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09.01.2009

Bärengalle

Bärengalle
Bärengalle ist der Gallensaft der Bären und wird seit dreitausend Jahren in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) zur Behandlung von Augen- und Leberbeschwerden verwendet.

Wirkstoff
Der Wirkstoff der Bärengalle ist die Ursodesoxycholsäure (UDCA), die, synthetisch hergestellt, auch in der westlichen evidenzbasierten Medizin zur Auflösung von kleinen Gallensteinen und zur Behandlung einer Reihe von Lebererkrankungen eingesetzt wird.

Herstellung
Bärengalle wird in China und anderen ost- und südostasiatischen Staaten vorwiegend durch das "Melken" von, auf Farmen gehaltenen Bären, über einen chirurgisch implantierten Kunststoff- oder Stahlkatheder gewonnen. Das bear farming wurde in den 1980ern von China aus Südkorea übernommen, um die Jagd nach wild lebenden Bären einzudämmen. Ein Bär kann jährlich etwa zwei Kilogramm getrocknete Bärengalle geben, wobei der Gallensaft zwei mal täglich abgezapft wird. Insgesamt produzieren die Bärenfarmen jährlich etwa 7.000 Kilogramm Bärengalle.

Verwendung
In der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) wird Bärengalle für Folgendes eingesetzt und auch durch die staatlich-amtliche Arzneibuch Chinas Bärengalle empfohlen:

"beseitigt Hitze in der Leber"
"schafft Erleichterung bei Krämpfen und krampfartigen Anfällen"
"verbessert die Sehschärfe"
"entfernt Hitze und giftige Stoffe"
28 Arten von in China patentierten Medikamenten enthalten Bärengalle. Auch die getrockneten Gallenblasen von erlegten, wild lebenden oder verendeten, auf den Farmen gehaltenen Bären werden in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) verwendet.

Neben den TCM-Arzneien wird Bärengalle auch u.a. in Shampoos, Gesichtscreme, Halsbonbons oder Zahnpasta angeboten.

Preise
Die Nachfrage nach Bärengalle ist hoch und steigt weiterhin. Laut Animals Asia Foundation (AAF) kostet in China ein Kilogramm Bärengalle 350 Euro, eine ganze Gallenblase in Südkorea 7.500 Euro.

Nicht zuletzt steigt die Nachfrage nach Bärengalle auch durch den TCM Boom in Europa. Obwohl der Handel mit Bärenprodukten nach dem Washingtoner Artenschutz-Übereinkommen streng verboten ist und die meisten westlichen TCM-Anwender Bärenprodukte ablehnen, zeigte eine Untersuchung, dass in westlichen Ländern bis zu 75 Prozent der TCM-Medikamente Bärengalle enthalten. Um den Handel mit Bärenprodukten zu unterbinden, wurde ein Schnelltest zum Nachweis von Bären-Proteinen entwickelt.

Bärengalle und Tierschutz
Die Haltung von Bären zur Gewinnung von Bärengalle wird von asiatischen und westlichen Tierschutzorganisationen scharf verurteilt. Die Bären werden auf den Farmen im Allgemeinen in winzigen Käfigen gehalten, wo ihnen laut AAI ohne jede Schmerzstillung mit primitivsten Mittel immer wieder die Bauchdecke durchstoßen wird, so dass die Galle direkt abfließen kann.

Im Zusammenhang mit den 2008 in China stattfindenden Olympischen Spielen wurde die chinesische Regierung in einer überparteilichen Erklärung des Europäischen Parlaments aufgefordert, die grausame Praxis der Gallebärenfarmen zu beenden.

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