Free counter and web stats

23.12.2008

Afrika uneins über Elfenbeinhandel

Angeblicher Konsens pro Elfenbeinhandel entpuppt sich als Eklat 

Auf der Konferenz des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (WA, 3.-15. November) stellt sich ein angeblicher "Afrikanischer Konsens" zur Freigabe des Elfenbeinhandels immer mehr als Finte heraus. Dieser "Konsens" wurde hinter verschlossenen Türen ausgehandelt. Mehrere Staaten, die an einem Regionaltreffen afrikanischer Länder teilgenommen hatten, dementieren nun, dass sie mit dem Elfenbeinverkauf durch vier südafrikanische Länder einverstanden sind. Die PRO WILDLIFE-Expertin Daniela Freyer, auf der WA-Konferenz vertreten, betont: "Die Behauptung, es gäbe einen Konsens, ist schon sehr dreist, wenn ein Drittel der afrikanischen Länder mit Elefantenbeständen bei dem Regionaltreffen überhaupt nicht anwesend war und die von teilnehmenden Staaten vorgetragenen Sorgen unterschlagen werden." 

Auf der WA-Konferenz liegen Anträge von fünf südafrikanischen Ländern (Südafrika, Namibia, Botswana, Simbabwe und Sambia) vor, zunächst einen einmaligen Verkauf von 87 Tonnen Elfenbein aus Lagerbeständen zu ermöglichen. Anschließend ist der Export von jährlich 12 Tonnen Rohelfenbein beantragt. 

Auf dem Regionaltreffen afrikanischer Staaten, das am Wochenende vor Beginn der WA-Konferenz stattfand, haben verschiedene Länder aus West-, Zentral- und Ostafrika erhebliche Bedenken gegenüber einer Wiederaufnahme des Elfenbeinhandels betont. Die westafrikanischen Länder bezeichneten einen solchen Schritt als "Selbstmord" für den Elefantenschutz in der Region. Sie befürchten, dass sich die Massaker der 80er Jahre an Elefanten wiederholen könnten. Vertreter aus Zentralafrika betonten, dass kein Land in ihrer Region in der Lage sei, den Elfenbeinschmuggel zu kontrollieren. 

Doch der offizielle Ergebnisbericht des Regionaltreffens spiegelt diese Bedenken nicht wider, sondern spricht von einem Konsens der afrikanischen Länder zugunsten des Elfenbeinhandels und empfiehlt grünes Licht für den einmaligen Verkauf der Elfenbein-Lagerbestände aus Simbabwe, Namibia, Südafrika und Botswana. Dieser Bericht schlägt zudem sogar vor, die Entscheidung über die Freigabe jährlicher Exporte dem WA-Sekretariat und einigen afrikanischen Ländern zu überlassen. Die 160 Mitgliedsstaaten des WA wären hierdurch der Möglichkeit beraubt, über eine solche Entwicklung mitzubestimmen. Zudem wurde den Teilnehmern des Regionaltreffens ein Maulkorb gegenüber Presse und Verbänden verpasst. "Die Vorschläge des Ergebnisberichtes sind völlig inakzeptabel: Transparenz und Demokratie würden durch ein solches Vorgehen mit Füssen getreten", kritisiert die PRO WILDLIFE Sprecherin. 

Der Ergebnisbericht des Regionaltreffens sollte auf der WA-Tagung eine Grundstimmung zugunsten des Elfenbeinhandels erzeugen, um die hierfür erforderliche Zweidrittelmehrheit zu erzielen. "Die Wiederaufnahme des Handels wäre unverantwortlich. Denn gerade die ärmsten afrikanischen Länder wären der zu erwartenden Zunahme der Wilderei und des Elfenbeinschmuggels besonders ausgeliefert", so die Biologin Freyer. Die letztendliche Entscheidung über die Elfenbein-Anträge liegt bei den 160 Mitgliedsstaaten und wird wohl erst gegen Ende der Konferenz nächste Woche getroffen werden. 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen




Shop Kontakt Newsletter Linkliste Tierfreunde Nord Forum/Community -Tierheim ! Literatur-Tipps Himmlisch-gut.de Tiertafel Global 2000: Die Gebirge Europas + Das Mittelmeerbecken + Die Seen des grossen afrikanischen Grabenbruchs + Die Akaziensavanne Ostafrikas + Das Kongobecken + Die Kappellen + Die Wälder Madagaskars + Die Regenwälder der Malediven, Lakkadiven und Chagos-Inseln + Die Savannen und Grasländer des Terai-Duar + Die Wälder der Sundarbans + Die Sumpfwälder Borneos + Die Daurische Steppe + Die Sibirische Taiga + Das Bering-Meer + Die Wüste im Nordwesten Australiens + Das Great Barrier Reef + Die Wälder Neukaledoniens + Die Wälder der Haweii-Inseln + Die Osterinseln + Die Galapagos-Inseln + Die Prärien Nordamerikas + Die Chihuahua-Wüste + Die grossen Antillen: Kuba + Die Los-Llanos-Savanne in Kolumbien und Venezuela + Das Amazunasbecken + Die Patagonische Steppe + Die antarktische Halbinsel und das Wedell-Meer