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23.12.2008

Armutszeugnis für grüne Artenschutzpolitik

PRO WILDLIFE Fazit zum Internationalen Tag der biologischen Vielfalt: "Bundesregierung gefährdet Artenvielfalt"

Anlässlich des morgigen Internationalen Tages der biologischen Vielfalt kritisiert PRO WILDLIFE, dass Deutschland als eines der größten Einfuhrländer von Wildtieren den weltweiten Artenschwund mit verursacht. Jährlich importiert Deutschland über 100.000 international geschützte lebende Wildtiere. Dazu kommt ein Vielfaches an Lederprodukten, Jagdtrophäen, Souvenirs und Schmuck aus geschützten Arten sowie zahllose ungeschützte Tiere. "Bis heute hält das grün geführte Bundesumweltministerium selbst für die Plünderung bedrohter Arten die Schleusen weit geöffnet", so der Vorwurf der Münchner Artenschutzorganisation. "Die gesetzlichen Möglichkeiten zum Schutz gefährdeter Arten werden nicht ausgeschöpft, der Handel mit Wildtieren ist von Nachhaltigkeit weit entfernt." Alle 20 Minuten stirbt nach Schätzungen von Wissenschaftlern eine Tier- oder Pflanzenart aus. 

Zehn Jahre nach dem Übereinkommen über den Erhalt der biologischen Vielfalt in Rio am 22. Mai 1992 zieht PRO WILDLIFE eine traurige Bilanz der deutschen Artenschutzpolitik. Die Bundesregierung verspielt einen der kostbarsten Schätze der Welt-: die natürliche Artenvielfalt. Der massenhafte Import von Wildtieren und -Pflanzen nach Deutschland steht im deutlichen Widerspruch zu den Zielen des Übereinkommens: Dem Schutz der Biodiversität und dem Prinzip der Nachhaltigkeit.Internationale Konventionen verpflichten die Bundesregierung, den Handel mit natürlichen Ressourcen zu kontrollieren und zu gewährleisten, dass ihre Nutzung "nachhaltig" ist. Laut einer Analyse von PRO WILDLIFE sieht die Realität jedoch anders aus: "Der Schutz der internationalen Artenvielfalt hört an deutschen Grenzen auf: Während Fang und Handel von heimischen Wildtieren weitgehend verboten sind, leistet Deutschland dem Verlust der Artenvielfalt durch die unkritische Erteilung von Im- und Exportgenehmigungen für exotische Tiere Vorschub", so PRO WILDLIFE Sprecherin Dr. Sandra Altherr. Zentraler Vorwurf der Münchner Artenschutzorganisation ist, dass selbst der Handel mit international geschützten Arten auch dann nicht gestoppt wird, wenn dies dem Überleben der Art schadet bzw. wenn im Herkunftsland eklatante Missstände im Artenschutzvollzug herrschen. 

Importe Tausender geschützter Vögel und Reptilien für den Heimtierhandel (z.B. Grau- und Mohrenkopfpapageien, Chamäleons und Geckos) werden abgesegnet, obwohl Bestandszahlen fehlen und die ökologischen Folgen fatal sein können. Dies gilt ebenfalls für Jagdtrophäen (z.B. Eisbären) sowie Zehntausende Felle für die Pelzindustrie (z.B. Argentinische Graufüchse). Auch dem Handel aus Ländern, die regelmäßig und massiv Exportquoten überschreiten, Artenschutzbestimmungen nicht umsetzen oder in denen Korruption und Schmuggel gang und gäbe sind, bleiben Tür und Tor geöffnet. Sogar für Arten, die einem internationalen Handelsverbot unterliegen, werden großzügige Ausnahmen genehmigt (z.B. für angebliche Zuchtzwecke oder den "Privatgebrauch"). 

Als Fazit seiner Recherchen fordert PRO WILDLIFE vom Bundesumweltministerium weitreichende Konsequenzen zum Erhalt der Artenvielfalt. "Bislang hat sich die Bundesregierung nicht durch eine vorsorgliche Artenschutzpolitik hervorgetan", lautet das Resümee von PRO WILDLIFE. "Wildtierimporte aus freier Wildbahn, bei denen Zweifel an der Naturverträglichkeit bestehen oder die aus Ländern stammen, in denen Artenschutzbestimmungen mit Füßen getreten werden, müssen umgehend gestoppt werden."

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