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20.01.2009

20 Jahre für die Befreiung der Tiere

20 Jahre für die Befreiung der Tiere

Die tierbefreier e.V. waren der „Abschied von Opas Tierschutz“

1985 - das war das Jahr, in dem Michael Gorbatschow Staatschef der UdSSR wurde. „Modern Talking“ beherrschte die Hitparade, und Boris Becker gewann als 16-Jähriger das Tennis-Turnier in Wimbledon. Vermutlich unter etwas geringerer Anteilnahme der Bevölkerung trafen sich einige aktive Tierschützerinnen und Tierschützer im Düsseldorfer Kolpinghaus, um einen neuen, einen revolutionären Verein zu gründen: Den „Bundesverband der Tierbefreier Deutschland e.V.“. Das Revolutionäre bestand darin, dass es einen solchen Verein bis dato nicht gab. So heißt es im Gründungprotokoll, dass der Bundesverband den „Abschied von Opas Tierschutz“ bedeutete. Die Mitglieder wollten sich nicht nur für „Hund und Katz’“ einsetzen wie die zahlreichen bürgerlichen Tierschutzvereine, sondern für alle Tiere. Die meisten entstammten der Bewegung gegen Tierversuche. Neu war, dass die tierbefreier keine „Regulierung von unausweichlichen Tierversuchen“ forderten, sondern die totale Abschaffung aller Tierversuche. Der Verein distanzierte sich nicht von Tierbefreiungen und Sabotageaktionen, mit denen seit einigen Jahren die so genannten „Autonomen Tierschützer“ vor allem gegen die Tierversuchsindustrie, aber auch gegen Massentierhaltungen, Pelzfarmen und bald auch gegen die Jagd mobil machten. Im Gegenteil, der Verein wurde schnell zum Sprachrohr für genau diese Bewegung.

Die Gründung des Bundesverbandes im Januar 1985 war längst überfällig. Allein zwischen dem 4. Mai und dem 16. Juni 1984 wurden in sechs Aktionen 119 Hunde, 30 Katzen, 380 Kleintiere und 200 Chinchillas aus Zuchtanstalten und Kliniken befreit. Tierbefreiungsaktionen häuften sich in Deutschland, jedoch fehlte es an einer geeigneten Organisation, um diese Aktionen auch einer breiten Öffentlichkeit bekannt zu machen und nicht zuletzt auch die Beweggründe zu erklären. Denn von Anfang an mussten die autonomen TierschützerInnen damit leben, von staatlicher Seite, aber auch aus den Reihen des traditionellen Tierschutzes, als Kriminelle und TerroristInnen verschrieen zu werden.

20 Jahre sind seit dem Gründungstreffen in Düsseldorf vergangen. Boris Becker hat längst seinen letzten Ball geschlagen, das Comeback von Modern Talking endete kläglich, sogar die UdSSR existiert schon viele Jahre nicht mehr, aber den Verein der tierbefreier, den gibt es immer noch. Grund genug für uns, einen Rückblick zu wagen, was mit Sicherheit kein leichtes Unterfangen werden sollte, denn fast die komplette Redaktion beschäftigte sich zu jener Zeit noch nicht mit Tierrechten, sondern mit dem kleinen oder großen Einmaleins. Es ist schier unmöglich, über sämtliche Aktivitäten, die in 20 Jahren vom Verein „die tierbefreier“ und seinem Vorgänger, dem „Bundesverband der Tierbefreier“ oder in deren Dunstkreis durchgeführt wurden, zu berichten, weshalb wir uns dazu entschlossen haben, einige Highlights noch einmal aufzurollen, um den jüngeren Leserinnen und Lesern einen Einblick zu gewähren, was vor ihrer Zeit schon alles möglich war und die älteren ein wenig in Erinnerungen schwelgen zu lassen. Wenn wir bei diesen Berichten auch auf Aktionen eingehen, die maßgeblich von anderen Organisationen, zum Beispiel der Veganen Offensive Ruhrgebiet (VOR) oder autonomen TierrechtlerInnen durchgeführt worden sind, dann nicht, weil wir uns diese zu eigen machen wollen, sondern weil diese Aktionen auch die Entwicklung der tierbefreier geprägt haben. In vielen Fällen haben sich die tierbefreier an Aktionen anderer Gruppen beteiligt oder ihre Solidarität erklärt. Letztlich sind auch viele AktivistInnen anderer Organisationen (viele haben sich mittlerweile aufgelöst) Mitglieder bei den tierbefreiern und bis heute im Verein aktiv. Und natürlich wollen wir mit dieser Ausgabe auch den Verein ein wenig als das darstellen, zu dem er sich in 20 Jahren bis heute entwickelt hat.

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