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23.01.2009

Angeln und Fischen: Todeskampf im Wasser

Angeln und Fischen: Todeskampf im Wasser
Stand: Februar 2008


Wenn Fische schreien könnten...


Albert Schweitzer schreibt in seinen Lebenserinnerungen, wie sehr ihn in seiner Kinderseele die sich beim Angeln am Haken windenden Würmer und das Töten der Fische erschüttert haben. Nach zweimaligem Angeln habe er nicht mehr mitgemacht und andere aus Mitgefühl versucht, vom Angeln abzuhalten. (1)
Die Tatsache, dass Menschen bestimmte Fischarten als "Haustiere" betrachten, andere wiederum als "Sport"objekte oder Lebensmittel, ist nur einer der Widersprüche unserer Gesellschaft in Bezug auf Tiere. Inzwischen ist es unumstritten und wissenschaftlich bewiesen, dass Fische Stress und Schmerz empfinden können (2). Aus diesem Grund sollte man Fischen den gleichen Schutz vor Leid angedeihen lassen wie allen anderen Tieren auch. Trotzdem leiden und sterben Millionen Fische alljährlich durch die kommerzielle Fischfangindustrie, werden von Amateuren beim "Sportangeln" oder von Menschen, die "zur Erholung" fischen, getötet. Wenn Fische schreien könnten, würde niemand mehr Fisch essen.


Wissenschaftliche Studien bestätigen: Fische empfinden Schmerz
Fische sind Wirbeltiere, äußern ihre Schmerzen und ihr Leid aber in einer für den Menschen nur schwer verständlichen oder nachzuvollziehenden Art. Aber schon alleine die Tatsache, dass sie beim Fang deutlich nach Luft schnappen und zappeln, zeigt deutlich, dass sie Schmerz empfinden und unter starkem Stress stehen. (3) Es wurde auch wissenschaftlich zweifellos nachgewiesen, dass Fische Schmerzen empfinden und dass ihr Schmerzempfinden dem von anderen Wirbeltieren sehr ähnlich ist. (4)

Der Mund und die Lippen eines Fisches können in gewisser Weise mit Menschenhänden verglichen werden. Fische benutzen sie, um Nahrung zu fangen und aufzunehmen, Nester zu bauen und sogar um ihre Nachkommen bei Gefahr zu verstecken. Dies erfordert ein gut entwickeltes Tastgefühl, das durch die nadelscharfen Widerhaken schwer beschädigt wird.

Auch Fische, die wieder freigelassen wurden, leiden oft unter so starkem physiologischem wie auch psychologischem Stress und dies über einen längeren Zeitraum, so dass sie "oft sterben, obwohl es ihnen zunächst gelang weg zu schwimmen, oder so geschwächt sind, dass sie leicht Opfer anderer Räuber werden." (5) Viele Angler betreiben „Catch and Release“ (Fang und Freilassung) und lassen die gefangenen Fische wieder frei, obwohl dies in Deutschland gesetzlich verboten ist.

Diejenigen, die behaupten, sie würden fischen, weil sie Natur und Wasser lieben, sollten sich klar machen, dass man die Natur auch genießen kann, ohne andere Lebewesen zu töten, z. B. indem man wandert, campt, schwimmt, Kanu fährt, schnorchelt oder taucht. Fischen lehrt in keinster Weise Respekt für wildlebende Tiere, vielmehr führt es zu einer zunehmenden Empfindungslosigkeit gegenüber Tieren und ganz allgemein gegenüber allen Lebewesen.


Kommerzielles Blutbad
Die moderne kommerzielle Fischerei mit ihren kilometerlangen Netzen ist Schuld am Aussterben vieler Fischarten und am Tod von jährlich etwa 100 Millionen Tonnen Fisch im Jahr weltweit, dies sind Milliarden von Individuen. Hinzu kommen 57 Millionen Tonnen Fisch aus der Aquakulturproduktion (6). 279.000 Tonnen Fisch wurden 2006 in Deutschland gegessen, dies entspricht etwa 14 kg pro Kopf und Jahr (7). Der Schaden, der durch das Leerfischen der Ozeane angerichtet wird, ist unermesslich. Die Netze, die im Meer verbleiben, töten auch zahlreiche andere Tiere, darunter auch vom Aussterben bedrohte Spezies. Nach Schätzungen verstricken sich jährlich 100.000 Seehunde, Wale, Tümmler und eine Million Vögel in den Netzen und ertrinken. (8)
Da Delfine oft zusammen mit Thunfischschwärmen anzutreffen sind, ertränkt die Thunfischindustrie jährlich mindestens 20.000 der intelligenten Meeressäuger in ihren Netzen. (9) Neben Meeresschildkröten, die auch noch wegen ihres Fleisches harpuniert werden, werden auch Schalentiere versehentlich durch Tausende von Krabbentrawlern getötet. Seehunde, Otter und Delfine, die sich bei der kommerziellen Fischerei in den Netzen verfangen, werden manchmal auch erschossen. (10)
Außerdem stören die Fischerei und die zunehmende Überfischung das für die Weltmeere lebensnotwendige, natürliche Gleichgewicht. Ein Teil der gefangenen Fische wird zermahlen und an Tiere verfüttert, u. a. auch an in der Aquakultur gezüchtete Fische.


Arsen und Quecksilber in Fisch: gesund für den Menschen ?
Das Essen von Fisch ist für den Menschen nicht ganz ungefährlich. Methylquecksilber kommt vorwiegend in Fischen und Muscheln vor. Sie sind die Hauptquelle für die Aufnahme von Quecksilber über Lebensmittel. (11) Arsen wird in der Nahrungskette beispielsweise in Muscheln, Garnelen, Tintenfischen und Fischen angereichert. Diese Lebensmittel sind die Hauptquelle für die Arsenaufnahme des Menschen. (12) Obgleich Arsen nur ein Halbmetall ist, wird es bei Kontaminanten in der Gruppe der giftigen Schwermetalle häufig aufgeführt. Außerdem können Fische - ebenso wie Schalen- und Krebstiere extrem große Mengen an chemischen Rückständen speichern, darunter auch PCB’s (Polychlorierte Biphenyle), Dioxine und Blei. (13)


Was Sie tun können
Wie Jagd und Stierkampf dient auch das "Sport" Fischen der Unterhaltung auf Kosten unschuldiger Tiere. Die kommerzielle Fischereiindustrie betrachtet die Millionen gefangener Tiere eher als "Rohstoffquelle" und nicht als sensible Individuen, die Angst, Stress und Schmerz empfinden können und in den Netzen zerquetscht werden und qualvoll ersticken, lebend aufgeschnitten und ausgenommen oder gar lebend eingefroren werden. Berücksichtigt man das durch den Fischfang verursachte Leid, die gesundheitlichen Belastungen für die Menschen, die Fisch essen, und den hohen Preis, den das Fischen von allen Meeresbewohnern und der Umwelt fordert, dann macht es Sinn, nicht zu fischen und auch keinen Fisch zu essen.


Quellenangaben

(1) Schweitzer, Albert, “Die Ehrfurcht vor dem Leben - Grundtexte aus fünf Jahrzehnten“, 1966, 75S.
(2) Lynne U. Sneddon, “The evidence for pain in fish: the use of morphine as an analgesic”
Applied Animal Behaviour Science 83 (2003) 153–162
(3) Fox, Michael W., "Do Fish Have Feelings?", The Animals' Agenda, July/August 1987, p. 24.
(4) Lynne U. Sneddon, “T rigeminal somatosensory innervation of the head of a teleost fish
with particular reference to nociception”, Brain Research 972 (2003) 44–52
(5) The New York Times, July 14, 1988.
(6) Angaben des statistischen Bundesamtes in Wiesbaden (2003)
(7) Angaben des statistischen Bundesamtes in Wiesbaden (2006)
(8) "Driftnet Carnage," Howl, Summer 1987.
(9) "Tuna Fishing Threatens Dolphins," Greenpeace Wildlife Series.
(10) "Driftnet Carnage," op.cit.
(11) Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit. „Schwermetalle“, 31.8.2005
(12) Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit. „Schwermetalle“, 31.8.2005
(13) Robbins John, Diet For a New America, p. 331,

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