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23.12.2008

Ausverkauf bedrohter Arten für Heimtierhandel

Papageien, Reptilien, Frösche und Seepferdchen sind Thema der Artenschutzkonferenz - Auch deutsche Tierhalter gefährden Artenvielfalt 


Deutschland ist einer der größten Absatzmärkte für exotische Heimtiere weltweit - und damit mitverantwortlich für die drohende Ausrottung immer neuer Arten. Auf der kommenden Konferenz des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (WA, 3.-15. November in Santiago / Chile) liegen Anträge für eine stärkere Unterschutzstellung von vier Papageien, diversen Schildkröten und Chamäleons, Geckos, Fröschen und Seepferdchen vor. "Für viele exotische Wildtiere ist Deutschland ein wichtiger Absatzmarkt. So mancher Tierhalter hierzulande hat durch den Kauf von Wildfängen zur drohenden Ausrottung dieser Arten beigetragen", kritisiert Daniela Freyer von PRO WILDLIFE. Vor allem die einzigartige Tierwelt Madagaskars steht im Fokus des Tierhandels. Die Münchner Artenschutzorganisation wird an der WA-Konferenz teilnehmen. 

"Millionen Wildtiere werden jährlich der Natur entrissen und landen über Zoogeschäfte, Gartencenter, Tierbörsen oder das Internet in deutschen Haushalten. Die Folgen für die Bestände in der Natur sind oft fatal", betont die Biologin Freyer. Auf der kommenden Artenschutzkonferenz liegen z.B. folgende Anträge zu Arten vor, die auch in Deutschland sehr begehrt sind:Blaukopfara (Ara couloni, Südamerika): Seit den 90er Jahren ist diese seltene Art für den Tierhandel interessant. Schwarzmarktpreise von bis zu 12.500 Euro/Tier machen den Handel mit der Art besonders lukrativ. Auch deutsche Sammler seltener Tierarten sind an diesen überwiegend illegalen Geschäften beteiligt. 

  • Gelbnacken-Amazone (Amazona auropalliata, Zentralamerika): Deutschland führte bislang regelmäßig Tiere aus Nikaragua ein. Dabei übersteigt der illegale Handel aus diesem Land die offiziellen Exportquoten um ein Vielfaches. 

  • Flachrückenschildkröte (Pyxis planicauda, Madagaskar, s. Foto): Im Sommer 2000 wurden die Wildbestände der vom Aussterben bedrohten Art regelrecht geplündert. Trotz der extremen Seltenheit der Art genehmigte die Bundesregierung die Einfuhr einiger Tiere nach Deutschland. 

  • Stummelschwanzchamäleons (Brookesia spp., Madagaskar): Da die Einfuhr anderer Chamäleons aus Madagaskar beschränkt bzw. verboten ist, der Handel mit Brookesia dagegen bislang nicht, sind Deutschlands Reptilienhalter die zweitwichtigsten Abnehmer dieser gefährdeten Tiere weltweit. 

  • Grüne Baumgeckos (Hoplodactylus spp., Naultinus spp.): Für diese nur in Neuseeland vorkommenden Arten gilt ein Exportverbot. Doch Schwarzmarktpreise bis zu 15.000 Euro/Tier lassen den illegalen Handel blühen. Neben den USA und Tschechien gehört Deutschland zu den größten Absatzmärkten. 

  • Seepferdchen (Hippocampus spp., tropische Mangrovengewässer): Neben der Hauptbedrohung durch die Verwendung in der Traditionelle Asiatische Medizin stellt die Aquaristik eine Gefahr für die Seepferdchen dar. Hunderttausende landen jährlich in den Aquarien der USA und Europas. Auch in deutschen Zooläden werden die Tiere zunehmend angeboten, obwohl sie i.d.R. nur kurze Zeit in Gefangenschaft überleben.



    Für PRO WILDLIFE sind angesichts der Mitverantwortung Deutschlands als bedeutender Absatzmarkt für exotische Heimtiere Schritte auf zwei Ebenen überfällig: "Zunächst gilt es, den Schutz dieser Arten auf der WA-Konferenz und somit weltweit durchzusetzen. Doch auch die Bundesregierung ist gefragt, den Heimtierhandel auf nationaler Ebene so zu regulieren, dass die Gefährdung immer neuer Arten verhindert wird", so die PRO WILDLIFE-Sprecherin abschließend.

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