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09.01.2009

Bilanz zur IWC: Gemischte Gefühle

Bilanz zur IWC: Gemischte Gefühle
Walfangländer blockieren Schutzmaßnahmen - Moratorium auch dank deutscher Delegation erhalten


Heute ging in London die 53. Jahrestagung der Internationalen Walfangkommission (IWC) zu Ende. PRO WILDLIFE-Expertin Dr. Sandra Altherr zieht eine zwiespältige Bilanz: "Besonders erfreulich ist für uns, dass Ministerin Künast eine deutliche Wende der deutschen Position innerhalb der IWC eingeleitet hat. Deutschland gehört nun wieder zu den engagiertesten IWC-Mitgliedern und wird Gastgeber der übernächsten IWC-Tagung in 2003 sein. Erfreulich war auch eine Resolution gegen die Massaker an Tausenden von Dall's Schweinswalen vor Japans Küsten und die vorläufige Aufrechterhaltung des Walfangverbotes." Enttäuscht zeigte sich die Artenschützerin vor allem über das Scheitern zweier Walschutzgebiete sowie über das ignorante Verhalten Norwegens und Islands. Beide machten während der vergangenen Tage immer wieder deutlich, wie wenig ihnen an demokratischen Beschlüssen der internationalen Gemeinschaft liegt. Trotz einer erfolgreichen Resolution Deutschlands gegen geplante Walfleischexporte hält sich Norwegen weiterhin diese Option offen, da es durch seinen Vorbehalt formaljuristisch nicht an das weltweite Handelsverbot mit Walprodukten gebunden ist.

Aus Sicht der Münchner Artenschutzorganisation hat die IWC-Tagung teils erfreuliche, teils erschreckende Informationen zutage gebracht:

- Die Bestandsschätzungen für Zwergwale sowohl im Nordatlantik als auch auf der Südhalbkugel sind möglicherweise viel zu hoch gegriffen. "Dies zeigt wieder einmal, dass die sog. Nachhaltige Nutzung von Walen kaum zu realisieren ist", kritisiert Biologin Altherr: "Zu den großen Unsicherheiten bei der Zählung von Wildtieren kommen die noch überhaupt nicht vorhersehbaren Folgen der Meeresverschmutzung und Klimaveränderung auf Fruchtbarkeit und Vitalität der Meeresriesen."

- Japans Abschlachten von jährlich 20.000 Kleinwalen und Delfinen geht trotz weltweiter Proteste weiter. Wissenschaftler beobachten darüber hinaus, dass zunehmend weibliche Tiere mit ihren Kälbern getötet werden. "Eine Resolution, die Japan zum sofortigen Stopp der Jagd auf Dall's Schweinswale (die am häufigsten getötete Art) auffordert, wurde gestern mit großer Mehrheit verabschiedet. Doch Japan hat bereits angekündigt, dass es diese Aufforderung ignorieren wird", berichtet PRO WILDLIFE aus London.

- Die Grausamkeit des Walfangs wurde während der Tagung erneut deutlich: Nur 1/3 der von Japan gejagten Zwergwale ist sofort tot. Verletzte Tiere werden mit Gewehren oder einem zweiten Harpunenschuss "nachbehandelt". Die PRO WILDLIFE Expertin betont: "Wie lange die ungleich größeren 50 Brydeswale und 10 Pottwale zu leiden hatten, die im letzten Winter erstmals getötet wurden, darüber verweigert Japan die Auskunft." Durchschnittlich 19 Minuten leidet ein Zwergwal, wenn er von grönländischen Eskimos bejagt wird - bei Finnwalen dauert es sogar 28 Minuten. Unter einer Quote zur Selbstversorgung indigener Völker dürfen die Grönländer jährlich 202 Zwergwale und 19 Finnwale töten.

- Japans Stimmenkauf geht ungebremst weiter: Neben den sechs karibischen Inselstaaten, die seit mehreren Jahren dank großzügiger Entwicklungshilfe aus Tokio bei Artenschutzabkommen im Sinne Japans stimmen, wird diese Scheckbuchpolitik derzeit verstärkt in Afrika ausgebaut. Innerhalb der IWC hat Japan genug Stimmen zusammen, um weitreichende Änderungen, wie z.B. die Einrichtung von Schutzgebieten, für die eine 3/4-Mehrheit erforderlich wäre, zu blockieren. Auch wichtige Kontrollmaßnahmen und andere Auflagen, die Voraussetzung für ein zukünftig geplantes Bewirtschaftungsverfahren für Wale wären, werden von Japan und seinen Helfershelfern verhindert.

Die nächste IWC-Tagung findet im Frühjahr 2002 ausgerechnet in Japan statt. Artenschützer befürchten, dass dies Auswirkungen auf die kommenden Abstimmungsergebnisse haben wird. "Umso mehr begrüßen wir, dass Deutschland im darauffolgenden Jahr Gastgeber für diese wichtige Artenschutzkonferenz sein wird", so Altherr abschließend.

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