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09.01.2009

Artenschutzkonferenz: Gemischte Gefühle

Artenschutzkonferenz: Gemischte Gefühle
Artenschützer bedauern Entscheidungen zu Elefanten und Seehecht - Schutz für Seepferdchen und andere "vergessene" Arten durchgesetzt


Die 12. Konferenz des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (WA) in Santiago de Chile geht heute Nachmittag zu Ende. Artenschützer beurteilen die Ergebnisse der oftmals hitzigen Debatten gemischt: "Während wir erstmals eine Unterschutzstellung von Seepferdchen, zahlreichen Schildkröten, Stummelschwanz-Chamäleons und anderen weniger beachteten, aber sehr bedrohten Arten durchsetzen konnten, blieben andere Arten wie Elefanten, Leopard und Seehecht auf der Strecke", bedauert Dr. Sandra Altherr von PRO WILDLIFE. Erhebliche wirtschaftliche Interessen dominierten bei vielen Entscheidungen über die Vernunft und das ökologische Vorsorgeprinzip, so der Vorwurf der Artenschützer.

Gewinner der WA-Konferenz 2002:
- Schwarzmeertümmler: Anhang II*, aber mit zusätzlicher Nullquote, d.h. keine Exporte mehr für Delfinarien
- Walhai und Riesenhai: Im ersten Anlauf scheiterte Listung in Anhang II*, der Antrag wurde jedoch im Plenum aufgegriffen und konnte dort die 2/3-Mehrheit erreichen
- 22 Arten asiatischer Sumpfschildkröten, darunter Dachschildkröten, Großkopf- , Erd- sowie diverse Weichschildkröten: Aufnahme in Anhang II*
- 26 Arten von Stummelschwanz-Chamäleons aus Madagaskar: Aufnahme in Anhang II, eine Art sogar in Anhang I*
- 32 Arten von Seepferdchen: Aufnahme in Anhang II*
drei Papageien: Gelbnacken-, Gelbscheitel-Amazone, Blaukopfara: Hochstufung von Anhang II auf I*
- Flachrückenschildkröte aus Madagaskar: Hochstufung von Anhang II auf I*
- Engmaulfrosch aus Madagaskar: Aufnahme in Anhang II*
- zwei Schmetterlings-Arten aus Sri Lanka und Indien: Aufnahme in Anhang II
- Pflanzen: Mahagoni und Madagaskar-Palmen: Aufnahme in Anhang II*, einige Kakteen und Orchideen auf Anhang I*

Verlierer der WA-Konferenz 2002:
- Elefanten in Afrika und Asien: Freigabe der Exporte von 60 Tonnen gibt Signal an Wilderer und Elfenbeinschmuggler
- Vikunjas in Chile, Argentinien und Bolivien, da einige Bestände von Anhang I auf Anhang II* herabgestuft wurden
- Geckos aus Neuseeland: Anhang II* Listung scheiterte
- Schwarzer Seehecht und Napoleon (begehrte aber hochbedrohte Speisefische): Aufnahme in Anhang II scheiterte*
- Leopard und Markhor (Wildziege): Jagdquoten auf diese gefährdeten Arten in Tansania und Pakistan wurden ohne wissenschaftliche Grundlage verdoppelt

"Gerade für die weniger beachteten Arten konnten wir viel erreichen, doch der Preis ist angesichts der Niederlagen v.a. bezüglich Elfenbein hoch", so die Zusammenfassung der PRO WILDLIFE Sprecherin. "Die Genehmigung des Exportes von 60 Tonnen Elfenbein - unter angeblich scharfen Kontrollen - ist angesichts der deutlichen Zunahme von Elfenbeinschmuggel in Afrika und Asien unverantwortlich." Die WA-Konferenz 2002 hat aus Sicht der Münchner Artenschutzorganisation trotzdem auch positive Weichen gestellt: Der Schutz von Fischen und Tropenholz, bislang vom WA vernachlässigt, wird nun endlich verstärkt diskutiert. Zudem hat die einstimmige Unterstützung aller Anträge zu asiatischen Schildkröten einen erheblichen Beitrag geleistet, das Ausrotten dieser urtümlichen Reptilien im gesamten asiatische Raum aufzuhalten.

* Anhang I = absolutes Handelsverbot; Anhang II = Erfassung und Regulierung des internationalen Handels

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