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09.01.2009

Banggai-Kardinalbarsch

Banggai-Kardinalbarsch
Hintergrund
Die Nachfrage des internationalen Heimtiermarktes nach immer neuen exotischen Arten ist ein immenses Artenschutzproblem. Ein klassisches Beispiel ist der Banggai-Kardinalbarsch, der nur in einem kleinen Insel-

Archipel in Indonesien - um die Molukken-Inseln - vorkommt:
Erst 1995 im internationalen Handel aufgetaucht, wurde der einzigartige Fisch umgehend zum "Star" des Aquaristikhandels. Grund für seine Beliebtheit unter Zierfischhaltern ist die hübsche Bänderung sowie sein ungewöhnliches Fortpflanzungsverhalten (Maulbrüter: Männchen brüten die befruchteten Eier zum Schutz vor Fressfeinden im Maul aus). Circa 10 Millionen Banggai-Kardinalbarsche wurden seitdem gehandelt, der Bestand ist inzwischen von der Ausrottung bedroht.

Aquaristik als Hauptbedrohungsfaktor
Sehr kleines Verbreitungsgebiet: nur 5.500 km² im Banggai-Archipel in Indonesien
Populationen leben voneinander isoliert um 27 Inseln
Gesamtbestand wird auf 2,4 Mio. Tiere geschätzt
Niedrige Reproduktionsrate: kleiner Laich (durchschnittlich 18 überlebende Jungfische/Brut), für Fische außergewöhnlich intensive Brutpflege (Brutzeit im Maul 25 Tage), Geschlechtsreife erst mit 10 Monaten bei einer Lebenserwartung von 2 Jahren
Seit 1995 rücksichtsloser Fang: bis 2001 wurden jährlich 600-700.000 Tiere gehandelt, seither sogar 700-900.000 pro Jahr (d.h. binnen 12 Jahren etwa 10 Mio. Tiere)
Hauptabnehmer sind Europa und die USA.
tatsächliche Entnahmeraten vermutlich höher wegen hoher Mortalitätsrate bei Fang (erfolgt teils mit dem Nervengift Natriumcyanid), Transport und im Handel
Zunächst wurden die Tiere nur um die 5 Hauptinseln des Verbreitungsgebietes gefangen, inzwischen nahezu alle Populationen vom Fang für Tierhandel betroffen
Rückgang um bis zu 90% in zwei Fanggebieten gegenüber unbefischten Gebieten, eine lokale Population vor Limo Island ist bereits ausgerottet
Zwar gibt es inzwischen Zuchterfolge, aber Wildfänge weiterhin überwiegend im Handel und deutlich billiger. Aktuelle Preise ca. 15-20 Euro für Wildfang, Mitte der 1990er waren es noch bis zu 100 Euro.



Experten befürchten eine baldige Ausrottung des Banggai- Kardinalbarsches, wenn der Fang nicht reglementiert wird. Nur ein international einheitlicher Schutz durch eine WA Anhang II-Listung kann die weltweite Kontrolle des Handels gewährleisten.

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