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14.01.2009

Bedrohte Tiere zum Abschuss frei!

Bedrohte Tiere zum Abschuss frei!
Messe "Jagen und Fischen" wirbt für Trophäenjagd auf geschützte Arten


Vom 5. bis 9. April findet in München die Messe "Jagen und Fischen" statt. PRO WILDLIFE kritisiert, dass auf der Messe Reiseveranstalter gleich reihenweise zum Töten bedrohter Tierarten aufrufen - "all inclusive" und sogar mit Abschussgarantie. Die Münchner Artenschutzorganisation betont, dass auf der nur wenige Tage später beginnenden Konferenz des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (WA) (10.-20.4. in Nairobi) Schutzbestimmungen für das Urial-Steppenschaf und den Großen Weißen Hai diskutiert werden - beliebte Trophäen von Jägern und Anglern. "Es ist ein Skandal, dass Bundeslandwirtschaftsminister Funke Jagen und Fischen in einem Grußwort zur Messe als "im Einklang mit dem Arten- und Tierschutz bezeichnet.", so Pro-Wildlife-Expertin Daniela Freyer.

Zahlreiche hochbedrohte Tierarten - darunter Eisbären, Nashörner, Wildschafe, Leoparden, Nilkrokodile oder Weiße Haie - stehen im Visier von Auslandsjägern und Sportanglern. Die Trophäenjagd ist ein profitables Geschäft - undje seltener ein Tier, desto teurer ist der Abschuss:

Leopard (Simbabwe): 15.200 DM
"Frühjahrsbraunbär" (Alaska): 17.000 DM�
Eisbär (Alaska): 35.000 DM
Karaganda-Argali (Wildschaf, Kasachstan): 37.800 DM
Marco Polo-Wildschaf (Kirgisien): ab 40.000 DM

Während Jagdreiseveranstalter in München skrupellos solche Pauschalreisen anbieten, sollen auf der kommenden WA-Konferenz durch Jäger und Angler bedrohte Tierarten unter Schutz gestellt werden. So beantragt Deutschland den höchsten Schutzstatus für das asiatische Urialschaf, für dessen Erlegung Jäger über 30.000 DM bezahlen. "In manchen Urialbeständen leben nur noch wenige Tiere. Der gezielte Abschuss gerade der kapitalsten und gesündesten "Trophäenträger" ist deshalb unverantwortlich" so Diplom-Biologin Daniela Freyer von PRO WILDLIFE. "Die Trophäenjagd steht im krassen Gegensatz zu den Selektionsmechanismen der Natur, die kranke und schwache Tiere tötet. Diese widernatürliche Auslese kann fatale Auswirkungen für das Überleben einer Art haben." Es ist fahrlässig, wenn Bundeslandwirtschaftminister Funke die Werbetrommel für dieses rücksichtslose Geschäft rührt, während das Bundesumweltministerium wenige Tage später für den Schutz bejagter Arten eintritt", kritisiert Freyer.

Auch der imposante Weiße Hai, der u.a. durch Sportangler bedroht ist, soll zukünftig geschützt werden. Ein weiteres Thema, das die WA-Konferenzteilnehmer beschäftigen wird, sind die negativen Auswirkungen des Schießtourismus auf den sanften Tourismus: Länder wie Kenia, die einen Großteil ihrer Einnahmen aus Fotosafaris beziehen, befürchten durch das schlechte Image der Trophäenjagd auf Elefant, Löwe und Co. finanzielle Einbußen.

Was nach den vielgerühmten Grundsätzen "Deutscher Waidgerechtigkeit" hierzulande verpönt ist, ist im Ausland an der Tagesordnung: z.B. die Jagd mit Pfeil und Bogen, Jagd in kleinen Gattern, Jagd vom Auto oder sogar Hubschrauber aus, an Wasserlöchern oder nachts unter Verwendung starker Scheinwerfer. Erfüllt ein erlegtes Tier das gewünschte "Trophäenmaß" nicht, wird es liegengelassen und ein größeres erlegt.

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