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23.12.2008

Importverbot von Hunde- und Katzenfellen aus China

Importverbot von Hunde- und Katzenfellen aus China
Darf es ein Haustier um den Hals sein?

Flauschige Pelzbesätze waren auch in diesem Winter ein großer Modetrend. Ahnungslose Käufer gehen nicht selten davon aus, dass es sich bei dem pelzigen Neuerwerb um einen Kunstpelz handelt, war das Kleidungsstück doch finanziell erschwinglich. Tatsächlich werden für das lukrative Geschäft mit Pelzen Hunde und Katzen geschlachtet und die so gewonnenen Pelze finden in Deutschland reißenden Absatz. "Gaewolf exklusive" steht in silberfarbenen Buchstaben auf dem Etikett des "exklusiven Damenpelzmantels" gestickt. Die Wahrheit dürfte ebenso überraschend wie unangenehm sein. Der so unverdächtig wirkende Pelz stammt von einem normalen Haushund. 
Ein Bericht von Judith Schmalzl, DTHW München 



Auch Rheumaprodukte, die kuschelige Wärme bringen sollen, stammen vom Fell einer Katze oder einem Hund. Ebenso Nippes, wie kleine Katzenfiguren, werden, um den Zynismus auf die Spitze zu treiben, mit den Fellen einst echter Katzen überzogen. Auch Schlüssel und Handyanhänger aus Katzenfell sind sehr beliebt. Recherchen offenbarten, dass die Hauptlieferanten von Hundeund Katzenfellen aus Ländern Asiens und Osteuropas stammen. Dabei handelt es sich nicht allein um gezüchtete Tiere, sondern auf brutalste Art und Weise von der Straße weggeholte Tiere, seien es streunende, entlaufene oder gestohlene Vierbeiner - hier wird kein Unterschied gemacht. Mit Drahtschlingen werden sie vom LKW aus von der Straße weggefangen und zu Hunderten in riesige Käfige geworfen. Fast glücklich können sich die Vierbeiner schätzen, die zuletzt in die Käfige geworfen werden. Dass die Tiere hierbei unvorstellbare Qualen leiden, schert die Tierfänger wenig. Die so gefangenen Tiere werden aufs Grausamste getötet: erschlagen, erdrosselt, ertränkt. Manche Vierbeiner leben bei der dann anschließend durchgeführten Häutung noch. 

Keine Kennzeichnungspflicht
In großen Mengen werden die gefärbten und präparierten Hundeund Katzenfelle nach Deutschland importiert. Der Konsument erkennt diese aus Haustierfellen hergestellten Kleidungsstücke und Accessoires nicht, da sie nicht gekennzeichnet werden müssen. Es werden Phantasienamen verwendet, um eventuellen Verbraucherwiderstand gleich im Keim zu ersticken. Diese Mäntel und Jacken tragen Phantasienamen wie "Gaewolf", "Lipi", "Genotte" oder "Mountain Cat". In Europa ist es verboten Hunde und Katzen zur Fellgewinnung zu züchten - aber der Import und die Verarbeitung der Felle aus den asiatischen Ländern ist erlaubt. 

Deutsches Tierhilfswerk fordert Importverbot
Da trotz jahrelanger Aufklärungsarbeit und Appelle des DTHW und anderer Tierschutzorganisationen an die Verbraucherinnen und Verbraucher - trotz erschreckender Bilder in mehreren Reportagen im Fernsehen - der Handel mit Pelzen aus Hundeund Katzenfellen weiter floriert und wie oben bereits erwähnt, sogar zunimmt, sieht das DTHW es als einzige Möglichkeit noch an, diesen Wahnsinn durch den Erlass eines Importverbots derartiger Felle abzustellen. Verschiedene EU-Staaten fordern seit einigen Jahren immer wieder, dass europaweit ein Importverbot erlassen wird, wie dies bereits in den Vereinigten Staaten seit dem Jahr 2000 geschehen ist. Einige EU-Mitgliedsstaaten, wie Frankreich, Griechenland, Belgien, Italien, Dänemark haben bereits ein nationales Importverbot für Hunde-und Katzenfelle erlassen. Auch der zuständige EU-Kommissar für Gesundheit und Verbraucherschutz, Marcos Kypriano erklärte, dass er ein Importverbot begrüßen würde. 
Das Verbraucherschutzministerium lehnte zwar noch 2005 eine nationale Importregelung ab, unterstützte aber die Bemühungen für einen EU-weiten Importstop. Nachdem es zu einem Wechsel im Verbraucherschutzministerium gekommen ist, wird das DTHW die Chance ergreifen und Bundesminister Horst Seehofer bitten, ein nationales Importverbot zu erlassen, nachdem nicht abzusehen ist, wann man sich auf EU-Ebene dazu durchringt. 

"Freunde oder Fraß?"
Im Mittelpunkt eines weiteren Projekts von AAF stehen Hunde und Katzen. Im Gegensatz zum Fellhandel geht es hier um den Verzehr und das damit verbundene brutale Abschlachten von Hunden und Katzen. Jedes Jahr werden allein auf chinesischen Tiermärkten 10- 20 Millionen Hunde und Katzen grausam getötet. Domestizierte Haustiere werden hier ebenso gehandelt wie Wildtiere - bis zu 60 verschiedene Tierarten kann man auf engstem Raum nebeneinander finden. Bereits bei der Anlieferung haben die Tiere ein erstes Martyrium hinter sich bis zu zwei Tagen kann die Anfahrt auf einen der Tiermärkte dauern. Während dieser Zeit werden sie, in enge Drahtkäfige eingezwängt und meterhoch übereinander gestapelt, auf LKWs herangeschafft. Dabei werden die Tiere weder getränkt noch gefüttert, noch vor Sonne oder Wind und Regen geschützt. Doch das ist erst der Anfang ihres langen und unermesslichen Leidensweges, der erst mit dem Tod endet. 

Die Animals Asia Foundation (AAF) wurde 1998 von der Engländerin Jill Robinson ins Leben gerufen und ist eine gemeinnützige Tierschutzorganisation mit Sitz in Hongkong. AAF ist die einzige Tierschutzorganisation, die in China mit Unterstützung der chinesischen Regierung arbeitet und Bären rettet. Ländervertretungen von AAF gibt es mittlerweile in Australien, China, Deutschland (seit Mai 2001), Großbritannien und den USA. Zusätzlich unterhält AAF Büros in Neuseeland und China. Gemeinsam mit den lokalen Behörden in China leistet die AAF Grundlagenarbeit im Bereich des Tierschutzes und entwickelt kulturell sensible und kreative Programme zum Schutz sowohl von Wild- und Haustieren als auch vom Aussterben bedrohter Tierarten. AAF arbeitet auf eine Beendigung der Grausamkeit gegenüber Tieren in Asien hin (Etablierung eines Tierschutzgesetzes) und setzt sich für einen von Respekt getragenen und verantwortungsbewussten Umgang mit ihnen ein. 

Mehr Informationen unter:
www.animalsasia.de
info@animalsasia.de

Spenden:
Deutsche Bank AG,
Frankfurt,
Ktnr. 8004996
BLZ 500 700 24


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