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23.01.2009

Arzneimitteltests: Nutzloses Tierleid

Arzneimitteltests: Nutzloses Tierleid
Stand: April 2008


Mehr als 200.000 neue Arzneimittel werden alljährlich weltweit vermarktet (1), die meisten von ihnen, nachdem sie auf die altertümlichste und unzuverlässigste Weise "getestet" worden sind, nämlich im Tierversuch. Das derzeitige System der Arzneimitteltests bringt die Verbraucher in eine gefährliche Lage.

Gefährliche Unterschiede
Viele Ärzte und Wissenschaftler sprechen sich zwischenzeitlich ganz offen gegen diese altmodischen Verfahren aus. Sie weisen dabei besonders darauf hin, dass unzuverlässige Tierversuche es nicht nur möglich machen, dass gefährliche Arzneimittel auf den Markt und somit in die Hände der Allgemeinheit gelangen, sondern auch, dass sie eine Vermarktung von möglicherweise effektiven Medikamenten verhindern. So wäre beispielsweise Penicillin nie auf den Markt gekommen, wenn es an Meerschweinchen, einem gängigen "Labortier", getestet worden wäre, denn Penicillin ist für diese Tiere tödlich. Aspirin tötet Katzen, und Morphium - ein Beruhigungsmittel für den Menschen - wirkt stimulierend auf Katzen, Ziegen und Pferde.

Die Reaktionen eines Arzneimittels auf den Menschen können nicht anhand von Versuchen am Tier vorausgesagt werden, da verschiedene Spezies - und auch innerhalb einer Spezies ein Individuum verglichen mit einem anderen - völlig unterschiedlich auf Medikamente reagieren. Das britische Gesundheitsministerium schätzt, dass nur eine von vier toxischen Nebenwirkungen, die bei Tieren auftreten, tatsächlich auch bei Menschen zu verzeichnen sind.

Practolol, ein Medikament gegen Herzerkrankungen, das den Tierversuch "bestanden" hat, lässt den Menschen erblinden und wurde vom Markt genommen.

Arsen, das auf Menschen toxisch wirkt und Krebs erzeugt, hat bei keiner anderen Spezies Krebs erzeugt. Chlomiphene verringert die Fruchtbarkeit bei Tieren, verursacht beim Menschen aber einen Eisprung. Der Entzündungshemmer Phenylbutazon baut sich beim Menschen neunmal schneller ab als beim Rhesusaffen. (2)

Diethylstilbestrol (DES), ein an Tieren getestetes Medikament zur Vermeidung von Fehlgeburten, verursachte Krebs und angeborene Schäden beim Menschen, bevor seine Verwendung untersagt wurde. Viele Arthritismedikamente, die den Tierversuch bestanden haben, mussten vom Markt genommen werden, da sie beim Menschen schwere Nebenwirkungen bis hin zum Tod verursachten. (3, 4)

Experimentatoren, die sich auf Tiere stützen, sind schlechter imstande, Symptome wie Gefühlsschwankungen, Schwindel, Übelkeit und andere wichtige, aber weniger offensichtliche Zustände zu erfassen. Tiere sind nicht in der Lage, dem Experimentator zu sagen, wie sie sich fühlen, eine notwendige Information, um entscheiden zu können, ob ein Arzneimittel für menschliche Patienten geeignet ist.

Das britische Journal Nature berichtet, dass 520 von 800 Chemikalien, also 65 Prozent, die an Ratten und Mäusen getestet wurden, bei diesen Krebs verursachten, nicht jedoch beim Menschen. Derselbe Bericht zeigte außerdem unterschiedliche Ergebnisse zwischen den Ratten und den Mäusen, die für den Test derselben Substanz herangezogen worden waren. (5) Es kostet Unsummen, auch nur eine einzige Substanz an Ratten und Mäusen zu testen. Millionen werden dann noch ausgegeben, um die Verwendung und Beseitigung derjenigen Chemikalien zu regeln, die sich im Tierversuch als gefährlich herausgestellt haben - Chemikalien wie z.B. Saccharin und Cyclamate (Süßstoffe), die tatsächlich aber nur ein geringes oder gar kein Risiko für den Menschen bedeuten. (6)


Ignorierte Ergebnisse
Unvorteilhafte Ergebnisse aus Tierversuchen verhindern noch lange nicht, dass ein Arzneimittel für den Menschen auf den Markt kommt. Aus den Tests haben sich bereits so viele Unterschiede hinsichtlich der Wirkung von Chemikalien bei Tieren und Menschen ergeben, dass die Regierung und auch die Verantwortlichen der Industrie oft schon gar nicht mehr entsprechend den Ergebnissen der Tierversuche handeln. (7) Das Akne-Medikament Accutan wurde vermarktet, obwohl es bei Ratten angeborene Schäden verursachte. Ein winziger Warnhinweis wurde auf dem Arzneimittel angebracht. In diesem Falle spiegelten die Ergebnisse der Tierversuche allerdings wirklich die Reaktion beim Menschen wider, und so kamen Hunderte von Kindern mit angeborenen Defekten auf die Welt, die von Accutan verursacht wurden. (8) Trotzdem ist das Medikament immer noch auf dem Markt.


Unnötige Medikamente
Pharmazeutische Unternehmen sind ein Geschäftszweig, der Profit machen will. Dies wird erzielt, indem man eine große Anzahl von Medikamenten vermarktet, von denen viele reine Kopien bereits erhältlicher Mittel sind. Von den Millionen Medikamenten auf dem Markt, werden von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ganze 200 als wirklich notwendig erachtet. (9)


Sicherheit der Tests
Solange die Pharmaindustrie Jahr für Jahr Tausende neuer Medikamente auf den Markt wirft, muss die Öffentlichkeit auf die Verwendung zuverlässiger Testmethoden ohne Versuche an Tieren drängen, um die Sicherheit dieser Arzneimittel zu gewährleisten. Solche ausgeklügelten, zuverlässigen Testmethoden existieren bereits. Nach Angaben von Dr. Dallas Pratt, "wurden viele Methoden, die entweder tierische oder menschliche Zellen oder Organkulturen sowie Pflanzenmaterial und Mikroorganismen verwenden, vor allem nach den Gesichtspunkten entwickelt, dass sie schnell und kostengünstig sind und zwischen solchen Chemikalien unterscheiden können, die sich durch ein hohes toxisches Risiko bzw. eine relative Unschädlichkeit auszeichnen."(10) Extrem komplexe mathematische Modelle und Computer-Modelle können eingesetzt werden, um die spezifischen Probleme, die bei der Verwendung eines Arzneimittels beim Menschen auftreten können, noch weiter zu definieren.

Trotz der Ungenauigkeiten der Tierversuche und der Tatsache, dass viele gefährliche Medikamente vom Markt genommen werden mussten, obwohl sie Tierversuche ohne Probleme bestanden hatten, sind Tierversuche noch immer gesetzlich vorgeschrieben, bevor ein Medikament vermarktet werden darf.


Was Sie tun können

Heutzutage verfügen wir über umfangreiches Wissen, um viele Erkrankungen des Menschen zu vermeiden, vor allem dadurch, dass wir mit Antibiotika- und Chemikalien belastete Fleisch- und Milchprodukte aus unserer Ernährung eliminieren, Tabakwaren und andere Krebserreger verbannen und gefährliche Pestizide und umweltverschmutzende Stoffe meiden.

Sprechen Sie sich gegen unsinnige und ungenaue Versuche an Tieren aus und drängen Sie stattdessen auf eine auf Menschen basierende Forschung, z.B. auch durch genaue und umfangreiche Patientenbefragungen. Das EU-Parlament und die Bundesregierung müssen dazu angehalten werden, mehr Mittel für Präventivprogramme und eine am Menschen orientierte Forschung zur Verfügung zu stellen.

Zwischenzeitlich sollten Sie versuchen, Medikamente wirklich nur dann zu kaufen und einzunehmen, wenn es unbedingt erforderlich ist, denn halten Sie sich bitte immer vor Augen, dass der Verkauf von Arzneimitteln letztendlich auch ein profitables Geschäft ist. Und falls Sie tatsächlich ein Medikament einnehmen müssen, fragen Sie bitte Ihren Arzt vorher, was klinische Studien über dieses Arzneimittel aussagen, nicht was Tierversuche ergeben haben.



Quellen
(1) Ruesch, Hans, Naked Empress: Or the Great Medical Fraud, 1982.
(2) "Fewer Test Animlas Could Mean Safer Drugs," Economist, Feb. 5, 1983.
(3) "Doctors Get Warning of Drug Hazard," Guardian, Dec. 23, 1985.
(4) "Arthritis Drug Banned," Guardian, Dec. 14, 1983.
(5) "Information Value of the Rodent Bioassay," Nature, Vol. 336, Dec. 15, 1988.
(6) Brinkely, Joel, "Animal Tests as Risk Clues: The Best Data May Fall Short," New York Times, March 23, 1993.
(7) Ibid.
(8) Kolata, Gina, "Anti-Acne Drug Faulted in Birth Defects," New York Times, April 22, 1988, p. A1.
(9) Sharpe, Robert, The Cruel Deception, 1988.
(10) Pratt, Dallas, Alternatives to Pain in Experiments on Animals, 1980.

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