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23.12.2008

Asiens Schildkröten vor dem Aus

PRO WILDLIFE kämpft um das Überleben der letzten Tiere

Über 20 Millionen Schildkröten sterben jährlich auf Chinas Märkten einen grausamen Tod. Kein Tier entkommt den Beilen der Händler. Nach Angaben von PRO WILDLIFE sind inzwischen Dutzende von Schildkrötenarten akut vom Aussterben bedroht. Der Münchner Artenschutzverein schlägt Alarm und fordert internationale Schutzmaßnahmen. Die Bundesregierung hat ihre Unterstützung dabei bereits zugesagt. 

"In Südostasien spielt sich derzeit ein furchtbares Drama ab: Von einigen Arten existieren vermutlich nur noch wenige Tiere", so Dr. Sandra Altherr von PRO WILDLIFE. Die Bestände in China sind inzwischen zusammengebrochen, der Nachschub wird aus immer weiter entfernten Ländern angeliefert. Inzwischen landen sogar Schildkröten aus den USA oder Pakistan in chinesischen Kochtöpfen. Das Ende, das die Tiere nach einem oft wochenlangen qualvollen Transport erwartet, ist grausam: "Die Händler hacken den noch lebenden Tieren die Beine ab und öffnen den Panzer. Nur der zuckende Kopf des Tieres verrät die Schmerzen, bis endlich der Tod eintritt", berichtet die Biologin. 

Die Nachfrage in China ist unersättlich und wahllos: Jede verfügbare Schildkröte, ganz gleich, welcher Art, wird gefangen und verkauft. Einige Arten wie die hochbedrohte Dreistreifen-Scharnierschildkröte (Cuora trifasciata) erzielen Rekordpreise von über 1.000 US$ pro Tier. Mehr als 20 Millionen Tiere werden pro Jahr von den Märkten in China verschlungen. Von vielen Spezies ist nicht bekannt, wie viele Tiere überhaupt noch existieren. Für manche von ihnen kommt vermutlich bereits jede Hilfe zu spät. 

Mit ihrem steil aufragenden Kopf und ihrer hohen Lebenserwartung sind Schildkröten in der Traditionellen Chinesischen Medizin als wahres Wundermittel begehrt: Sie sollen Abhilfe bei niedrigem Blutdruck, Hämorrhoiden, Kreislaufschwäche, Amnesie, Immunschwäche und Potenzproblemen verschaffen. Die Panzertiere standen in vielen Kulturen schon immer auf dem Speiseplan und haben trotzdem überlebt. Doch Bevölkerungsexplosion, Wirtschaftswachstum und die Öffnung Chinas für den internationalen Handel ließen die Situation eskalieren. 

PRO WILDLIFE erzielte bereits erste Erfolge im Kampf um die Schildkröten Asiens: Wissenschaftler aus aller Welt unterstützen die Bemühungen von PRO WILDLIFE, internationale Schutzbestimmungen zu erreichen. Auch einige Länder, darunter die Bundesregierung, haben inzwischen ihre Hilfe zugesagt. "Nur wenn die Welt ihr Augenmerk auf diese Tragödie richtet, kann die Notbremse noch gezogen werden. Denn ausgestorben bedeutet für immer verloren", so Dr. Sandra Altherr. 

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