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24.12.2008

Haie bleiben vorerst ohne Schutz

Haie bleiben vorerst ohne Schutz

Internationale Handelsbeschränkungen für Dorn- und Heringshai in erster Instanz zurückgewiesen 

Auf der heutigen Sitzung des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (WA, engl. CITES) scheiterten heute die beiden Anträge Deutschlands, Dorn- und Heringshaie weltweit unter Schutz zu stellen. "Beide Haiarten sind in ernster Gefahr, wenn jetzt nicht die Notbremse gezogen wird", bedauert Daniela Freyer, die für PRO WILDLIFE an der WA-Konferenz (Den Haag, Niederlande, bis zum 15. Juni) teilnimmt. "Nach der heutigen Niederlage appellieren wir an die EU, ihre eigenen Maßnahmen zum Haischutz dringend nachzubessern." Die Diskussion kann jedoch im Plenum nächste Woche neu aufgerollt werden. 

Fischereinationen v.a. aus Asien und Europa sprachen sich heftig gegen die Kontrolle des internationalen Handels aus, um ihre kommerziellen Interessen zu wahren und den Schutz jeglicher mariner Arten zu verhindern. Dennoch erreichten die Anträge in der Abstimmung eine deutliche Mehrheit*, die notwendige Zweidrittelmehrheit wurde aber nicht erreicht. "Angesichts des knappen Ergebnisses erwarten wir jedoch, dass Deutschland nächste Woche im Plenum eine erneute Abstimmung verlangen wird", berichtet Freyer. 

Heringshaie (Lamna nasus) gehören zu den beliebtesten Speisefischen und werden in Fischtheken in ganz Europa als "Haisteak" angeboten. Infolge der massiven Überfischung sind die Bestände des Heringshais im Nordost-Atlantik und im Mittelmeer vom Aussterben bedroht. Wegen ihrer für Fische extrem niedrigen Vermehrungsrate (späte Geschlechtsreife, nur 4 Jungtiere alle 1-2 Jahre) sind Heringshaie besonders durch Überfischung gefährdet. 

Dornhaie (Squalus acanthias) werden ebenfalls kommerziell intensiv genutzt: In England sind sie als "Fish & Chips", in Deutschland als "Schillerlocke" (geräucherter Bauchlappen) oder "Seeaal" (Rückenstücke) überall erhältlich. Der Bestand im Nordost-Atlantik ist bereits um 95% reduziert und vom Aussterben bedroht, im westlichen Mittelmeer ist die Art nach intensiver Befischung bereits verschwunden. Im Nordwest-Pazifik sind die Anlandungen der Fischer in 50 Jahren um 99 Prozent zurück gegangen. Auch Dornhaie haben eine niedrige Reproduktionsrate mit nur 2 bis 11 Jungtieren alle 2 Jahre). Ihren Namen haben Dornhaie zwei spitzen Stacheln nahe der Rückenflosse zu verdanken. 

Beide Haiarten werden in der EU in großem Umfang befischt. Außerdem ist die EU ein wichtiger Absatzmarkt für Dorn- und Heringshaie aus Nordamerika bzw. Asien. "Mit der heutigen Absage muss die EU nun endlich die eigenen Möglichkeiten nutzen, damit Dorn- und Heringshaie noch eine Chance haben", fordert die PRO WILDLIFE Expertin. Die EU sollte für die eigenen Im- und Exporte Beschränkungen festlegen sowie die EU-Fischerei-Managementpläne nachbessern: Begrenzungen der Fangquoten für Haie, Schonzeiten etc. sind in EU-Gewässern bislang völlig unzureichend. 

Die von Deutschland beantragte Aufnahme in Anhang II des WA würde erstmals ermöglichen, dass der internationale Handel auf ein ökologisch verträgliches Maß reduziert wird. PRO WILDLIFE kritisiert die heutigen Entscheidungen als kurzsichtig und unverantwortlich und appelliert an die EU, umgehend eigene Maßnahmen zum Haischutz zu ergreifen. 

* Heringshaie: 54 Stimmen dafür / 39 dagegen; Dornhaie: 57 Stimmen dafür / 36 dagegen 

Daniela Freyer ist auf der Konferenz unter 0031-6249 15589 erreichbar. 

... Hintergrundinfos zur WA-Konferenz
http://www.prowildlife.de/de/Projekte/Schutzgesetze/WA_2007/wa_2007.html

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