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25.01.2009

"Alle müssen an einen Tisch kommen und gemeinsam Lösungen finden!"

"Alle müssen an einen Tisch kommen und gemeinsam Lösungen finden!"
08.06.2007: Kathrin Henneberger ist seit einer Woche mit dabei bei den Protesten gegen den G8-Gipfel in Heiligendamm. "Die Vereinbahrungen des G8-Gipfel sind eher kleine Beruhigungspillen, die die Kritik betäuben sollen", sagt die Fafo-Öko-Koordinatorin im Interview auf gruene-jugend.de

Kathrin, wenn es dir gelungen wäre, an sämtlichen Sperren vorbei zu kommen und in den Sitzungssaal der Regierungschefs zu gelangen, was hättest du ihnen gesagt?

Kathrin: Vielleicht hätte ich sie gefragt, weshalb sie sich hier selbst einschließen und sie dann eingeladen, mit nach draußen zu kommen, um sich die Forderungen der DemonstrantInnen anzuhören. Vielleicht hätte ich ihnen einfach nur gratuliert, dass sie es perfekt schaffen, die Schönheit und Lebensfreundlichkeit der Erde zu zerstören.

Stell dir vor, du müsstest heute ganz plötzlich Angela Merkel sein. Wie würdest du mit den ganzen DemonstrantInnen umgehen und wie mit deinen Gipfel-Kollegen? Was könntest du an einem Gipfel-Tag noch bewegen?

Ich glaube, als Angela Merkel könnt ich nicht soviel machen. Denn wenn die anderen Staaten nicht mitziehen und so weiter machen wie bisher, kann auch eine deutsche Kanzlerin nicht viel ausrichten. Aber ich würde versuchen, als gutes Beispiel dafür, dass eine andere Welt möglich ist, voran zu gehen: Bewirken, dass Deutschland selbst 80 Prozent der CO2-Emissionen reduziert. Die Entwicklungshilfe aufstocken und vieles mehr. Außerdem würde ich öffentlich den Austritt Deutschlands aus den G8 verkünden, und konkrete Schritte einleiten, dass nicht mehr die G8, sondern alle Menschen der Erde ihr Recht bekommen mitzubestimmen.

Die OrganisatorInnen der Camps konnten noch immer nicht genug Spenden sammeln, um die Auslagen zu decken - anscheinend beteiligen sich zu viele DemonstrantInnen nicht an den Kosten. Wäre das zu Zeiten der 68er auch passiert? Sind vielleicht selbst die linken DemonstrantInnen heute egoistischer als früher?

Egoistischer als die 68er sind wir nicht. Der Mensch an sich ist ein kleiner Egoist, auch die linken DemonsrtrantInnen. Bei den Protesten sind aber auch überwiegend StudentInnen und SchülerInnen. Halt viele junge Menschen, die oft nicht soviel Geld haben und dadurch auch nicht viel spenden können. Leider gibt es aber auch vereinzelnd Leute, die sich durchessen und nicht spenden, obwohl sie es könnten. Die Mehrheit spendet aber, soviel wie sie kann.

Fernsehen und Radio berichten selbst in ihren nüchternen Nachrichtensendungen höchst kritisch über die Ergebnisse des G8-Gipfels - definitiv eine Folge der vielen Proteste. Wie siehst du die Vereinbarungen des Gipfels? Gibt es positive Ansätze oder ist alles Mist?

Die Vereinbahrungen des G8-Gipfel sind eher kleine Beruhigungspillen, die die Kritik betäuben sollen. Seht her, wir machen doch etwas gegen Armut, seht her, wir wollen ja auch Klimaschutz… aber in Wahrheit geben sie immer noch viel zu wenig Geld an die Armen, fördern weiterhin ein ungerechtes Wirtschaftsystem und die Ziele für mehr Klimaschutz sind nicht verbindlich festgelegt. Positiv ist, dass sie anscheinend begriffen haben, dass der Klimawandel eine große Bedrohung darstellt und dass gehandelt werden muss. Negativ ist, dass sie nicht die notwendigen Schritte einleiten.

"Auflösen! Die G8 sind nicht demokratisch!"

Die DemonstrantInnen beschweren sich darüber, dass die Sicherheitsmaßnahmen für den G8-Gipfel dreistellige Millionenbeträge auffressen. Allerdings sind die Kosten nur so hoch, weil eben so viele DemonstrantInnen den Gipfel stören wollen. Müsste man nicht eigentlich bewusst auf Störversuche verzichten, damit nicht noch mehr Steuergelder für diesen Gipfel ausgegeben werden?

Nein! Jeder Mensch hat das recht zu sagen, wenn ihm etwas nicht passt. Sollen wir etwa auf Demokratie verzichten, weil sie soviel kostet? Dann bräuchten wir auch keine Parlamente mehr. Diktaturen ohne Menschenrechte sind doch viel kosteneffizienter. Außerdem: Weshalb verzichten die G8 nicht einfach auf ihren illegitimen Gipfel. Das würde doch weitaus mehr Kosten sparen und die Welt würde ein Stück gerechter werden.Letzte Frage: Wenn die G8 so denken würden wie du. Sollten sie ihr Gremium dann nutzen, um die Welt sozial und ökologisch weiter zu bringen - oder sollten sie sich auflösen?

Auflösen! Die G8 sind nicht demokratisch. Jeder Mensch, jedes Land hat das gleiche Recht sich bei den politischen Entscheidungen, die die ganze Welt betreffen mit einzubringen. Alle Länder müssen an einen Tisch kommen und gemeinsam Lösungen finden.

Fragen: Hans Christian Müller, Webredakteur

Links:

www.gruene-jugend.de/aktuelles/globalisierung/ - G8-Special auf gruene-jugend.de

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