dem Berliner Zoodirektor Dr. Jürgen Lange auf. Die Tierschützer dokumentierten die unzureichenden Bedingungen in zwei ausgewählten Abnehmer-Tierparks in Shanghai und Beidahe: Affen, Bären und Raubkatzen werden hier misshandelt, für tierquälerische Dressuren eingesetzt und sind in katastrophalen Käfigen untergebracht. In China existiert kein Tierschutzgesetz, so dass selbst schlimmste Tierquälereien straffrei bleiben. PRO WILDLIFE erhält regelmäßig Berichte über Misshandlungen oder die mangelhafte Versorgung von Zootieren in China. 

Als Alternative zu der Abschiebung nach China fand PRO WILDLIFE eine derzeit im Bau befindliche Auffangstation in Spanien, die sich bereit erklärte, die fünf Menschenaffen in einer großzügigen Freianlage auf 42 Hektar unterzubringen. Mit diesen jüngsten Entwicklungen konfrontiert, beschloss der Zoo Berlin, die fünf Schimpansen nun doch zu behalten und ihnen in einem neuen Haus bessere und großzügigere Bedingungen zu schaffen. "Diese Entscheidung freut uns sehr - sie ist auch eine eindeutige Botschaft für andere deutsche Zoos in ähnlicher Lage ", so die PRO WILDLIFE Sprecherin abschließend. Denn mit der Abschiebung in ein ungewisses Schicksal entledigen sich deutsche Zoos ihrer ausgedienten Tiere immer wieder. So überlebten z.B. drei Orang Utans aus Hannover die Abgabe nach Argentinien nicht, und ein Berliner Schimpanse starb zwei Wochen nach seinem Abtransport nach Usbekistan. 

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