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10.01.2009

Blutiges Comeback: Island will 500 Wale töten

Blutiges Comeback: Island will 500 Wale töten
Geheime Pläne für Wissenschaftswalfang belegen Befürchtungen von Artenschützern - Beginn der Waljagd schon im Sommer 2003 möglich

Island hat bei der Internationalen Walfangkommission (IWC) einen noch unter Verschluss gehaltenen Antrag für die Jagd auf mindestens 500 Wale eingereicht. PRO WILDLIFE vorliegende interne Informationen belegen, dass jährlich 100 Finnwale, 50 Seiwale und 100 Zwergwale getötet werden sollen - und zwar unter dem Deckmantel der "Wissenschaft". Hiermit will Island ein Schlupfloch des weltweiten IWC-Walfangverbotes nutzen. Das Programm soll mindestens zwei Jahre dauern und könnte bereits nach der nächsten IWC-Tagung im Juni 2003 in Berlin beginnen. Bereits in den 80er Jahren tötete Island in einem stark kritisierten "Wissenschaftsprogramm" 362 Finn- und Seiwale. Die letzten Wale jagte Island 1989. Das Fleisch der Tiere wurde damals größtenteils nach Japan exportiert.

Island trat 1992 wütend aus der IWC aus, als die eigenen Walfanginteressen zunehmend beschnitten wurden. Doch alle Versuche, außerhalb der IWC eine Legitimation für die Wiederaufnahme des Walfangs zu finden, scheiterten. Island beantragte deshalb 2001 die Wiederaufnahme in die IWC - allerdings mit einem formaljuristischen Widerspruch gegen das seit 1986 geltende kommerzielle Walfangverbot. Die Mitgliedschaft wurde zunächst abgelehnt, jedoch in einem umstrittenen Verfahren - Island durfte selbst über seine Mitgliedschaft mit abstimmen - im Oktober 2002 akzeptiert. Voraussetzung hierfür war die Zusage Island, mit dem kommerziellen Walfang nicht vor 2006 beginnen zu wollen.

Die Formulierung Islands für seine Beitrittserklärung ließ bereits im Herbst die Alarmglocken bei Artenschützern klingeln: "Island schloss bis 2006 lediglich den ohnehin verbotenen kommerziellen Walfang aus. Für den sogenannten "Wissenschaftswalfang", für den die IWC Ausnahmen unter bestimmten Voraussetzungen zulässt, hielt sich das nordische Land von Anfang an die Option offen. Nun zeigen sich unsere Befürchtungen bestätigt", berichtet Dr. Sandra Altherr, Walfangexpertin von PRO WILDLIFE.

Island will in seinem beantragten Programm für Wissenschaftswalfang offiziell untersuchen, welche Folgen die Reduzierung der Walbestände auf die Erträge der kommerziellen Fischerei hat. "Islands Versuche, die Wale für die Überfischung der Meere verantwortlich zu machen, sind lächerlich. Für die Überfischung der Meere sind einzig und allein die hochtechnisierten Fangflotten verantwortlich, die selbst Jungfischen den Garaus machen", betont Biologin Altherr.

Islands Wirtschaft ist stark vom Fischexport abhängig, der v.a. in die EU-Länder und hier großteils nach Deutschland geht. Beginnt Island tatsächlich wieder mit der Jagd auf Wale, muss es mit internationalen Boykottaufrufen wie in den 80er Jahren rechnen. Island kann bereits heute mehr Geld durch sogenanntes "whale watching" verdienen, als durch den Wiedereinstieg in den Walfang. Doch der Waltourismus würde von der Wiederaufnahme des Walfangs direkt beeinträchtigt.

Für Island lohnt sich der Walfang nur, wenn es das Fleisch der Tiere nach Japan exportieren kann. "Doch in Japan warnen inzwischen Verbraucherschutzverbände vor Walfleisch aus dem Nordatlantik, da dieses stark mit Dioxin, Schwermetallen und anderen toxischen Chemikalien belastet ist," erläutert die PRO WILDLIFE Sprecherin. Finnwale sind mit bis zu 26 Metern Körperlänge die zweitgrößte Walart nach dem Blauwal.

Vom 16. bis 19. Juni findet die nächste Jahrestagung der IWC statt - in diesem Jahr erstmals in Deutschland, nämlich in Berlin. Hierbei steht auch die Zukunft des Walfangverbotes zur Diskussion. In den letzten Jahren verschob sich das Mitgliederverhältnis innerhalb der IWC stark zugunsten der Walfangländer, die inzwischen immer dreister internationale Schutzabkommen ignorieren. Die IWC zählt derzeit 51 Mitgliedsstaaten.

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