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14.01.2009

Bessere Zukunft für viele bedrohte Arten

Bessere Zukunft für viele bedrohte Arten
Schutz für Haie, Tropenholz, Wale, Delfine und Vögel durchgesetzt - Artenschützer bedauern Entscheidungen zu Nashörner und Löwen, Rückschlag für Elefanten

Die heute in Bangkok zu Ende gegangene 13. Konferenz des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (WA) hat vielen bedrohten Tieren besseren Schutz gebracht: "Es gab eine deutliche Absage an den Handel mit Walfleisch. Die großen Gewinner sind außerdem der Weiße Hai, das Tropenholz Ramin, Papageien und Reptilien", freut sich PRO WILDLIFE Expertin Daniela Freyer, die sich auf der Konferenz direkt für diese Arten einsetzte. Entsprechend positiv ist die Gesamtbilanz von PRO WILDLIFE. Bei der aktuellen Konferenz hatte oftmals die ökologische Vernunft über den Profit gesiegt. Auch eine weitere Freigabe des Handels mit Elfenbeinstoßzähnen konnte verhindert werden. Allerdings kritisieren die Artenschützer die kontraproduktive Entscheidung, den Handel mit Elfenbeinschnitzereien für Touristensouvenirs zu genehmigen. "Die EU hat diese Entscheidung in letzter Minute ermöglicht und damit eine besonders üble Rolle gespielt. Die Sorgen vieler afrikanischer Länder um ihre Elefanten wurden schlichtweg ignoriert", so Freyer. Weitere Wermutstropfen für die Artenschützer: "Die Afrikanischen Löwen hätten dringend einen höheren Schutzstatus gebraucht. Und die Freigabe von Jagdquoten für vom Aussterben bedrohte Nashörner ist schlichtweg ein Skandal", so die PRO WILDLIFE Sprecherin.



Gewinner der Artenschutz-Konferenz 2004 sind u.a.:
- Weißer Hai: Aufnahme in Anhang II* und damit Kontrolle und Beschränkung des Handels (z.B. Souvenirs, "Trophäen")
- Ramin (Tropenholz): Aufnahme in Anhang II*, damit auch besserer Schutz für Lebensräume von Orang-Utans
- Zwergwale: Verbleib aller Populationen auf Anhang I*, d.h. das Handelsverbot bleibt bestehen
- Irawadi-Delfin: Strengster Schutzstatus des WA, d.h. keine kommerziellen Exporte für Delfinarien erlaubt
- Papageien: Gelbwangenkakadu und Blaukappenamazone: Strengster Schutzstatus und damit Handelsverbot
- Spinnenschildkröte aus Madagaskar: Strengster Schutz dieser durch den Heimtierhandel bedrohten Art
- Blattschwanzgeckos (11 Arten) aus Madagaskar: Aufnahme in Anhang II* und damit Handelkontrolle
- Asiatische Sumpfschildkröten (fünf Arten): Handelskontrolle durch Aufnahme in Anhang II*



"Alles in allem ist unser Fazit der diesjährigen Konferenz positiv. Bei vielen durch den Tierhandel bedrohten Fischen, Vögeln und Reptilien erreichten wir mehr, als wir zu hoffen wagten. Gerade bei sehr lukrativen Arten wie dem Weißen Hai oder dem Tropenholz Ramin ist der wirtschaftliche Druck enorm", resümiert die PRO WILDLIFE Sprecherin. Erfreulich ist das Ergebnis auch für die zahlreichen wenig bekannten, aber hochbedrohten Arten wie Geckos und Schildkröten aus Madagaskar sowie zwei Papageienarten. "Der Handel muss endlich lernen, dass die Natur kein Selbstbedienungsladen ist", so Freyer abschließend.

* Anhang I = absolutes Handelsverbot; Anhang II = Erfassung und Regulierung des internationalen Handels

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