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24.12.2008

Auswilderung

Die BOS Foundation hat bereits über 500 Orang-Utans nach erfolgreicher Rehabilitation ausgewildert. Auswilderungsgebiete sind geschützte Regenwälder, deren Eignung zuvor genauestens geprüft wurde. Studien über das Nahrungsangebot und andere Tier- arten sind Voraussetzungen für eine erfolgreiche Auswilderung. 

Wilde Orang-Utan-Populationen und Menschen müssen sich in sicherer Entfernung befinden. So wer- den Kämpfe um Nahrung und mögliche Ansteckungen vermieden. 

Die Auswilderungen finden kurz nach der Regenzeit statt, wenn die meisten Bäume Früchte tragen. 



Die Auswilderung der rehabilitierten Orang-Utans ist eine logistische Herausforderung und mit hohen Kosten verbunden, denn die Gebiete liegen oft weit von den Rehabilitationsstationen entfernt und kön- nen teilweise nur mit dem Helikopter erreicht werden. 

Die Orang-Utans werden in kleinen Gruppen mit ma- ximal 10 Tieren ausgewildert, so dass sie sich zu An- fang gegenseitig unterstützen können. 

Die erste Nacht in Freiheit verbringen die Orang-Utans in einem hölzernen Feldkäfig, um sich von der anstrengenden Reise zu erholen und sich an die Geräusche des Waldes zu gewöhnen.Bis sich die Tiere selbständig auf Nahrungssuche begeben, werden sie noch täglich an der Freilassungsstelle gefüttert. 

In den Auswilderungsgebieten gibt es außerdem Forschungscamps, in denen wissenschaftliche Mitarbeiter die Orang-Utans täglich beobachten. Die Verhaltensdaten der Tiere werden ausgewertet und dienen als Basis für weitere Auswilderungen. 

Trotz der vielen ermutigenden Erfolge ist die Situation aufgrund der rasanten Zerstörung der Regenwälder problematisch.Die Aufnahmekapazitäten der Auswil- derungsgebiete Meratus und Sungai Wain in Ost-Kalimantan sind inzwischen erschöpft. 

Die Verhandlungen über neue Auswilderungsgebiete mit der Provinzregierung laufen zermürbend langsam. Die wissenschaftlichen Berater von BOS bemühen sich, möglichst schnell geeignete Regenwälder zur Auswilderung zu finden. 

Eine alternative Strategie ist der Kauf von Gebieten, in denen die Tiere übergangsweise artgerecht leben können.Auf sechs Flussinseln in der Nähe der Station Nyaru Menteng sind bereits 150 Orang-Utans in ge- schützten semiwilden Habitaten untergebracht. Der menschliche Einfluss wird dort soweit wie möglich re- duziert, eine Zufütterung der Tiere ist aber unerläss- lich. 

Auch das Aufforstungsgebiet Samboja Lestari bietet zahlreichen Orang-Utans bis zu ihrer Auswilde- rung einen natürlichen Lebensraum. 




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Auswilderung

Unter Auswilderung oder Ausgewöhnung versteht man den Prozess, Tiere, die in Gefangenschaft gelebt haben, wieder langsam an ein Leben in der freien Natur zu gewöhnen, mit dem Ziel einer dauerhaften Besiedelung und selbstständigen Fortpflanzung. 

Bei Tieren, die in Zoos oder Wildparks geboren wurden, geschieht das meist, um bestimmte Tierarten vor dem Aussterben zu bewahren oder um die ursprüngliche Artenvielfalt wiederherzustellen. Säugetiere und Vögel sind in wesentlich stärkerem Maße, als man noch vor ein bis zwei Jahrzehnten glaubte, auf ein Lernen von den Eltern oder anderen erfahrenen Tieren angewiesen. Neben der Erlernung bestimmter Futterquellen ist das Erkennen von Gefahren und Feinden (Beutegreifern) wichtig. Da bestimmte Tiere Traditionen ausbilden, müssen auch diese den Zootieren beigebracht werden. Bestes Beispiel ist das Erlernen bestimmter Wanderrouten einiger Zugvögel wie Gänsevögeln oder Waldrappen. 

Beispiele erfolgreicher Auswilderungsprogramme

- Bartgeier in den Alpen
http://de.wikipedia.org/wiki/Bartgeier
http://de.wikipedia.org/wiki/Alpen

- Gänsegeier in französischen Zentralmassiv
http://de.wikipedia.org/wiki/G%C3%A4nsegeier_%28Art%29

- Wisente in Bialowieza
http://de.wikipedia.org/wiki/Wisent
http://de.wikipedia.org/wiki/Bia%C5%82owie%C5%BCa-Nationalpark

- Biber in Bayern
http://de.wikipedia.org/wiki/Biber

- Europäischer Luchs in der Schweiz
http://de.wikipedia.org/wiki/Europ%C3%A4ischer_Luchs


Beispiele laufender Auswilderungsprojekte

-Orang-Utans auf Borneo, Indonesien
http://de.wikipedia.org/wiki/Orang-Utan

-Przewalski-Pferde in der Mongolei
http://de.wikipedia.org/wiki/Przewalski-Pferd

-Waldrappen in Österreich und Italien sowie in Marokko
http://de.wikipedia.org/wiki/Waldrapp

-Zwerggans in Skandinavien und Deutschland
http://de.wikipedia.org/wiki/Zwerggans

-Europäischer Luchs im Nationalpark Harz
http://de.wikipedia.org/wiki/Europ%C3%A4ischer_Luchs

-Habichtskauz im Böhmerwald
http://de.wikipedia.org/wiki/Habichtskauz

-Mhorrgazelle in Nordafrika 
http://de.wikipedia.org/wiki/Mhorrgazelle

Einen Sonderfall stellen Heckrinder in Oostvaardersplassen dar, weil es sich dabei nicht um eigentliche Wildtiere handelt, sondern um Haustiere, die man durch Dedomestikation wieder wildtierähnlich machen will. 
http://de.wikipedia.org/wiki/Heckrind

- Borneo Orangutan Survival Foundation
http://www.bos-deutschland.de/

- Luchsauswilderungsprogramm im Harz
http://www.nationalpark-harz.de/leben/luchs.htm

- Vilmer Thesen zum Wisent in der Landschaft in Deutschland. Erarbeitet von den Teilnehmern des vom Bundesamt für Naturschutz veranstalteten Workshops "Wisente in der Landschaft - Erfahrungen und Perspektiven", 25-28. Juni 2007
http://www.bfn.de/fileadmin/MDB/documents/themen/landschaftsundbiotopschutz/Wisentpositionspapier_20070725_FINAL.pdf

Ausverkauf von Madagaskars Tierwelt

Ausverkauf von Madagaskars Tierwelt

Afrikanischer Inselstaat versinkt in politischer Krise - Naturschützer fordern von Bundesregierung sofortigen Handelsstopp 

Artenschützer befürchten einen Ausverkauf von Madagaskars einzigartiger Tier- und Pflanzenwelt. Nach Informationen von PRO WILDLIFE ist der Handel mit Wildtieren und -Pflanzen infolge der aktuellen politischen Unruhen und ungeklärten Machtverhältnisse völlig außer Kontrolle geraten. Die Münchner Artenschutzorganisation fordert deshalb die Bundesregierung auf, den Import aus Madagaskar umgehend auszusetzen und sich auch auf internationaler Ebene für entsprechende Konsequenzen einzusetzen: "Deutschland ist einer der wichtigsten Absatzmärkte für Madagaskars Tierwelt und trägt hier eine zentrale Verantwortung", betont PRO WILDLIFE Expertin Daniela Freyer. In Madagaskar herrscht derzeit der Ausnahmezustand: Seit Dezember letzten Jahres ist im Zuge politischer Wirren der Handel mit endemischen, d.h. nur hier vorkommenden Arten eskaliert: Blanko-Exportgenehmigungen für bedrohte Arten sind im Umlauf, legaler und illegaler Handel sind eng verstrickt, und offizielle Ausfuhrquoten werden ignoriert. Experten aus Madagaskar haben nun Alarm geschlagen und fordern ein internationales Handelsmoratorium. 

Die Bedenken von Artenschützern gegen den Handel mit Madagaskars Tier- und Pflanzenwelt sind nicht neu: Bereits in den vergangenen Jahren sorgten massiver illegaler Handel, Korruption sowie fehlende Bestandszahlen für die gehandelten Arten für internationale Kritik. Doch durch die politische Krise wird die Situation nun nochmals verschärft. "Für einige hochbedrohte Arten, z.B. seltene Schildkröten, die zu Tausenden exportiert wurden, wird die Zeit knapp. Wird der Handel mit ihnen nicht umgehend gestoppt, sind diese Tiere für immer verloren", befürchtet Biologin Freyer von PRO WILDLIFE. 

Deutschland ist einer der wichtigsten Absatzmärkte für Wildtiere aus Madagaskar: Allein zwischen 1990 und 2000 führte Deutschland mehr als 72.000 geschützte Geckos von der afrikanischen Insel ein. Seit 1997 der Import geschützter Chamäleons wieder möglich wurde, fanden fast 7.300 der bizarren Echsen ihren Weg aus Madagaskar in deutsche Haushalte. In nur vier Jahren wurden knapp 5.750 der begehrten Buntfrösche nach Deutschland importiert, die meisten von seltenen Arten mit sehr kleinem Verbreitungsgebiet. Hinzu kommen unzählige Tiere ungeschützter Arten. 

Die Bundesregierung ist angesichts dieser besonderen Verantwortung aufgefordert, umgehend mit einem Importstopp aus Madagaskar zu reagieren und sich für weitere Konsequenzen auch auf internationaler Ebene einzusetzen", so die PRO WILDLIFE Sprecherin abschließend.

(Aus)Sterben für den Luxus?

Das neue Jahrtausend - eine Herausforderung für den Artenschutz

Ob als exotisches Heimtier, Antifalten-Wundermittel oder exzentrisches Accessoire -zahlreiche Tierarten könnten im angehenden Jahrtausend für Luxusartikel aussterben. Dies befürchtet die Münchner Artenschutzorganisation PRO WILDLIFE. Nach der Lebensraumzerstörung ist der Handel stärkste Bedrohung für Wildtiere. "Jeder Einzelne kann durch kritisches Kaufverhalten dazu beitragen, Arten zu erhalten", so Biologin Daniela Freyer, zweite Vorsitzende von PRO WILDLIFE. Der enorme Verbrauch von Wildtieren als Luxusartikel wird im nächsten Jahrhundert das Überleben immer neuer Tierarten in Frage stellen:

- Exotenhandel: Millionen Zierfische sowie Hunderttausende Ziervögel, Reptilien und Amphibien enden alljährlich als exotische Dekoration in deutschen Wohnzimmern. Durch den Heimtierhandel sind z.B. der Korallenriff-bewohnende Kardinalbarsch, der als Ziervogel beliebte Smaragdlori, der neu beschriebene Quittenwaran sowie die Buntfrösche aus Madagaskar bedroht.

- Luxuswolle: Die Tibet-Antilope liefert die teuersten Tierhaare der Welt. Ein einziger "Shahtoosh"-Schal aus den Haaren der wilden Antilope kostet über 4.000 DM. Trotz strengem Schutz wird das seltene Tier weiterhin illegal bejagt. Auch das Vikunja, das Lama der mittelamerikanischen Anden, liefert eine besonders zarte und begehrte Wolle. Nur ein Teil der Wollproduktion stammt aus der Schur gefangener Tiere, immer noch werden zahllose wildlebende Artgenossen abgeschlachtet. Abnehmer ist vor allem die europäische Haute-Coture.

- Kosmetik: Neben dem Fang von Haien für die in Asien beliebte Haifischflossensuppe setzt auch der Jugendwahn der Europäer und Nordamerikaner dieser altertümlichen Tiergruppe zu. Öl aus der Leber von Haien sowie zerriebener Knorpel werden in teuren Antifaltencremes verwendet, die in fast allen Drogerien und Kaufhäusern erhältlich sind. Die anhaltende Nachfrage nach Moschus, einem der beliebtesten Duftstoffe in der Parfumindustrie, bringt die Moschustiere an den Rand der Ausrottung.

- Schmuck: Ob blau, rot oder schwarz - Steinkorallen sind begehrtes Material für die Herstellung von Ketten, Ohrringen und Armreifen. Bei jungen Kundinnen ist die poröse Schaumkoralle besonders beliebt. In nahezu jedem deutschen Schmuckgeschäft werden Pretiosen aus Steinkoralle angeboten - auch wenn die betroffenen Arten inzwischen vielerorts selten geworden sind.

Auslaufmodell Imker?

Auch sie sind Haustiere und zwar besonders fleißige: die Bienen.
Allerdings hat die Zahl der Imker in den letzten Jahren deutlich abgenommen. Umso wichtiger ist es, diejenigen zu ehren, die sich noch für die summenden Zeitgenossen einsetzen, sich um sie kümmern und sie züchten. Denn Bienen sind nicht nur ein Hobby, sondern sie sind lebenswichtig für uns alle. Das sieht auch Landwirtschaftsminister Josef Miller so, der vor kurzem bei einem Festakt in München sieben vorbildliche Projekte der Imker-Nachwuchsarbeit ausgezeichnet hat. 



Die mit jeweils 1.000 Euro dotierten ersten Preise erhielt in der Sparte "Schulen" die Berufsschule Nürnberger Land in Lauf an der Pegnitz und in der Sparte "Vereine" der Imkerverein Holzheim (Lkr. Dillingen). Zweitplatziert bei den Schulen war das Robert-Schuman-Gymnasium aus Cham, auf den dritten Platz kam die Dr.-Gustav-Schickedanz-Hauptschule Fürth. Bei den Vereinen schaffte der Kreisverband Wasserburg a. Inn (Lkr. Rosenheim) den zweiten Preis, einen dritten Preis bekamen jeweils der Bienenzuchtverein Nußdorf-Traunwalchen (Lkr. Traunstein) und der Imkerverein Großaitingen (Lkr. Augsburg). Die beiden zweiten Preise waren mit jeweils 750 Euro dotiert, die Drittplatzierten erhielten je 500 Euro. "Ihre innovativen Ideen, Ihr vorbildliches Engagement und die Vielfältigkeit der Konzepte hat uns sehr beeindruckt", sagte der Minister in seiner Rede. So könne man auch die Jugend wieder für die Imkerei begeistern. Deren Leistungen seien für Artenvielfalt und Ertragssicherheit im Obst und Gartenbau unverzichtbar. 



In Bayern gibt es etwa 27.000 und geschätzte 300.000 Bienenvölker. Damit stellen sie etwa ein Drittel aller bundesdeutschen Bienenzüchter. Aber auch im Freistaat sind, wie bereits am Anfang erwähnt, die Zahlen rückläufig, das Durchschnittsalter liegt bei 60 Jahren. Um die Jugend für die Imkerei zu interessieren, hatte Miller 2006 den Wettbewerb "Beispielhafte Imkernachwuchsarbeit" geschaffen, der aufgrund der guten Resonanz heuer wiederholt wurde. Insgesamt hatten sich diesmal acht schulische Einrichtungen und zwölf Vereine beteiligt. Bleibt nur zu hoffen, dass es in Zukunft noch mehr Bienenbegeisterte und Nachwuchs-Imker gibt, die sich von den vorbildlichen Leistungen dieses Wettbewerbs ein Beispiel nehmen und den Bienen auch weiterhin eine Chance geben. Maja und Co. werdens euch danken... 




Ausflugtipp: Hundewanderung zum Pfahl



Der Herbst bietet sich für wunderbare Wanderungen in der Natur an. Gerade Menschen, die die Natur und Tiere lieben, kommen hier auf ihre Kosten. Nutzt die wundervolle Zeit aus und geht mit Eurem Hund nach draußen, in die Berge, in die Wälder, streift über Wiesen und sucht neue Pfade. Wandern mit Bello, das haben wir hier schon öfter beschrieben, macht unglaublich viel Spaß! 

Mix-Hündin Biene war an diesem warmen September-Sonntag auch mit "Kollegen" unterwegs, und zwar im Bayerischen Wald, und bringt für alle, die in Bayern leben oder einen Urlaub im Freistaat wohnen einen tollen Wandertipp mit nach Hause: Erkundet doch mal den Pfahl! 

Ihr werdet Euch jetzt fragen, was das sein soll - der Pfahl?
Ganz einfach: Der Pfahl ist eine spektakuläre Gesteinsformation aus Quarz, das sich im Laufe von 300 Millionen Jahren abgesetzt hat. Diese "Wand" aus Gestein ist nicht nur lokal begrenzt, sondern beginnt in der Oberpfalz bei Nabburg und verläuft quer durch Ostbayern bis zum Mühlviertel, Endstation Linz in Oberösterreich. Die Gesamtlänge des Pfahls beträgt über 150 Kilometer, stellenweise ist er bis zu 40 Meter hoch. 

Am besten werft Ihr selber mal einen Blick drauf (im Hintergrund seht Ihr auch unsere fleißigen Hundewanderer!): 



Besonders schön ist der Pfahl zu sehen in der Gegend um Viechtach und Regen im Landkreis Regen. Dort finden sich auch herrliche Wanderwege. Seid Euch sicher: Euer Hund und Ihr, Ihr werdet dort nicht alleine sein - denn dort trifft man ja sooo viele Vierbeiner! Hier seht Ihr zum Beispiel "Wandermops" Falco, der hofft, dass im gut gefüllten Rucksack auch etwas für ihn drin ist: 



Am Pfahl entlang lässt es sich herrlich spazieren gehen, egal, ob man eine größere Tour unternimmt oder einen kürzeren Gang. Das schroffe Gestein sieht imponierend aus, und Kinder und Hunde können teilweise sogar ein wenig klettern - ein tierisches Vergnügen! 

Hier zeigen wir Euch nochmal eine spektakuläre Pfahl-Ansicht: 



Übrigens: Gerade im Altweibersommer und Frühherbst ist es wunderschön in der Region rund um Viechtach. Dort findet Ihr Tausende von Spinnennetze am herrlich blühenden Heidekraut. Dort fühlen sich die nützlichen Spinnen offensichtlich so richtig wohl:

In diesem Sinne: Biene und ich wünschen Euch einen wunderschönen Wander-Herbst! 

Ausflug ins Grüne

Endlich ist der Sommer nach Deutschland gekommen. Nach vielen Wochen des Regens zeigen sich nun die schönen Seiten dieser Jahreszeit. Gerne ist man nun draußen, sitzt auf der Terrasse und lässt es sich dabei gut gehen. 

Und unsere gefiederten Freunde? Auch die munteren Australier sind gerne an der frischen Luft. Um ihnen dieses Vergnügen zu bereiten sind nur ein paar wenige Kleinigkeiten zu beachten, damit das für beide Seiten ein tolles Erlebnis ist. 


Zu allererst ist natürlich darauf zu achten, dass der Käfig oder die Voliere ausbruchssicher ist. Jedes Türchen und jede Drahtaussparung zum Beispiel für Futternäpfe solltet ihr auf Fluchtmöglichkeit hin überprüfen. Will man auf Nummer sicher gehen, kann man die Türchen auch mit kleinen Schlössern, eventuell vom alten Tagebuch, zusätzlich sichern. So können auch schlaue Wildvögel den gefiederten Lieblingen nicht zum Ausbruch verhelfen. 


Eine mögliche Ausbruchsquelle ist noch das angehängte Badehäuschen. Schnell ist es durch eine Windbö oder eine unbedachte Handhabung abgerissen und bietet dem Wellensittich eine gute Fluchtmöglichkeit. 


Wie für jede Tier gibt es auch für den Vogel Fressfeinde, die ihn bedrohen. Bei einem Ausflug auf den Balkon oder die Terrasse sind das Katzen, Marder und Greifvögel. Die beste Abschreckungsmaßnahme gegen einen Angriff ist deine Anwesenheit. Die Hemmschwelle ist dann für viele Jäger größer, außerdem kannst du bei einem eventuellen Anfallen noch rechtzeitig eingreifen. 


Auch wenn die Sonne noch so sehr vom Himmel lacht, solltest du deinen Vögeln einen Schattenplatz anbieten. In der prallen Sonne werden es schnell mal 40 Grad und das ist für den kleinen Organismus zu viel. Ein guter Platz für einen Ausflug ins Grüne ist zum Beispiel unter einem Sonnenschirm. Der schützt nicht nur vor der Hitze der Sonne, sondern auch vor Regen. 


Nach dem gelungenem Ausflug ist es wichtig, den Käfig auf Blätter, Blüten und Tiere zu untersuchen. Giftige Blüten oder Blätter solltest du natürlich so schnell wie möglich entfernen. 


Auch wenn ein Bad in der Natur noch so schön ist, wichtiger ist noch das deine Tiere Freiflug bekommen. Vor oder nach dem Erlebnis solltest du ihnen also wieder die Möglichkeit geben, sich frei für mehrere Stunden zu bewegen. 



Ausbrüche von Wildtieren & Unfälle mit Wildtieren

Ausbrüche von Wildtieren & Unfälle mit Wildtieren

aus der Dokumentation "Wildtiere im Zirkus" 

Die Haltung von Wildtieren im Zirkus ist alles andere als ungefährlich. Regelmäßig kommt es zu Unfällen oder Ausbrüchen, mitunter mit tödlichem Ausgang. Nicht nur Großkatzen und Bären, von denen dies jeder erwartet, sondern auch Elefanten, die gemeinhin als sanfte Riesen gelten, töten immer wieder ihre Dompteure und auch Zuschauer. 

Im Jahr 1987 trampelte ein Elefant des Zirkus Giovanni Althoff in Goslar eine Tierschau-Besucherin zu Tode. Bei einer Vorstellung im Jahre 1991 stößt eine Elefant des Zirkus Busch-Berolina einen anderen Elefanten aus der Pyramide, dieser stürzt in die vorderen Sitzreihen. Mehrere Zirkusbesucher werden verletzt. Im Jahr 1990 und im Jahre 1993 brach das Zwergflußpferd des Zirkus Fliegenpilz aus. Im Zirkus Arena wird um das Jahr 1992 ein Pfleger von einem Elefanten getötet.

  • Im Jahr 1995 wird ein Baby verletzt, als eine Elefant des Zirkus Althoff ein Stück Holz in einen Kinderwagen schleudert.
  • Während einer Vorstellung des Zirkus Don Carlos im Jahr 1997 in Kaiserslautern gebärdeten sich die Elefanten bei einer Vorstellung so unkontrolliert, dass die Zuschauer ängstlich flüchteten.
  • Im Juli 1997 brach beim Zirkus Don Carlos während einer Vorstellung ein Elefant durch das Zelt aus.
  • Ebenfalls im Jahre 1997 riss ein Elefant des Zirkus Don Carlos die Trägerstange des Stallzelts ein.
  • In Marbach geriet im Juni 1997 ein Elefant in der Fußgängerzone außer Kontrolle. Die Polizei versuchte das Tier aus der Fußgängerzone zu treiben, um eine Gefährdung der Bevölkerung zu verhindern.
  • Im November 1997 brachen in Fürstenfeldbruck zwei Elefanten des Zirkus Don Carlos aus dem Gehege aus.
  • Im Jahr 1999 verschwand in Duisburg die Python des Zirkus Atlantik spurlos. Polizei und Feuerwehr konnten sie nicht finden. Erst ein Jahr später wurde sie von spielenden Kindern gefunden.
  • Im Jahr 2000 brach in Kalsruhe beim Zirkus Carl Busch ein Affe aus.
  • Im Jahr 2000 brach beim gleichen Gastspiel des Zirkus Carl Busch in Karlsruhe auch ein Elefant aus.
  • Im August 2000 wurde eine 32-jährige Passantin von der Elefantenkuh des Zirkus Luna mit dem Rüssel niedergeschlagen. Das Kind der Frau erlitt einen Schock.
  • Im September 2000 brachen bei einem Gastspiel des Zirkus Don Carlos in Wasserburg drei Elefanten aus. Die Tiere knickten einen Baum um und schmissen eine Mülltonne um.
  • Im September 2000 brach der Pavian des Zirkus Sarani aus. Kinder wurden gewarnt dem Tier nicht zu nahe zu kommen, da es stark beißen kann.
  • Im Oktober 2000 griff ein Liger im Zirkus Carl Busch ein Kind an und verletzte es schwer. Die nötigen Sicherheitsvorkehrungen waren vom Zirkuspersonal nicht eingehalten worden.
  • Im Dezember 2000 brach in Wiesbaden ein Tiger aus dem Zirkus Sarrasani aus. Eine Autobahn musste in beide Richtungen gesperrt werden. Erst nach Stunden konnte das Tier mit einem Betäubungsgewehr außer Gefecht gesetzt werden.
  • Im Dezember 2000 griff ein Elefantenbulle während der Aufzeichnung zu "Stars in der Manege" den Schauspieler Harald Krassnitzer an. Er drückte den "Tatort"-Kommissar mit dem Stoßzahn so zu Boden, dass dieser kurzzeitig keine Luft mehr bekam. Durch das Eingreifen der Dompteurin kam er mit einige blauen Flecken davon.
  • Im Februar 2001 griff ein sieben Monate alter Bengaltiger des Zirkus Busch-Roland während einer Live-Sendung den Moderator an. Er biss ihn in die Schulter und fuhr mit den Krallen über den Rücken des Sat 1 Moderators. Dieser wurde vom Notarzt ins Krankenhaus überstellt.
  • Im April 2001 brach ein Elefant in Braunlage aus einem Zirkus aus. Ein Förster entdeckte ihn, wie er auf dem Friedhof Blumen fraß. Personen wurden nicht verletzt, mehrere Gräber waren verwüstet.
  • Im April 2001 nahm der Braunbär des Zirkus Probst zum zweiten Mal innerhalb kürzester Zeit auf dem Weg in die Manege reißaus und streunte durch die Innenstadt von Chemnitz. Wenige Tage zuvor war er in Hohenstein-Ernstahl mitten durch die Stadt spaziert.
  • Ausbruch eines Elefanten aus dem Zirkus Barelli in Nürnberg im Mai 2001.
  • Im August 2001 brach bei einem Gastspiel des Zirkus Don Carlos in Karlsruhe ein Elefant gleich zweimal aus.
  • Im Oktober 2001 brach beim Berlin-Gastspiel des Zirkus Barelli erneut ein Elefant aus.
  • Im November 2001 brach ein Elefant des Zirkus Luna aus und lief durch Aschersleben. Er riss eine Hecke aus, Personen kamen nicht zu schaden.
  • Im Juli 2002 brachen in Zingst drei Elefanten aus dem Zirkus Berolina aus. Personen wurden nicht verletzt, der Sachschaden war beträchtlich. Erst nach einer Stunde konnten die Tiere wieder eingefangen werden.
  • Im August 2002 spießte ein Elefant des Zirkus Don Carlos ein Auto mit seinem Stoßzahn durchs Fenster auf und schüttelte es, mitsamt Insassen. Die Familie kam mit dem Schrecken davon.
  • Im August 2002 wurde der Auftritt der Elefanten beim Zirkus Barelli vorzeitig abgebrochen, da die Tiere durchdrehten.


    Dies sind nur einige Beispiele für Unfälle in Zirkusbetrieben. Eine vollständige Dokumentation ist kaum möglich, da viele Unfälle nicht bekannt werden. 
  • Ausbildung zu "Seehunden" wird gefördert

    Seit nunmehr 100 Tagen werden die Vierbeiner der ASB-Rettungshundestaffel Segeberg zu echten "Seehunden" ausgebildet, um später mit ihren feinen Spürnasen auch vermisste Personen auf und unter Wasser suchen zu können. Um das Training zu starten, brauchten die zwei- und vierbeinigen Lebensretter allerdings dringend ein hundegerechtes Einsatzboot. Hier half die "Pedigree Initiative für die Natur des Hundes" jüngst mit entsprechenden Fördergeldern. Übrigens: Die Pedigree Initiative fördert in 2008 weitere Hunde-Projekte mit insgesamt 100.000 Euro. Weitere Informationen und Bewerbungen unter www.naturdeshundes.de . 

    Aus den Bewerbungen, die täglich bei der "Pedigree Initiative für die Natur des Hundes" für eine finanzielle Förderung eines Hundeprojekts eingehen, haben Schauspieler Hardy Krüger jr., namhafte Experten und Verbände - sie alle bilden das Expertenforum der Pedigree Initiative - kürzlich das Projekt "Hundegerechtes Einsatzboot für die ASB-Rettungshundestaffel Segeberg" ausgewählt. "Wir waren von dem Engagement der ehrenamtlichen Rettungshelfer begeistert und können mit der Förderung des Projekts dazu beitragen, Menschenleben zu retten", erklärt Rolf Zepp, Sprecher der "Pedigree Initiative für die Natur des Hundes", die Entscheidung. 

    Prominenter Pate der Initiative für die Natur des Hundes ist Hardy Krüger jr., hier mit seinem Labrador Arab: 

    Seit 100 Tagen trainieren fünf Teams der Staffel nun bereits mit dem neuen Einsatzboot, das auf den Nahmen "P.Gree" getauft wurde. Das Boot verfügt über einen 25 PS-Motor, Echolot, GPS und Suchscheinwerfer. "Unsere Hunde können bereits Personen im Schilfgürtel eines Gewässers aufspüren. Das Training mit dem neuen Boot ist also schon jetzt ein voller Erfolg", so Dirk Fellechner, Leiter der ASB-Rettungshundestaffel Segeberg. "Im nächsten Schritt werden unsere Vierbeiner lernen, nach Menschen unter Wasser zu suchen." Damit ist die Segeberger ASB-Rettungshundestaffel die erste Staffel in Schleswig-Holstein, die eine Personensuche zu Wasser durchführen kann. 

    Die Projektförderung geht weiter - Jeder kann mitmachen! 

    Auch in 2008 stellt die Pedigree Initiative insgesamt 100.000 Euro für Hunde-Projekte bereit. "Grundsätzlich hat jedes Projekt - ob es nun 100 oder 10.000 Euro zur Umsetzung benötigt - eine Chance auf Förderung. Die Projekte müssen aber einen konkreten Nutzen für Hunde haben, möglichst vielen Hunden helfen und mit den bereitgestellten finanziellen Mitteln innerhalb von sechs Monaten umsetzbar sein. Dies muss aus der Bewerbung hervorgehen. Kommerzielle Projekte sind ausgeschlossen", erläutert Zepp. Bewerbungen sind unter www.naturdeshundes.de möglich. 

    Über die "Pedigree Initiative für die Natur des Hundes" 



    Regularien, Bußgeldkataloge, reduzierte Grünflächen und eine hundefeindliche Atmosphäre - die repräsentative "Pedigree Studie 2007" belegt, dass das Leben für Hund und Halter in Deutschland zunehmend erschwert wird. Die größte Hundefuttermarke Deutschlands findet "Es ist Zeit zu handeln!" und hat im Juni 2007 die "Pedigree Initiative für die Natur des Hundes" ins Leben gerufen - für ein glückliches Hundeleben und ein besseres Miteinander von Hund und Mensch. Teil des Engagements ist die Förderung von Hundeprojekten mit jährlich 100.000 Euro. Unterstützt wird die Pedigree Initiative von Schauspieler Hardy Krüger jr., namhaften Experten und Verbänden. Mehr unter www.naturdeshundes.de


    Haie bleiben vorerst ohne Schutz

    Haie bleiben vorerst ohne Schutz

    Internationale Handelsbeschränkungen für Dorn- und Heringshai in erster Instanz zurückgewiesen 

    Auf der heutigen Sitzung des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (WA, engl. CITES) scheiterten heute die beiden Anträge Deutschlands, Dorn- und Heringshaie weltweit unter Schutz zu stellen. "Beide Haiarten sind in ernster Gefahr, wenn jetzt nicht die Notbremse gezogen wird", bedauert Daniela Freyer, die für PRO WILDLIFE an der WA-Konferenz (Den Haag, Niederlande, bis zum 15. Juni) teilnimmt. "Nach der heutigen Niederlage appellieren wir an die EU, ihre eigenen Maßnahmen zum Haischutz dringend nachzubessern." Die Diskussion kann jedoch im Plenum nächste Woche neu aufgerollt werden. 

    Fischereinationen v.a. aus Asien und Europa sprachen sich heftig gegen die Kontrolle des internationalen Handels aus, um ihre kommerziellen Interessen zu wahren und den Schutz jeglicher mariner Arten zu verhindern. Dennoch erreichten die Anträge in der Abstimmung eine deutliche Mehrheit*, die notwendige Zweidrittelmehrheit wurde aber nicht erreicht. "Angesichts des knappen Ergebnisses erwarten wir jedoch, dass Deutschland nächste Woche im Plenum eine erneute Abstimmung verlangen wird", berichtet Freyer. 

    Heringshaie (Lamna nasus) gehören zu den beliebtesten Speisefischen und werden in Fischtheken in ganz Europa als "Haisteak" angeboten. Infolge der massiven Überfischung sind die Bestände des Heringshais im Nordost-Atlantik und im Mittelmeer vom Aussterben bedroht. Wegen ihrer für Fische extrem niedrigen Vermehrungsrate (späte Geschlechtsreife, nur 4 Jungtiere alle 1-2 Jahre) sind Heringshaie besonders durch Überfischung gefährdet. 

    Dornhaie (Squalus acanthias) werden ebenfalls kommerziell intensiv genutzt: In England sind sie als "Fish & Chips", in Deutschland als "Schillerlocke" (geräucherter Bauchlappen) oder "Seeaal" (Rückenstücke) überall erhältlich. Der Bestand im Nordost-Atlantik ist bereits um 95% reduziert und vom Aussterben bedroht, im westlichen Mittelmeer ist die Art nach intensiver Befischung bereits verschwunden. Im Nordwest-Pazifik sind die Anlandungen der Fischer in 50 Jahren um 99 Prozent zurück gegangen. Auch Dornhaie haben eine niedrige Reproduktionsrate mit nur 2 bis 11 Jungtieren alle 2 Jahre). Ihren Namen haben Dornhaie zwei spitzen Stacheln nahe der Rückenflosse zu verdanken. 

    Beide Haiarten werden in der EU in großem Umfang befischt. Außerdem ist die EU ein wichtiger Absatzmarkt für Dorn- und Heringshaie aus Nordamerika bzw. Asien. "Mit der heutigen Absage muss die EU nun endlich die eigenen Möglichkeiten nutzen, damit Dorn- und Heringshaie noch eine Chance haben", fordert die PRO WILDLIFE Expertin. Die EU sollte für die eigenen Im- und Exporte Beschränkungen festlegen sowie die EU-Fischerei-Managementpläne nachbessern: Begrenzungen der Fangquoten für Haie, Schonzeiten etc. sind in EU-Gewässern bislang völlig unzureichend. 

    Die von Deutschland beantragte Aufnahme in Anhang II des WA würde erstmals ermöglichen, dass der internationale Handel auf ein ökologisch verträgliches Maß reduziert wird. PRO WILDLIFE kritisiert die heutigen Entscheidungen als kurzsichtig und unverantwortlich und appelliert an die EU, umgehend eigene Maßnahmen zum Haischutz zu ergreifen. 

    * Heringshaie: 54 Stimmen dafür / 39 dagegen; Dornhaie: 57 Stimmen dafür / 36 dagegen 

    Daniela Freyer ist auf der Konferenz unter 0031-6249 15589 erreichbar. 

    ... Hintergrundinfos zur WA-Konferenz
    http://www.prowildlife.de/de/Projekte/Schutzgesetze/WA_2007/wa_2007.html

    23.12.2008

    Aus für Kobra & Co

    PRO WILDLIFE begrüßt Hessens neues Haltungsverbot für gefährliche Wildtiere 

    Mit einem neuen Gesetz hat das Land Hessen die Vorreiterrolle im Kampf gegen die Haltung gefährlicher Wildtiere übernommen. Zahlreiche bissige und giftige Tiere dürfen seit dem 9. Oktober in Hessen von Privatpersonen nicht mehr gehalten werden. Die Artenschutzorganisation PRO WILDLIFE begrüßt diesen Schritt: "Angesichts von etwa 250.000 Riesen-, 100.000 Giftschlangen und zahlloser anderer gefährlicher Exoten unter deutschen Dächern war dieses Gesetz längst überfällig", sagt PRO WILDLIFE-Sprecherin Dr. Sandra Altherr. PRO WILDLIFE fordert nun die anderen Bundesländer mit laxeren oder gar fehlenden Regelungen auf, nachzuziehen. Die Artenschutzorganisation drängt seit langem auf ein Haltungsverbot von gefährlichen Wildtieren. 
    Die Änderung des Hessischen Gesetzes über die öffentliche Sicherheit und Ordnung (HSOG) verbietet Privatpersonen das Halten zahlreicher Wildtiere wie Raubkatzen, Bären, Wölfen, Giftschlangen, Skorpionen, Schnappschildkröten und giftiger Spinnen. "Hessens Gesetz ist ein Meilenstein, auch wenn einige Tiere wie Mähnenwölfe, großwüchsige Warane oder hochgiftige Fische von der Regelung ausgenommen bleiben", so Altherr weiter. PRO WILDLIFE konnte erreichen, dass das neue Gesetz auch für Menschenaffen und große Riesenschlangen gilt. Das Haltungsverbot nach §43a HSOG bedeutet auch, dass Privatpersonen in Zukunft diese Tiere weder kaufen, tauschen, verschenken oder züchten dürfen. Alle Tiere, die schon vor Inkrafttreten des Gesetzes gehalten wurden, müssen angemeldet werden. 

    Der Vorstoß Hessens war dringend nötig. In Deutschland verzeichnen die Giftnotrufstellen täglich zwei Unfälle mit giftigen Schlangen, Skorpionen, Spinnen oder Fischen - Tendenz steigend. "Dabei sind nicht nur die Halter selbst betroffen. Uns sind sogar Unfälle mit Babys bekannt", sagt Altherr. "Dies zeigt den leichtsinnigen Umgang mit Tieren, deren Bisse schwere Blutgerinnungsstörungen, Muskel- oder Atemlähmung, das Absterben von Gewebe oder gar den Tod verursachen können." 

    Mamba per Mausklick
    Die Artenschutzorganisation PRO WILDLIFE prangert seit Jahren den Handel mit gefährlichen Tieren an. "Selbst völlig unerfahrene Laien können sich in Deutschland über das Internet problemlos tödlich giftige Tiere besorgen: Da wird die Mamba einfach per Mausklick in den virtuellen Warenkorb gelegt. Private Kurierdienste liefern die gefährliche Fracht dann nach Hause", berichtet die Biologin. "Auch Reptilienbörsen für Wildtiere sind ein Mekka für Leute, die sich lebende Zeitbomben zulegen möchten. Dort wird fast alles feilgeboten, was die Natur hergibt - darunter auch Giftschlangen wie Kobras, Klapperschlangen oder Vipern, die in kleinen Frischkäseschachteln zum Verkauf stehen. Diesen Handel zu verbieten, muss der nächste Schritt sein." 

    Über PRO WILDLIFE:
    PRO WILDLIFE ist eine gemeinnützige Organisation, die sich global für den Schutz von Wildtieren und ihrer Lebensräume einsetzt. Weltweit unterstützt PRO WILDLIFE Artenschutzprojekte vor Ort und leistet Aufklärungsarbeit, um Wildtierhandel und Wilderei einzudämmen.

    PRO WILDLIFE nimmt an Konferenzen wie der Internationalen Walfangkommission (IWC), dem Washingtoner Artenschutzübereinkommen (WA, engl. CITES) oder der Konvention zum Erhalt der Biodiversität (CBD) teil, um den Schutzstatus von Wildtieren weltweit zu verbessern. 

    ... Liste der in Hessen verbotenen Wildtiere  http://www.prowildlife.de/Liste_gefahrliche_Tiere_Hessen.pdf
    ... Hintergrundinfos Exotenhandel  http://www.prowildlife.de/de/Projekte/Ware_Wildtier/Exotenhandel/exotenhandel.html

    Auffangstation für Orang Utans


    VIER PFOTEN unterstützt in Indonesien das Orang Utan Rehabilitations-Zentrum Wanariset, welches von der Borneo Orang Utan Survival Foundation (BOS) betrieben wird. 200 der unmittelbar vom Aussterben bedrohten Menschenaffen sind hier untergebracht. 

    Die BOS ist die weltweit grösste Organisation zum Schutz der Orang Utans. Der Schwerpunkt der Organisation ist die Konfiszierung illegal gehaltener Tiere, deren Rehabilitation in speziell eingerichteten Zentren und die anschliessende Wiederauswilderung in geschützte Regenwaldgebiete Borneos. 

    Links
    Der Weg in die Freiheit
    BOS Borneo Orang Utan Survival Foundation 

    Unterstützen Sie dieses Projekt mit einer Spende! 

    http://www.vier-pfoten.ch/website/output.php?id=1200&idcontent=1820&language=1
    http://www.bos-deutschland.de/
    http://www.vier-pfoten.ch/website/output.php?id=1063&language=1



    Achtung: Auch Herbstzecken sind gefährlich!

    Der zweite Höhepunkt in der Zeckensaison steht bevor. Er beginnt in der Regel je nach Wetterlage Ende September, Anfang Oktober und dauert bis November. Aus diesem Grund, so sagt Dr. Hans-Joachim Götz, Präsident des Bundesverbands Praktizierender Tierärzte, startet der bpt in den Tierarztpraxen die Aktionswoche "Herbstzecken bleiben gefährlich". Diese dient zur Aufklärung des Hundehalters, z.B. wie er die Übertragung der gefährlichen Krankheiten durch Zecken auf Hunde verhindern kann. Das gilt insbesondere bei Spaziergängen mit Hunden durch Wiesen, Felder und Wälder. Diese sind nicht ohne Gefahr für Mensch und Hund, und zwar dann, wenn sie von Zecken befallen und gestochen werden. Gefährliche Krankheiten, wie die Borreliose oder die Babesiose können die Folge sein. Hierauf weist Dr. Götz ausdrücklich hin. Er empfiehlt deshalb, insbesondere Hunde vor gefährlichen Infektionen, wie der Babesiose, auch Hundemalaria genannt, präventiv durch geeignete Medikamente wirkungsvoll zu schützen. 

    Bei Spaziergängen im hohen Gras und beim Wandern droht Gefahr: 


    Waldspaziergänger, Pilzsammler und Hunde besonders gefährdet 

    Die gefährlichen Vampire lauern bereits an den Wegrändern auf ihr Blutopfer, auf Sträuchern und Grashalmen. Unbemerkt nutzen sie den Moment des Vorbeistreifens, der kurzen Berührung des Halms und schon krallen sie sich an ihre Opfer fest. Wenig später beginnen sie mit ihrer Blutmahlzeit und übertragen dabei häufig die gefährlichen Erreger der Borreliose, der Hundemalaria, der Anaplasmose und der Ehrlichiose sowie FSME-Viren. Während der Mensch nicht an der Hundemalaria erkrankt, kann er sich gegen die Frühsommer- Meningoenzephalitis (FSME) - sie verursacht zum Teil schwere Hirnhautentzündungen - durch eine Impfung schützen. Bei Hunden sind die Besitzer trotz Tierliebe leichtsinniger. So wird nur etwa jeder 5. Hund, wie Dr. Götz betont, vor den Zecken und damit vor den gefährlichen Erregern geschützt. Diese Erreger bewirken schwere Infektionskrankheiten. Allein in Deutschland erkranken jedes Jahr etwa 3000 bis 4000 Hunde an der Hundemalaria. Sie ist eine sehr schwere Infektionskrankheit, die unbehandelt in der Regel tödlich endet. 

    Auch beim Spielen im Garten und auf Grünflächen kann man sich Zecken holen: 


    Absammeln der Zecken - kein sicherer Schutz
    Dr. Götz weist ausdrücklich darauf hin, dass das Absammeln der Zecken nach jedem Spaziergang keine sichere Methode ist, um die Übertragung der gefährlichen Erreger zu verhindern. Die jungen Zecken, so sagt er, seien viel zu klein, um im Fell eines Hundes rechtzeitig vor der Erregerübertragung erkannt zu werden. Erst Tage nach dem Beginn der Blutmahlzeit, wenn die Zecken mit Blut voll gesaugt sind und den Hund bereits infiziert haben, würde sie der Hundehalter erkennen und entfernen. 


    Schutz durch Prävention
    In der Aktionswoche kann sich der Hundehalter beim Tierarzt darüber informieren, wie er sein Tier wirkungsvoll gegen Zecken und damit vor den gefährlichen Infektionskrankheiten schützen kann. Hierzu dienen insbesondere Medikamente mit zweifacher Wirkung, die sowohl die Zecken vom Hund abschrecken als auch abtöten. Diese Medikamente werden von allen tiermedizinischen Fachgesellschaften empfohlen und in der Regel als Spot on-Präparate an einem oder mehreren Punkten auf die Haut des Hundes geträufelt. Sie verteilen sich innerhalb weniger Stunden über den ganzen Hund und dringen dabei in seine obere Hautschicht ein. Nach vier Wochen muss der Schutz erneuert werden, da durch Hautschuppung die Wirkung in dieser Zeit leicht abnimmt. Der Tierarzt, so Dr. Götz, würde gerne den Hundehalter in der Aktionswoche "Herbstzecken" beraten, welche Antizeckenmittel für Hunde optimal ist. 

    Ausverkauf von Indonesiens Papageien

  • Deutschland wichtiger Absatzmarkt für hochbedrohte Wildvögel - PRO WILDLIFE fordert sofortigen Importstopp in die EU 


    Indonesiens letzte Papageien werden rücksichtslos geplündert, ein Großteil der illegalen Wildfänge in die EU exportiert. Deutschland ist dabei einer der wichtigsten Absatzmärkte selbst für vom Aussterben bedrohte Arten. Zwar hat die EU im Oktober 2001 ein Importverbot für einen der gefährdetsten indonesischen Papageien, den Gelbwangenkakadu, erlassen, doch diese Maßnahme erweist sich als zahnlos: "In den letzten Jahren exportiert Indonesien zunehmend Papageien, die angeblich gezüchtet wurden. Dabei handelt es sich um illegale Wildfänge, die einfach zu angeblichen Nachzuchten umdeklariert werden", erläutert PRO WILDLIFE Expertin Daniela Freyer. Sie fordert von der EU, den Import ALLER indonesischer Papageien zu stoppen: "Deutschland als wichtiger Abnehmer trägt hierbei eine besondere Verantwortung." 

    In Indonesien ist der Fang von Papageien streng geregelt - allerdings nur auf dem Papier: Für einige Arten gibt es niedrige Fangquoten, für bedrohte Arten wie Gelbwangen- oder Molukken-Kakadu gilt gar ein totales Fang- und Handelsverbot. Doch die Wirklichkeit sieht anders aus. Nach PRO WILDLIFE vorliegenden Informationen ist der Vogelhandel in Indonesien völlig außer Kontrolle: 

  • Die auf den Vogelmärkten Indonesiens angebotenen Papageien stammen nahezu ausnahmslos aus freier Wildbahn. Zu den begehrtesten Papageienarten aus Indonesien zählen Gelbwangen-, Weißhauben- und Molukken-Kakadu, Edel- und Rotsteiß-Papageien sowie Loris. Existierende Fangquoten werden massiv überschritten, Fang- und Handelsverbote ignoriert. 

  • Allein über 8.000 der vom Aussterben bedrohten Gelbwangen-Kakadus gelangten seit 1990 in den internationalen Handel, entweder direkt aus Indonesien oder über den Umweg aus Drittstaaten. 

  • Auf die zunehmende internationale Kritik an der Plünderung seiner Papageienbestände reagierte Indonesien inzwischen mit einem Exportverbot für Wildfänge. "Eine Farce, denn die Exporteure kaufen die wildgefangenen Papageien und deklarieren diese Tiere anschließend im internationalen Handel zu "Nachzuchten" um. So wird auch das EU-Importverbot für wildgefangene Gelbwangen-Kakadus aus Indonesien unterlaufen", betont die PRO WILDLIFE Sprecherin. 

  • Gegen einen Teil der involvierten Exporteure ermittelt Interpol wegen Artenschmuggel. Trotzdem liefern diese Händler weiterhin ungehindert Papageien auch nach Deutschland. 

    Die indonesischen Artenschutzbehörden bestätigen die Schwierigkeiten, den Vogelhandel zu kontrollieren und die angeblichen Nachzuchten zu überprüfen. Trotzdem stellen sie regelmäßig die erforderlichen Papiere aus und legalisieren damit die Tiere für den internationalen Handel. 

    PRO WILDLIFE fordert von Deutschland und der EU unmittelbare Konsequenzen: "Das zuständige Bundesamt für Naturschutz sollte umgehend die EU zu einem Importstopp ALLER Papageien aus Indonesien bewegen - nicht nur für Wildfänge, sondern auch für die angeblichen Nachzuchten," betont Biologin Freyer. "Deutschland sollte zudem dringend für vom Aussterben bedrohte Arten wie den Gelbwangenkakadu ein weltweites Handelsverbot beantragen."

  • Ausverkauf bedrohter Arten für Heimtierhandel

    Papageien, Reptilien, Frösche und Seepferdchen sind Thema der Artenschutzkonferenz - Auch deutsche Tierhalter gefährden Artenvielfalt 


    Deutschland ist einer der größten Absatzmärkte für exotische Heimtiere weltweit - und damit mitverantwortlich für die drohende Ausrottung immer neuer Arten. Auf der kommenden Konferenz des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (WA, 3.-15. November in Santiago / Chile) liegen Anträge für eine stärkere Unterschutzstellung von vier Papageien, diversen Schildkröten und Chamäleons, Geckos, Fröschen und Seepferdchen vor. "Für viele exotische Wildtiere ist Deutschland ein wichtiger Absatzmarkt. So mancher Tierhalter hierzulande hat durch den Kauf von Wildfängen zur drohenden Ausrottung dieser Arten beigetragen", kritisiert Daniela Freyer von PRO WILDLIFE. Vor allem die einzigartige Tierwelt Madagaskars steht im Fokus des Tierhandels. Die Münchner Artenschutzorganisation wird an der WA-Konferenz teilnehmen. 

    "Millionen Wildtiere werden jährlich der Natur entrissen und landen über Zoogeschäfte, Gartencenter, Tierbörsen oder das Internet in deutschen Haushalten. Die Folgen für die Bestände in der Natur sind oft fatal", betont die Biologin Freyer. Auf der kommenden Artenschutzkonferenz liegen z.B. folgende Anträge zu Arten vor, die auch in Deutschland sehr begehrt sind:Blaukopfara (Ara couloni, Südamerika): Seit den 90er Jahren ist diese seltene Art für den Tierhandel interessant. Schwarzmarktpreise von bis zu 12.500 Euro/Tier machen den Handel mit der Art besonders lukrativ. Auch deutsche Sammler seltener Tierarten sind an diesen überwiegend illegalen Geschäften beteiligt. 

  • Gelbnacken-Amazone (Amazona auropalliata, Zentralamerika): Deutschland führte bislang regelmäßig Tiere aus Nikaragua ein. Dabei übersteigt der illegale Handel aus diesem Land die offiziellen Exportquoten um ein Vielfaches. 

  • Flachrückenschildkröte (Pyxis planicauda, Madagaskar, s. Foto): Im Sommer 2000 wurden die Wildbestände der vom Aussterben bedrohten Art regelrecht geplündert. Trotz der extremen Seltenheit der Art genehmigte die Bundesregierung die Einfuhr einiger Tiere nach Deutschland. 

  • Stummelschwanzchamäleons (Brookesia spp., Madagaskar): Da die Einfuhr anderer Chamäleons aus Madagaskar beschränkt bzw. verboten ist, der Handel mit Brookesia dagegen bislang nicht, sind Deutschlands Reptilienhalter die zweitwichtigsten Abnehmer dieser gefährdeten Tiere weltweit. 

  • Grüne Baumgeckos (Hoplodactylus spp., Naultinus spp.): Für diese nur in Neuseeland vorkommenden Arten gilt ein Exportverbot. Doch Schwarzmarktpreise bis zu 15.000 Euro/Tier lassen den illegalen Handel blühen. Neben den USA und Tschechien gehört Deutschland zu den größten Absatzmärkten. 

  • Seepferdchen (Hippocampus spp., tropische Mangrovengewässer): Neben der Hauptbedrohung durch die Verwendung in der Traditionelle Asiatische Medizin stellt die Aquaristik eine Gefahr für die Seepferdchen dar. Hunderttausende landen jährlich in den Aquarien der USA und Europas. Auch in deutschen Zooläden werden die Tiere zunehmend angeboten, obwohl sie i.d.R. nur kurze Zeit in Gefangenschaft überleben.



    Für PRO WILDLIFE sind angesichts der Mitverantwortung Deutschlands als bedeutender Absatzmarkt für exotische Heimtiere Schritte auf zwei Ebenen überfällig: "Zunächst gilt es, den Schutz dieser Arten auf der WA-Konferenz und somit weltweit durchzusetzen. Doch auch die Bundesregierung ist gefragt, den Heimtierhandel auf nationaler Ebene so zu regulieren, dass die Gefährdung immer neuer Arten verhindert wird", so die PRO WILDLIFE-Sprecherin abschließend.

  • Asiens Schildkröten vor dem Aus

    PRO WILDLIFE kämpft um das Überleben der letzten Tiere

    Über 20 Millionen Schildkröten sterben jährlich auf Chinas Märkten einen grausamen Tod. Kein Tier entkommt den Beilen der Händler. Nach Angaben von PRO WILDLIFE sind inzwischen Dutzende von Schildkrötenarten akut vom Aussterben bedroht. Der Münchner Artenschutzverein schlägt Alarm und fordert internationale Schutzmaßnahmen. Die Bundesregierung hat ihre Unterstützung dabei bereits zugesagt. 

    "In Südostasien spielt sich derzeit ein furchtbares Drama ab: Von einigen Arten existieren vermutlich nur noch wenige Tiere", so Dr. Sandra Altherr von PRO WILDLIFE. Die Bestände in China sind inzwischen zusammengebrochen, der Nachschub wird aus immer weiter entfernten Ländern angeliefert. Inzwischen landen sogar Schildkröten aus den USA oder Pakistan in chinesischen Kochtöpfen. Das Ende, das die Tiere nach einem oft wochenlangen qualvollen Transport erwartet, ist grausam: "Die Händler hacken den noch lebenden Tieren die Beine ab und öffnen den Panzer. Nur der zuckende Kopf des Tieres verrät die Schmerzen, bis endlich der Tod eintritt", berichtet die Biologin. 

    Die Nachfrage in China ist unersättlich und wahllos: Jede verfügbare Schildkröte, ganz gleich, welcher Art, wird gefangen und verkauft. Einige Arten wie die hochbedrohte Dreistreifen-Scharnierschildkröte (Cuora trifasciata) erzielen Rekordpreise von über 1.000 US$ pro Tier. Mehr als 20 Millionen Tiere werden pro Jahr von den Märkten in China verschlungen. Von vielen Spezies ist nicht bekannt, wie viele Tiere überhaupt noch existieren. Für manche von ihnen kommt vermutlich bereits jede Hilfe zu spät. 

    Mit ihrem steil aufragenden Kopf und ihrer hohen Lebenserwartung sind Schildkröten in der Traditionellen Chinesischen Medizin als wahres Wundermittel begehrt: Sie sollen Abhilfe bei niedrigem Blutdruck, Hämorrhoiden, Kreislaufschwäche, Amnesie, Immunschwäche und Potenzproblemen verschaffen. Die Panzertiere standen in vielen Kulturen schon immer auf dem Speiseplan und haben trotzdem überlebt. Doch Bevölkerungsexplosion, Wirtschaftswachstum und die Öffnung Chinas für den internationalen Handel ließen die Situation eskalieren. 

    PRO WILDLIFE erzielte bereits erste Erfolge im Kampf um die Schildkröten Asiens: Wissenschaftler aus aller Welt unterstützen die Bemühungen von PRO WILDLIFE, internationale Schutzbestimmungen zu erreichen. Auch einige Länder, darunter die Bundesregierung, haben inzwischen ihre Hilfe zugesagt. "Nur wenn die Welt ihr Augenmerk auf diese Tragödie richtet, kann die Notbremse noch gezogen werden. Denn ausgestorben bedeutet für immer verloren", so Dr. Sandra Altherr. 

    Artgerechtes Spielzeug für das Vogelheim

    Damit sich ein Vogel bei Dir wohl fühlt, braucht er nicht nur frisches Wasser, Obst und ausreichend Körnerfutter. Nein, er braucht genau so dringend auch Beschäftigung. 

    Natürlich ist ein Partnervogel die wichtigste und beste Form der Unterhaltung, aber auch mit artgerechtem Spielzeug sollte man den Zeitvertreib der Australier unterstützen. Doch welche Form von Spielzeug sieht nicht nur bunt und gut aus, sondern ist auch wirklich auf die Bedürfnisse unserer gefiederten Freunde abgestimmt? 

    Wenn man sich im Tierfachhandel umschaut, kann man sich vor lauter Spiegeln, Glöckchen und anderen Angeboten kaum auf eine besonnene Auswahl konzentrieren. Hier also eine Auswahl an vogelfreundlichen Spielzeugen, die deinen Lieblingen garantiert die Langeweile vertreiben: 







    Kunststoffspielringe: Ein Klassiker der Käfig- und Voliereneinrichtung. Wellensittiche lieben es, die Ringe zu zerren, drehen, schmeißen. Und das Glöckchen rundet dieses welligerechte Spielzeug auch noch ab. 

    Holzspielzeug: Die mit Lebensmittelfarbe gefärbten Spielzeuge sind nicht die kostengünstigste Variante einer Voliereneinrichtung. Dafür bieten sie aber auch viel Spaß. 

    Gitterbälle: Auch mit einfachen Gitterbällen ist es den Australiern möglich Unfug zu machen. Wellensittiche lieben es, die Plastikbälle entweder durch die Gegend zu tragen oder - meist noch lieber- die Bälle vom Käfig zu stoßen. Besonders beliebt ist das, wenn zwei unschuldige Knopfaugen zuschauen, wie die Vogelmama oder Papa das Spielzeug immer wieder aus der entferntesten Zimmerecke aufheben. 





    Korkröhre: Ein Alleskönner. Besonders beliebt bei knabberwütigen Wellensittichen und anderen Vogelarten. Es kann auch als Grundlage für Spielplätze oder Sitzbrettchen genommen werden. Da Korkrinde nicht sterilisiert wird, sollte man es unbedingt vorher bei 100 Grad eine halbe Stunde im Backofen von Milben und anderen unerwünschten Kleinsttieren befreien. 

    Glöckchen: Vögel aller Art lieben Glöckchen. Auf der einen Seite sind sie häufig glänzend silbern und auf der anderen Seite klingen sie auch noch. Viele Halter können bei ihren gefiederten Lieblingen beobachten, wie sie sich stundenlang darauf konzentrieren, das Glöckchen zum Schwingen und zum Klingen zu bringen. 




    Seile animieren die Tiere zum Klettern. Das steigert deren Fitness. Außerdem lieben es die kleinen Australier, wenn sie das Seil benagen können. Bei jedem Seil muß man allerdings sehr genau aufpassen, dass sich die kleinen Racker nicht an einzelnen Fäden verheddern oder sich im schlimmsten Fall sogar erhängen können. 

    Baumwollringe / Schaukeln Besonders beliebt sind Schaukeln aller Art bei Jungvögeln. Aber auch ältere Wellensittiche lieben es, auf den Schaukeln zu schlafen. Nicht selten gibt es abends kleinere Auseinandersetzungen, wer auf welcher Schaukel ruhen darf. Die wippenden Bewegungen trainieren bei den Vögeln den Gleichgewichtssinn und die Muskulatur. 

    Leider gibt es nicht nur für die Bedürfnisse des Vogels abgestimmte Zeitvertreiber. Es gibt auch einige Spielzeuge, die nicht in den Käfig oder Voliere gehören. Worauf ihr auf jeden Fall verzichten solltet, erfahrt ihr in dem nächsten Blogeintrag. Bis dahin gibt es wie immer viele Tipps und Ratschläge im Forum. Tolles Spielzeug findet ihr auch bestimmt unter den Kleinanzeigen. 



    http://forum.deine-tierwelt.de/forum-146-seite-1.html
    http://www.dhd24.com/azl/

    Artgerechte Legehennenhaltung

    Noch befindet sich der neue Stall der Familie Haas in Sulzbach, Nähe Eggenfelden, in der Rohbauphase, aber die ersten Bio-Legehühnchen scharren im Aufzucht-raum schon nach Futter. Wenn alles nach Plan verläuft werden sie Anfang August in den komfortablen Neubau umziehen. 



    Auf dem Massinger Geflügeltag von Biokreis und CW Öko Ei im Februar 2007 hatte Reinhard Haas Feuer gefangen. Die Bio-Legehennenhaltung war für den jungen Landwirt die ideale Alternative zur zeitaufwändigen Milchviehhaltung. 



    Die vorgestellte Bio-Haltung der Erzeugergemeinschaft CW Öko Ei überzeugte ihn derart, dass er sich nun sogar an einen Stallneubau wagte. Nach dem üblichen Procedere: Planung, Eingabe, Genehmigung, konnte im April mit dem Bau begonnen werden. Auf einer Fläche von 27 x 29 Metern wurde die Bodenplatte für den Stall gegossen, der demnächst in getrennten Abteilen zwei Herden von maximal 3.000 Legehennen aufnehmen wird. 




    Die zahlreichen und breiten Öffnungen hin zum Grünland sind in dieser Grundkonzeption bereits angelegt. Die Höhe des Stallraums wird 3,50 Meter betragen. Der großzügige Wintergarten wird fast die gesamte Gebäudelänge einnehmen. Wirtschaftsräume im vorderen Teil des Stallgebäudes bieten unter anderem Platz für die weitere Bearbeitung der frisch gelegten Eier. Alle Eier der Erzeuger-gemeinschaft CW Öko Ei werden noch im Stall geprintet. 

    Demnächst wird man nun die Inneneinrichtung in Angriff nehmen. Für eine Aufstallung nach Erzeugergemeinschaftsrichtlinien muss dabei jede Herde eine eigene Ver- und Entsorgungseinheit haben. Daher wird Reinhard Haas den neuen Stall mittig trennen und zwei Anlagen mit jeweils eigenen Futter- und Wasserkreisläufen sowie eigenen Entmistungs- und Eiersam-melantrieben installieren lassen. Während für den Stall-Rohbau eine ortansässige Holzbaufirma beauftragt wurde, zeichnet für den Innenausbau die Firma Volito verantwortlich, die bereits Neubauten anderer Erzeugergemeinschaftsmitglieder ausgestattet hat. 

    Die Erzeugergemeinschaft CW Öko Ei GmbH hat mit ihrer Marke "Die Biohennen" zur Zeit bundesweit den höchsten Standard in der Hühnerhaltung und Eierproduktion. In 23 bäuerlichen Familienbetrieben finden sich insgesamt über 70.000 Hühner in artgerechter Haltung (Stall - Wintergarten - Grünland).Betriebe unter www.diebiohennen.de/01betriebe/01betriebe.php einzusehen. 


    Artgerechte Haltung

    Artgerechte Haltung bezeichnet eine Form der Tierhaltung, die sich an den natürlichen Lebensbedingungen der Tiere orientiert und ihnen somit ermöglicht, natürliche Verhaltensweisen beizubehalten. So versucht sie sich im Gegensatz zur konventionellen Haltung, beispielsweise der Massentierhaltung, an die Bedürfnisse der Tiere anzupassen und ihnen dadurch ein vergleichsweise naturnahes Leben zu ermöglichen. 

    Inhaltsverzeichnis
    1 Begriff der artgerechten Haltung
    2 Situation der domestizierten Tiere
    3 Artgerechte Haltung bei Versuchtieren
    4 Wirtschaftliche Aspekte
    5 Kriterien für artgerechte Haltung
    6 Kontroverse unter Tierhaltern


    Begriff der artgerechten Haltung
    Der Begriff "artgerechte Haltung" ist paradox, da jedwede Haltung von Tieren diese aus ihrem natürlichen Biotop entfernen muss. Daher stellt auch die artgerechte Haltung nur einen Kompromiss zwischen den natürlichen Bedürfnissen der Tiere und den persönlichen oder wirtschaftlichen Interessen des Menschen dar. 

    Des Weiteren ist der Begriff der artgerechten Haltung in verschiedenen Kontexten verschieden auslegbar, da er der jeweils betroffenen Tierart angepasst sein muss und artspezifische Notwendigkeiten oft nur diffus festlegbar oder nicht hinreichend erforscht sind. So muss für Hühner in Freilandhaltung beispielsweise laut EU-Vorschrift pro Tier eine Fläche von 10 Quadratmetern bereitgestellt werden, was für kleinere Gruppen durchaus vernünftig ist. In größeren Beständen von 300 oder 400 Tieren, die auch von ökologisch orientierten Geflügelhaltern häufig aus betriebswirtschaftlichen Gründen aufgebaut werden, wird die dann sehr große Auslauffläche von den Tieren aber kaum je benutzt, da sie angeborenermaßen weite, offene Flächen in der Regel meiden und sich daher meist nicht allzu weit von den Stallungen entfernen. 


    Situation der domestizierten Tiere
    Viele Haus- und Nutztiere sind durch ihre Domestikation nicht mehr in der Lage sich in ihrer natürlichen Umgebung selbst zu versorgen, da sie ja speziell gezüchtet wurden, um, von Menschenhand geschützt und gefüttert, die Ansprüche des Menschen zu erfüllen. Trotzdem haben Tiere viele natürliche Verhaltensweisen, wie z. B. ihren Bewegungsdrang, den Jagdinstinkt oder das Bedürfnis, sich zu verstecken, erhalten und sollten diese in der artgerechten Haltung ausleben können. Durch die Steigerung des Wohls der Tiere ergeben sich auch für den Halter und die Konsumenten Vorteile, indem die Qualität der tierischen Produkte zunimmt. Allgemein sind artgerecht gehaltene Tiere lebhafter, gesünder, weniger anfällig für Stress und friedfertiger im gegenseitigen Umgang. 

    Artgerechte Haltung bei Versuchtieren
    Die artgerechte Haltung von Tieren für Tierversuche ist unter anderem durch die Richtlinie 86/609/EWG geregelt. Diese schreibt eine angemessene Unterbringung und Umgebung, genug Freiheit und Bewegung sowie Futter und Pflege vor. Zur artgerechten Haltung von Versuchstieren gehört auch eine sozial, sensorisch und psychologisch anregende Umgebung. Bei den häufig verwendeten Ratten bedeutet dies beispielsweise, dass Gruppenhaltung zu bevorzugen ist und man ihnen wo möglich Nestbaumaterial im Käfig zur Verfügung stellt. 

    Wirtschaftliche Aspekte
    Artgerechte Tierhaltung findet vor allem in der ökologischen Landwirtschaft Anwendung. 

    Trotz der oben erwähnten höheren Qualität der Tierprodukte erzielen Bauern, welche Nutztiere artgerecht Halten, geringere Gewinne als Bauern, die Tiere konventionell halten. Dies ist zum einen der Mentalität sowie dem Habitus vieler Konsumenten geschuldet, welche oftmals nicht bereit sind, für Produkte aus artgerechter Haltung mehr zu zahlen oder es aus wirtschaftlichen Gründen nicht können. Zum anderen ist artgerechte Haltung aufgrund der gesteigerten Ansprüche wie Platzbedarf und naturnah gewachsenes Futter sowie einer geringeren Effizienz beispielsweise bei der Mast von Tieren teurer, da die Tiere sich ja hier ausschweifend bewegen dürfen und so langsamer an Gewicht und Fettgewebe zunehmen. Auch gestaltet sich z. B. das Einsammeln von Eiern und das Melken der Kühe zeitaufwändiger und umständlicher, da es bei weniger eingeschränkten Tieren kaum automatisiert werden kann. 

    Kriterien für artgerechte Haltung
    Zu der bereits erwähnten generellen Anpassung an den Lebensraum des Tieres gehören unter anderem ein ausreichendes Platzangebot für jedes Tier, welches auch Rückzugsmöglichkeiten und weit reichenden Auslauf bietet, voneinander getrennte Bereiche für Fressen, Defäkieren und Liegen, ein der Tierart bestmöglich angepasstes Stallklima und ein Futterangebot, wie es das Tier auch im natürlichen Umfeld vorfinden würde, welches also seiner spezifischen Ernährungsphysiologie entspricht. 

    Zu beachten ist auch eine dem Sozialverhalten der Tiere entsprechende Größe der gehaltenen Tiergruppe. Des Weiteren sollte auch bei der Tötung der Tiere möglichst deren Würde nicht herabgesetzt werden, auch wenn dies erneut paradox erscheint. 

    Kontroverse unter Tierhaltern
    Innerhalb der Gruppe von Tierhaltern ist eine verstärkte Kontroverse festzustellen, inwieweit von bestimmten Tierhaltern überzogene Anforderungen an eine artgerechte Haltung der jeweiligen Tierart gestellt werden. Diese würden dazu führen, dass gewisse Bevölkerungsgruppen, z. B. berufstätige Singles, in diesem Sinne überhaupt keine Tiere mehr artgerecht halten könnten oder sich Anfänger angesichts der an sie gestellten Anforderungen derart überfordert sähen, dass sie die Tiere vorschnell ins Tierheim abschieben würden. 

    Tierhalterhaftung

    Tierhalterhaftung

    Als Tierhalterhaftung wird eine Spezialform der Gefährdungshaftung bezeichnet, nach der im Schuldrecht der Tierhalter grundsätzlich für die Schäden haftbar gemacht werden kann, die das Tier anrichtet. Die Haftung nach Paragraph 833 Satz 1 BGB greift ausdrücklich auch ohne Verschulden des Halters. Die Haltereigenschaft definiert sich - unabhängig vom Eigentum - nach der Sachherrschaft über das Tier und einem eigenen Interesse an der Verwendung oder der Gesellschaft des Tieres. 

    Diese Gefährdungshaftung ist bedingt durch die spezifische Tiergefahr, die sich verwirklicht, wenn das Tier unberechenbar reagiert. 

    Eine Ausnahme besteht nur hinsichtlich von Nutztieren, die dem Unterhalt des Tierhalters zu dienen bestimmt sind und bei denen der Halter die Beaufsichtigung mit der die erforderlichen Sorgfalt durchgeführt hat. 

    Gegen die finanziellen Folgen kann eine Tierhalterhaftpflichtversicherung abgeschlossen werden. 

    Artenvielfalt

    Artenvielfalt, auch Artendiversität genannt, ist ein Maß für die Vielfalt der biologischen Arten innerhalb eines Lebensraumes oder geographischen Gebietes und somit für die Vielfalt von Flora, Fauna und der Mikroorganismen. Sie ist ein Maß für die Charakterisierung der Biodiversität eines Gebietes, wobei außer der reinen Artenzahl auch die relative Häufigkeit der Arten in die jeweilige Charakterisierung der Artenvielfalt eingeht. 

    Artenvielfalt und Biodiversität
    Die Artenvielfalt ist ein Teil der Biodiversität oder biologischen Vielfalt. Die Biodiversität umfasst neben der Vielfalt der Arten auch die genetische Vielfalt und die Vielfalt der Ökosysteme. Allerdings wird die Artenvielfalt als die am leichtesten erfassbare und dem menschlichen Verständnis zugängliche Form der Biodiversität fälschlicherweise häufig synonym zu Biodiversität verwendet. So wird z.B. auch der Internationale Tag der Biodiversität (22. Mai) im deutschen Sprachraum vielfach unrichtigerweise als Internationaler Tag der Artenvielfalt bezeichnet. 

    Beschriebene Arten
    Bei der letzten großen Zusammenstellung der Anzahl beschriebener Arten auf der Erde durch das Global Biodiversity Assessment, das im Auftrag der UNEP (United Nations Environment Programme) erstellt worden ist, waren rund 1,75 Millionen Arten beschrieben[1]. Heute rechnet man mit insgesamt über 2 Millionen beschriebenen Arten[2]. Die genaue Zahl beschriebener Arten anzugeben wird nie möglich sein, da einerseits viele Arten mehrfach beschrieben worden sind und die überzähligen Namen häufig erst im Laufe der Zeit als wissenschaftliche Synonyme eliminiert werden, und da andererseits viele vermeintlich einheitliche Taxa gerade in letzterer Zeit molekulargenetisch in mehrere Arten aufgetrennt werden, aber vielfach noch nicht mit einem Namen belegt sind (sogenannte kryptische Arten). Taxonomen unterscheiden daher häufig zwischen "nominellen Arten" (Anzahl der Namen) und "validen Arten" (Anzahl der realen Einheiten). So sind von den Fischen derzeit 50.000 bis 60.000 nominelle Arten beschrieben; akzeptiert werden davon aber gegenwärtig weniger als 30.000 valide Arten. 

    Derzeit sind rund 260.000 Gefäßpflanzenarten, rund 50.000 Wirbeltierarten und etwa 1 Million Insektenarten beschrieben. Aus den Meeren sind zwischen 240.000 und 330.000 Arten bekannt. Etwa 51 Prozent aller heute beschriebenen Arten der Erde sind Insekten und etwa 14 Prozent gehören zu den Gefäßpflanzen. Den Rest von rund 35 Prozent (etwa 700.000 Arten) bilden die übrigen tierischen und pflanzlichen Organismen einschließlich aller Einzeller und aller Wirbeltiere. 

    Man kann die Artenzahl auch nach Lebensräumen aufteilen: Von den derzeit beschriebenen rund zwei Millionen Arten leben rund 78 Prozent auf dem Festland, 17 Prozent im Wasser und etwa 5 Prozent (rund 100.000 Arten) leben als Parasiten oder Symbionten in anderen Organismen (die letztgenannte Zahl hängt stark von der Definition von Parasitismus und Symbiose ab). 

    Schätzungen der Gesamt-Artenzahl der Erde
    Die globale Gesamtzahl aller Arten wurde in den vergangenen zwei Jahrzehnten sehr stark unterschiedlich zwischen 3,6 Millionen bis zu 112 Millionen geschätzt. Die Schätzgrößen wurden extrapoliert auf der Basis der Mitte der 1990er Jahre beschriebenen rund 1,75 Millionen Arten. Einen differenzierten Überblick über den damaligen Schätzstand gibt wiederum das Global Biodiversity Assessment von 1995, zu welchem in den letzten Jahren allerdings für viele Teilgruppen aktuellere Schätzwerte erarbeitet worden sind. Ein aktuellerer Gesamtüberblick ist allerdings nicht mehr erarbeitet worden. 

    Die Gesamtwerte waren insgesamt v.a. durch die Zahl der Insektenarten dominiert, die teilweise auf 100 Millionen geschätzt wurde und dabei zu rund 90% zum Gesamtschätzwert beitrugen. Man nahm längere Zeit an, dass insbesondere auf tropischen Baumkronen eine extrem hohe Anzahl an Insektenarten vorliegt, doch ist man später von den sehr hohen Schätzwerten wieder etwas abgerückt. Die nach den Insekten vermuteten nächst größeren Gruppen bezüglich Artenzahlen sind die Mikroorganismen (Bakterien, Pilze), die Algen und vielleicht die Fadenwürmer und Spinnentiere. 

    Heute geht man eher von Gesamtartenzahlen auf der Erde von rund 10 (bis vielleicht 20) Millionen Arten aus. Eine zentrale Datenbank für alle systematisierten Arten existiert allerdings bislang nicht. Die Gesamtzahl hängt auch sehr stark davon ab, was in den jeweiligen Organismengruppen als eine Art angesehen wird und hängt vom jeweiligen Artkonzept ab. Pro Jahr werden rund 12.000 - 25.000 Arten neu beschrieben, die sich allerdings in der Folge häufig teilweise als Synonyme für schon beschriebene Arten erweisen. Insofern unterscheidet man auch zwischen sogenannten "nominellen Arten" und "validen Arten". Die letzteren sind die jeweils nach kritischer Überprüfung durch entsprechende Spezialisten akzeptierten "guten Arten". Vielfach wird die Arttrennung heute über molekulargenetische Untersuchungen vorgenommen oder zumindest ergänzt. 

    Artenbedrohung und Artensterben
    Nach der IUCN galten 2007 rund 12% der Arten der Vögel, 20% der Säugetiere, 29% der Amphibien und 33% der Nacktsamer unter den Pflanzen als bedroht. Diese 4 Gruppen sind zugleich die einzigen, deren Bedrohungsstatus auf der Evaluierung aller oder zumindest der meisten Arten beruht. Von den übrigen Gruppen (z.B. Fischen, Insekten, Bedecktsamer)) ist nur ein relativ geringer Prozentsatz weltweit evaluiert worden, so dass sich die gefundenen Bedrohungszahlen statistisch nicht auf die Gesamtgruppe hochrechnen lassen. Zum Beispiel sind nur 1255 relativ auffällige Insekten-Arten von den insgesamt rund 1 Million beschriebenen (und zahlreichen unbeschriebenen) Insekten-Arten überprüft worden, so dass über den Bedrohungsstatus der Insekten als Gesamtheit aller Arten keine realistische Aussage machbar ist. 

    Der -Living Planet Index- des WWF konstatierte im Mai 2008, dass die Artenvielfalt auf der Erde zwischen 1970 und 2005 um 27 Prozent gesunken ist. Besonders betroffen waren diesen Erhebungen zufolge Land- und Süßwasserbewohner im asiatisch-pazifischen Raum. Rund 34.000 Arten sind laut WWF vom Aussterben bedroht. 

    Vielfach wird das derzeitige Artensterben mit den großen Massenaussterben der Vergangenheit verglichen. Paläontologen unterscheiden traditionell während der vergangenen 600 Millionen Jahren fünf (teilweise auch mehr) große Artensterben, die allerdings nach neueren Erkenntnissen einerseits häufig doch über längere Zeit (zum Teil bis Millionen von Jahren) andauerten und die andererseits auch von weiteren Phasen kleinerer Artensterben vorher und nachher begleitet waren und gleichsam nur die auffälligsten Auslenkungen der stets schwankenden Artenzahlen darstellen. Eine Schwierigkeit der Analyse ist dabei, dass die jeweilige Fossillage kein direktes 1:1-Abbild der ehemaligen Artenvielfalt und des Artensterbens ist, sondern nur Informationen über die unter den jeweiligen Bedingungen fossilisierbaren ehemaligen Arten liefert. Weitere Probleme, die einen Vergleich mit der heutigen Situation schwierig machen, sind z.B. die vielfach merkmalsarmen fossilen Überreste, die es häufig nicht ermöglichen, wirklich einzelne Arten im biologischen Sinne definieren zu können; häufig entsprechen die Beschreibungen eher ganzen Gattungen oder noch höheren systematischen Einheiten. Der bedeutsamste Unterschied früherer Massensterben zur derzeitigen Situation ist aber der, dass das heutige Artensterben durch eine einzige biologische Art, nämlich den Menschen mit seinen Aktivitäten und seinem Raum- und Ressourcenanspruch verursacht wird, während frühere Ursachen wohl überwiegend geologische oder atmosphärisch-kosmische Ursachen hatten. 

    Ursachen des heutigen Artensterbens
    Als wesentliche Ursachen des heutigen Artensterbens gelten 
    Biotopvernichtung, Zerschneidung und Versiegelung der Landschaft und Umwandlung in bewirtschaftete Monokulturen
    Überfischung und unkontrolliertes Bejagen oder Sammeln
    Veränderung der Umwelt durch Verbauung, Verschmutzung oder Klimaveränderung
    Verdrängung einheimischer durch invasive Arten. 
    Lokal und regional kann die Artenvielfalt derzeit allerdings durchaus zunehmen, was kein Gegensatz zum Artensterben auf globaler Ebene ist. So beobachtet man in Mitteleuropa das Eindringen zahlreichen wärmeliebender Arten (Neobiota), die sich auch infolge der Klimaänderung zunehmend etablieren. Auch in der Nordsee beobachtet man einen Anstieg der Artenzahlen. Dies sind aber nur Vermischungen bislang getrennter Faunen und Floren und bedeuten nicht, dass das Artensterben zum Stillstand gekommen sei. Zahlreiche Wildpopulationen auf der Erde und in den Gewässern sind auf kleine und kleinste Populationsgrößen geschrumpft und unterliegen daher in der Zukunft einer verstärkten Aussterbegefahr. 

    Artenvielfalt, Stabilität und Störungen
    Um die Bedeutung der Artenvielfalt zu illustrieren werden unterschiedliche Anschauungsmodelle propagiert, darunter die folgenden: 

    Nieten-Hypothese: Jede Niete eines Flugzeugrumpfs trägt zum Zusammenhalten bei und verhindert damit ein Abstürzen des Flugzeuges: jede Art ist zum Aufrechterhalten eines Ökosystems mehr oder weniger wichtig. � Diese Hypothese wurde durch Versuche bestätigt.
    Passagier-Hypothese: Kein Fluggast ist für die Flugfähigkeit des Flugzeuges vonnöten, dafür um so mehr die Crew: es kommt demnach nur auf wenige Schlüsselarten an. Nach der Intermediale Disturbance Hypothesis (IDH) von Joseph Connell (University of California) reagieren manche Ökosysteme auf leichte, regelmäßige Störungen (z. B. Brände, Stürme, Überschwemmungen) mit einer wachsenden Artenvielfalt. Von bestimmten Arten besetzte Gebiete werden frei, da sie aufgrund der Störung verschwinden. Dieser Raum kann von anderen und unter Umständen noch nicht anwesenden Arten (u. a. sog. Pionierarten) neu besetzt werden. Als Resultat steigt die Artenzahl und somit die Artenvielfalt. Dieses Prinzip der mittleren Störungshäufigkeit gilt jedoch nicht uneingeschränkt für jedes System, das heißt: Nicht in jedem System steigt die Artenvielfalt aufgrund von Störung, sondern kann sich auch gegenteilig verhalten.


    Programme und Instrumente zum Erhalt der Artenvielfalt
    In der Vergangenheit konnten einige Arten durch Zoos und Wiederaufzuchtprogramme erhalten werden. Erfolgreiche Beispiele des 20. Jahrhunderts sind der europäische Wisent, der Davidshirsch, das Przewalski-Pferd und seit 2003 auch der Baumhummer. Jedoch können Rettungsversuche zur Erhaltung von Arten außerhalb ihres natürlichen Lebensraumes, z. B. in Zoos und Botanischen Gärten oder Samenbanken nicht alle Arten retten, da sich viele Tiere in Gefangenschaft nicht fortpflanzen und Kapazitäten zur Aufnahme weiterer Arten kaum vorhanden sind. Auch die Wiederansiedlung/Auswilderung ist extrem aufwendig. Dagegen stellt die Ausweisung von Schutzgebieten (z. B. Naturschutzgebiete) eine gute Lösung dar (u. a. mit Hilfe des modernen Instruments der Gap-Analyse), wobei diese dann am erfolgreichsten sind, wenn alle Interessengruppen integriert werden können. Ein Instrument für Naturschutzmaßnahmen und zum schonenden Umgang mit natürlichen Ressourcen in ärmeren Länder sind die Global Environment Facility (GEF), in die die Industrieländer einzahlen. Auch die wirtschaftlich tragfähige nachhaltige Nutzung sichert Natur. So legt z. B. das Forest Stewardship Council (FSC) Kriterien für eine umweltverträgliche Waldnutzung fest, nach denen bereits 150.000 km² Wald in fast 30 Ländern ausgewiesen wurden. Bedingung für weiteren Erfolg ist die Akzeptanz des Verbrauchers für teurere Holzprodukte. 

    Maßzahlen für Artenvielfalt
    Die Artenvielfalt ist eine statistische Größe, die nicht nur die Artenzahl (d.h. Anzahl der vorkommenden Arten) in einem Ökosystem oder auf der Erde umfasst, sondern auch die relative Häufigkeit berücksichtigt. Hierbei wird vielfach, in Anlehnung an R.H. Whittaker (1972), zwischen Alpha-, Beta- und Gamma-Diversität, ferner manchmal auch nach noch weiteren Vergleichszahlen unterschieden (Delta- und Epsilon-Diversität). 

    Im Folgenden seien N o.B.d.A. die Anzahl aller Individuen, ni die Anzahl der Individuen von Spezies i und S die Gesamtzahl der Spezies. 

    a) Diversität der Artenvielfalt 

    Das am häufigsten gewählte Maß nach der Absolutzahl der Arten (species richness) ist der Shannon-Index 


    Die maximale Diversität (bei Gleichverteilung aller Arten) divergiert allerdings mit S: 

    Deswegen normiert man D mit diesem Maximalwert, um ein relatives Maß zu bekommen, die so genannte: 



  • Einzelnachweise

  • 1. V.H. Heywood, R.T. Watson, R.T.: Global Biodiversity Assessment. Cambridge University Press, Cambridge 1995
  • 2. Biozahl 2006: 2-Millionen-Grenze erreicht, Natur und Museum 136 (Heft 5/6), S. 131-134 (2006)
  • 3. Whittaker, R.H., 1972. Evolution and measurement of species diversity. Taxon 21: 213�251.



    Allgemeine Literatur

  • Bernhard Schmid: Die funktionelle Bedeutung der Artenvielfalt. Biologie in unserer Zeit 33 (Heft 6), S. 356-365 (2003).
  • Bruno Streit: Was ist Biodiversität? Erforschung, Schutz und Wert biologischer Vielfalt. C.H. Beck, München 2007. 

    Siehe auch
  • Aussterben
  • Biodiversitäts-Konvention
  • Monokultur
  • Potsdamer Initiative
  • Artenpool-Hypothese
  • Millennium Ecosystem Assessment















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