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26.01.2009

12.1.09: Schonzeitvergehen, illegale Fütterungen

12.1.09: Schonzeitvergehen, illegale Fütterungen


Schonzeitvergehen, illegale Fütterungen, Seuchengefahr

Hobbyjäger raus aus den Wäldern!


Tiere, die mitten in der Schonzeit erschossen werden? Illegale Anlock-Fütterungen mit Backwaren und Fleischabfällen? Schweinepest-Gefahr durch Jäger? Pferde auf der Weide erschossen? Menschen mit Wildschweinen verwechselt? – Dies alles ist kein Jägerlatein, sondern die Wirklichkeit in Deutschlands Wäldern. 350.000 bewaffnete Hobbyjäger sind unterwegs und wüten in unserer Restnatur. Viele davon hören und sehen nicht mehr gut, weil sie bereits recht betagt sind (das Durchschnittsalter der Jäger liegt zwischen 55 und 60 Jahren), viele Waidmänner wärmen sich mit Schnaps und haben einige Promille intus...

Rehböcke mitten in der Schonzeit erschossen
Es ist bitterkalt in diesen Januartagen. Bei zweistelligen Minusgraden haben es die frei lebenden Tiere besonders schwer. Um zu überleben, ziehen sich die Wildtiere zurück und fahren ihren Stoffwechsel herunter. Bei Kälte, sagt man, lässt man die Wildtiere lieber ruhen. Dennoch treffen sich am 10. Januar im baden-württembergischen Langenrain Dutzende Hobbyjäger zur Treibjagd. Bianka Pelli ist mit einem Bekannten im Wald unterwegs. Den Naturschützern bietet sich ein schauriger Anblick: Rehe, Wildschweine und Füchse liegen in ihrem Blut, werden von Jägern aufgeschnitten und aufgehängt. Doch nicht nur das: „Wie selbstverständlich hingen dort drei Rehböcke“, berichtet Bianka Pelli. Und das, obwohl für Rehböcke seit Mitte Oktober bis zum Mai Schonzeit ist. „Keiner der Jäger schien sich daran zu stören“, so die Tierschützerin. Sie sprach daraufhin einen der Jäger auf das Schonzeitvergehen an. Die Antwort des Waidmannes: „Die sind höchstwahrscheinlich gegen einen Zaun gerannt!“ Der zuständige Jagdherr jedoch bestätigte die Vermutung von Bianka Pelli: „Das ist zwar unschön, doch passiert so etwas immer mal wieder auf so einer Treibjagd.“
Die Tierschützerin ist entsetzt. Sie will das Schonzeitvergehen zur Anzeige bringen. Den getöteten Tieren wird dies nichts mehr nützen. „Doch es wird Zeit, dass die Vergehen der Jäger an die Öffentlichkeit kommen - Missachtungen der Jagdgesetze sind gang und gäbe“, weiß sie. „Doch: `Wo kein Kläger, da kein Richter´, heißt es doch so schön in einem Sprichwort.

Dokumentation der Treibjagd
http://www.abschaffung-der-jagd.de/bildergalerie/treibjagd/index.html

Einem Jäger aus Hammelburg wurde Mitte Dezember wegen fahrlässigen Verstoßes gegen die Jagd- und Schonzeiten zu 3.600 Euro Geldstrafe verurteilt, weil er einem Hirschkalb das Muttertier weggeschossen hatte (Main Post, 16.12.2008). In diesem Fall gab es Zeugen, so dass es zu einer Verurteilung kam – in den allermeisten Fällen geschehen solche Jäger-Vergehen unbemerkt unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

Dass Jäger nicht richtig hinsehen, wenn sie schießen, kommt leider häufig vor: „Pferd statt Wildschwein erlegt“, meldete beispielsweise die Rhein-Zeitung am 19.11.2008. Auch am 28. Oktober wurde ein Pferd erschossen (Rheinpfalz, 28.10.2008), am 4. Oktober ein Haflinger-Pony angeschossen (Kölnische Rundschau, 4.10.2008).
In der Nähe von Traunstein wurde im Dezember ein zahmes Reh erschossen – dabei trug „Felix“ ein knallrotes Signal-Leuchthalsband um den Hals (Süddeutsche Zeitung, 20.12.2008).

Immer wieder werden auch Menschen von Jägern aus Versehen erschossen: Bei Treibjagden am 10. Januar wurden zwei Jäger erschossen – Kollegen hatten sie mit Wildschweinen verwechselt. Bis zu 40 Tote und mehrere hundert Verletzte gehen Jahr für Jahr auf das Konto der Hobbyjäger.

Dokumentation der Jägeropfer
http://www.abschaffung-der-jagd.de/opfer/menschenalsjaegeropfer/index.html

Tier- und Naturschützer aus Bayern, Baden-Württemberg, dem Saarland und aus Rheinland-Pfalz dokumentieren regelmäßig Verstöße gegen die Fütterungsbestimmungen. Nicht nur, dass in vielen Revieren eine regelrechte Mast mit Mais und Getreide statt findet, so dass selbst Jagdzeitschriften und Jagdverbände wie etwa der Wildschweinexperte des BJV Norbert Happ zugeben: „Die Wildschweinschwemme ist jägergemacht“. Immer wieder werden an so genannten „Kirrungen“ (Anlock-Fütterungen) und „Luderplätzen“ verbotene Backwaren und Schlachtabfälle gefunden. Auf diese Weise tragen die Jäger auch noch die Seuchengefahr in den Wald.

Seuchen-Gefahr durch Jäger: In der Nähe von Köln ist die Schweinepest bei Wildschweinen ausgebrochen. „Als Auslöser werden infizierte Fleischreste vermutet“, berichtet der Kölner Stadtanzeiger am 9.1.2009. In der Nähe von Hochsitzen finden Tierschützer immer wieder verbotene Schlachtabfälle, die Jäger zum Anlocken von Wildtieren auslegen - oft sind diese Innereien auch noch völlig verdorben. „Die Jäger bringen die Seuchengefahr in den Wald – und spielen sich dann noch als Retter vor der Schweinepest auf“, kritisiert Bianka Pelli. Sie hat in Baden-Württembergs Wäldern an Anlockfütterungen der Jäger auch schon die verschiedensten Innereien, stinkende Fischabfälle, einen ganzen verendeten Hammel sowie eine erschossene Hauskatze dokumentiert.

Dokumentation illegale Fütterungen
http://www.abschaffung-der-jagd.de/bildergalerie/hegeundpflege/index.html

Michael Hess, ein ehemaliger Berufsjäger, fotografierte in Bayern neben missbräuchlichen Mais- und Getreide-Fütterungen mehrfach Berge von verschimmeltem Brot – und am 8. Januar mehrere Haufen Keks-Abfälle. „Es ist bemerkenswert, wie der Jagdpächter so einen wildbiologischen und ernährungsphysiologischen Schwachsinn duldet“, berichtet Michael Hess. „Dieses Zuckerzeug kann als Kalziumkiller im Pansen des Konzentratselektierers Reh eine schlimme Pansenazedose verursachen. Bei diesem Dilemma könnte das Tier elend zu Grunde gehen, oder zum ph-Wert Ausgleich, höhere Nahrungsaufnahme an Forstpflanzen (Verbiss) verursachen. – Und dann kommt der Jäger und schießt Rehe zur angeblichen Rettung des Waldes.“

Dokumentation
http://www.abschaffung-der-jagd.de/bildergalerie/kirrungeninbayern/index.html

Die Natur braucht keine Jäger. Wissenschaftliche Untersuchungen beweisen: Die Natur reguliert sich selbst. In den unbejagten Gebieten in Europa sind Tiere und Natur im Gleichgewicht. Warum gehen die Jäger dann auf die Jagd? In den einschlägigen Jagdzeitschriften geben die Waidmänner inzwischen offen zu, dass die wahre Motivation für die Jagd die „Lust am Töten“ und „Freude am Beute machen“ ist. In einem Artikel zur Triebforschung berichtete die Jägerzeitschrift WILD UND HUND vom „Kick“, den der Jäger erlebt, wenn es ihm gleingt, das Leben eines speziellen Tieres zu vernichten. Und – so die Jägerzeitschrift weiter – die Jäger sollten sich auch zu diesem „Kick“ bekennen. Mit modernem Tier- und Naturschutz haben solche Triebe natürlich nichts zu tun. Kein Wunder, dass repräsentativen Umfragen zufolge mehr als zwei Drittel der Deutschen die Hobbyjagd ablehnen.

Dokumentation
http://www.abschaffung-der-jagd.de/presse/repraesentativeumfragen/index.html

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