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23.12.2008

Ausverkauf von Indonesiens Papageien

  • Deutschland wichtiger Absatzmarkt für hochbedrohte Wildvögel - PRO WILDLIFE fordert sofortigen Importstopp in die EU 


    Indonesiens letzte Papageien werden rücksichtslos geplündert, ein Großteil der illegalen Wildfänge in die EU exportiert. Deutschland ist dabei einer der wichtigsten Absatzmärkte selbst für vom Aussterben bedrohte Arten. Zwar hat die EU im Oktober 2001 ein Importverbot für einen der gefährdetsten indonesischen Papageien, den Gelbwangenkakadu, erlassen, doch diese Maßnahme erweist sich als zahnlos: "In den letzten Jahren exportiert Indonesien zunehmend Papageien, die angeblich gezüchtet wurden. Dabei handelt es sich um illegale Wildfänge, die einfach zu angeblichen Nachzuchten umdeklariert werden", erläutert PRO WILDLIFE Expertin Daniela Freyer. Sie fordert von der EU, den Import ALLER indonesischer Papageien zu stoppen: "Deutschland als wichtiger Abnehmer trägt hierbei eine besondere Verantwortung." 

    In Indonesien ist der Fang von Papageien streng geregelt - allerdings nur auf dem Papier: Für einige Arten gibt es niedrige Fangquoten, für bedrohte Arten wie Gelbwangen- oder Molukken-Kakadu gilt gar ein totales Fang- und Handelsverbot. Doch die Wirklichkeit sieht anders aus. Nach PRO WILDLIFE vorliegenden Informationen ist der Vogelhandel in Indonesien völlig außer Kontrolle: 

  • Die auf den Vogelmärkten Indonesiens angebotenen Papageien stammen nahezu ausnahmslos aus freier Wildbahn. Zu den begehrtesten Papageienarten aus Indonesien zählen Gelbwangen-, Weißhauben- und Molukken-Kakadu, Edel- und Rotsteiß-Papageien sowie Loris. Existierende Fangquoten werden massiv überschritten, Fang- und Handelsverbote ignoriert. 

  • Allein über 8.000 der vom Aussterben bedrohten Gelbwangen-Kakadus gelangten seit 1990 in den internationalen Handel, entweder direkt aus Indonesien oder über den Umweg aus Drittstaaten. 

  • Auf die zunehmende internationale Kritik an der Plünderung seiner Papageienbestände reagierte Indonesien inzwischen mit einem Exportverbot für Wildfänge. "Eine Farce, denn die Exporteure kaufen die wildgefangenen Papageien und deklarieren diese Tiere anschließend im internationalen Handel zu "Nachzuchten" um. So wird auch das EU-Importverbot für wildgefangene Gelbwangen-Kakadus aus Indonesien unterlaufen", betont die PRO WILDLIFE Sprecherin. 

  • Gegen einen Teil der involvierten Exporteure ermittelt Interpol wegen Artenschmuggel. Trotzdem liefern diese Händler weiterhin ungehindert Papageien auch nach Deutschland. 

    Die indonesischen Artenschutzbehörden bestätigen die Schwierigkeiten, den Vogelhandel zu kontrollieren und die angeblichen Nachzuchten zu überprüfen. Trotzdem stellen sie regelmäßig die erforderlichen Papiere aus und legalisieren damit die Tiere für den internationalen Handel. 

    PRO WILDLIFE fordert von Deutschland und der EU unmittelbare Konsequenzen: "Das zuständige Bundesamt für Naturschutz sollte umgehend die EU zu einem Importstopp ALLER Papageien aus Indonesien bewegen - nicht nur für Wildfänge, sondern auch für die angeblichen Nachzuchten," betont Biologin Freyer. "Deutschland sollte zudem dringend für vom Aussterben bedrohte Arten wie den Gelbwangenkakadu ein weltweites Handelsverbot beantragen."

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