Free counter and web stats

09.01.2009

Barbarei auf den Meeren

Barbarei auf den Meeren
Neue Informationen entlarven die Grausamkeit des Walfangs - Antiquierte Waffen verursachen lange Leidenszeit

Auf der derzeit in Berlin stattfindenden Tagung der Internationalen Walfangkommission (IWC) wurden heute Einzelheiten aus dem Walfang verschiedener Länder bekannt, die die unglaubliche Grausamkeit der Jagd auf Wale und Delfine belegen. So starb im vergangenen Jahr in Russland kein einziger der 133 gejagten Grau- und Grönlandwale sofort durch den ersten Harpunenschuss, sondern alle mussten "nachbehandelt" werden. "Bis zu 100 Gewehrkugeln wurden auf die verletzten Wale geschossen, bis endlich der Tod nach bis zu einer Stunde eintrat", berichtet Dr. Sandra Altherr, die für PRO WILDLIFE an der IWC-Tagung teilnimmt. "In Grönland leiden manche Tiere sogar bis zu zwei Stunden, bis sie endlich von ihren Qualen erlöst werden." Auch die Tötungsmethoden der japanischen Walfänger, der dänischen Färöer und der Ureinwohner Alaskas stehen in der Kritik vieler IWC-Teilnehmer.

Ureinwohner in Russland und Alaska (USA) dürfen jährlich eine von der IWC festgelegte Quote an Grau- und Grönlandwalen für den Eigenbedarf ("Subsistenzwalfang") erlegen. Die Methoden dieser Jagd - eine Kombination aus Harpunen und Gewehren - sind teils völlig antiquiert und verlängern das Leiden der Wale erheblich. Besonders schockierend sind die aktuellen Daten aus Russland: Dort werden bis zu 100 Gewehrkugeln auf ein mit der Harpune angeschossenes Tier abgefeuert.

Aus Grönland wurden Fälle bekannt, in denen die Tötung von Finnwalen bis zu 45 Minuten, die von Zwergwalen sogar bis zu 120 Minuten dauerte. "Oft benutzen die Jäger nur einfache Gewehre, mit denen sie wieder und wieder auf die Meeresriesen schießen. Das Ganze ist ein Gemetzel!", kritisiert Altherr. Auch die Jagd auf Belugas (Weißwale) und Narwale in Grönland steht seit langem wegen ihrer Grausamkeit in der internationalen Kritik. Doch die dänische Delegation verweigert auf der IWC-Tagung jegliche Auskunft über die grausame Jagd.

Japan setzt in seinem "Wissenschaftswalfang" nur teils die bestmöglichen Harpunen ein, obwohl es dazu nach IWC-Vorgaben verpflichtet wäre. Auf die hierdurch längere Tötungszeit für Zwergwale angesprochen, verwies der japanische Abgeordnete nur lapidar auf die höheren Kosten der besseren Waffen. Die Zahl der Wale, die angeschossen entkommen und elend zugrunde gehen, taucht in keiner Statistik auf. Auch Informationen zu den Tötungszeiten bei den wesentlich größeren Sei- und Pottwalen, auf die Japan seit einigen Jahren ebenfalls Jagd macht, verweigert das Land. "Es ist zu vermuten, dass der Todeskampf der mächtigen Sei- und Pottwale sehr lange dauert und dass Japan deshalb die Informationen verweigert", so die PRO WILDLIFE Expertin.

Auf den Färöer-Inseln werden noch heute Hunderte Delfine und Kleinwale mit Eisenhaken an die Boote oder auf den Strand gezogen und dort mit kleinen Messern getötet. Ganze Walgruppen werden erlegt, die gesamte Jagd dauert oft Stunden. "Was sich auf den zu Dänemark gehörenden Inseln abspielt, ist für ein zivilisiertes Land völlig inakzeptabel", so die Meeresexpertin von PRO WILDLIFE. Zwar haben die Färöer inzwischen den Eisenhaken modifiziert und planen den Einsatz längerer Messerklingen, doch dies ist nur Makulatur.
Die IWC konnte sich in einem mehrtägigen Workshop im Vorfeld der eigentlichen Tagung nicht auf Kriterien einigen, durch die der Todeszeitpunkt bei Walen eindeutig festzulegen ist. "Somit ist zu befürchten, dass einige der berichteten Todeszeiten weit unterschätzt und einige der Wale sogar lebendig zerlegt werden", so die PRO WILDLIFE Sprecherin abschließend.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen




Shop Kontakt Newsletter Linkliste Tierfreunde Nord Forum/Community -Tierheim ! Literatur-Tipps Himmlisch-gut.de Tiertafel Global 2000: Die Gebirge Europas + Das Mittelmeerbecken + Die Seen des grossen afrikanischen Grabenbruchs + Die Akaziensavanne Ostafrikas + Das Kongobecken + Die Kappellen + Die Wälder Madagaskars + Die Regenwälder der Malediven, Lakkadiven und Chagos-Inseln + Die Savannen und Grasländer des Terai-Duar + Die Wälder der Sundarbans + Die Sumpfwälder Borneos + Die Daurische Steppe + Die Sibirische Taiga + Das Bering-Meer + Die Wüste im Nordwesten Australiens + Das Great Barrier Reef + Die Wälder Neukaledoniens + Die Wälder der Haweii-Inseln + Die Osterinseln + Die Galapagos-Inseln + Die Prärien Nordamerikas + Die Chihuahua-Wüste + Die grossen Antillen: Kuba + Die Los-Llanos-Savanne in Kolumbien und Venezuela + Das Amazunasbecken + Die Patagonische Steppe + Die antarktische Halbinsel und das Wedell-Meer