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10.01.2009

Brut- und Setzzeit - warum die Hunde an die Leine müssen

Brut- und Setzzeit - warum die Hunde an die Leine müssen
Der Gesetzgeber hat zum Schutz der Wildtiere eingeführt, dass in der Zeit vom 01.04. - 15.07. (der so genannten allgemeinen Brut-, Setz- und Aufzuchtszeit) in der freien Landschaft jede Person verpflichtet ist, dafür zu sorgen, dass ihrer Aufsicht unterstehende Hunde an der Leine geführt werden. Ausnahmen gelten nur für die rechtmäßige Jagdausübung, den Rettungseinsatz, die Landespolizei, die Bundespolizei und den Zoll. Wer trotzdem seinen Hund in dieser Zeit frei laufen lässt, kann mündlich verwarnt, bei Uneinsichtigkeit aber auch zu einem Verwarngeld in Höhe von 10 � "verdonnert" werden. Diese Regelung soll keine Schikane für Hundehalter sein, sondern hat durchaus ihren Sinn: Ganz besonders in der Brut- und Setzzeit können Hunde im Wald zu einer tödlichen Bedrohung fürs Jungwild werden. Die strikte Anleinpflicht soll wildlebende Tiere in der Brutzeit vor Gefährdungen und Störungen schützen. Leider ist immer wieder zu beobachten, dass sich Hundehalter, teils aus Unkenntnis, teils aus Sorglosigkeit, nicht an diese Bestimmung halten. Es sei darauf hingewiesen, dass auch Hunde, die nicht wildern, freilaufend eine Störung der zu schützenden Waldtiere darstellen.

Hunde als Gefahr für Wildtiere
"Trächtiges Reh von wildernden Hunden gerissen"; "Hund hetzt Rehe über Straße und verursacht schweren Verkehrsunfall" - solche Meldungen sind in diesen Wochen zu lesen. Wenn die Hunde angeleint sind, können solche Vorfälle vermieden werden. Vor allem hochträchtige Rehe, die in ihrer Bewegungsfreiheit und Fluchtmöglichkeit stark eingeschränkt sind, fallen im Frühjahr mitsamt ihren ungeborenen Kitzen den Hundebissen zum Opfer. So mancher Hund, der ansonsten aufs Wort gehorcht, wird überraschend unberechenbar, wenn er eine frische Fährte aufgenommen hat. Dies kann gerade während der Brut- und Setzzeit fatale Folgen haben. Häufig argumentieren die Halter, ihre Hunde seien friedlich. Dabei verkennen sie aber, dass es für aufgestöberte Jungtiere wie z. B. Rehkitze oft schon tödlich ist, wenn sie vom Hund aufgescheucht werden und dabei wegen einer kleinen Berührung auch nur teilweise dessen Geruch annehmen. Das Elterntier nimmt bereits die kleinste Veränderung der Witterung wahr und lässt dann seinen Nachwuchs unversorgt - dessen qualvolles Zugrundegehen ist die grausame Folge. Streunende Hunde vertreiben auch Bodenbrüter wie Rebhuhn, Lerche, Kiebitz, Wildente und Wachtel von ihren Nestern. Deren Eier und Junge werden dann ein leichtes Opfer von Krähen und Elstern oder kühlen aus. Die Hundehalter selbst können diesen Vorgang meistens überhaupt nicht wahrnehmen, wenn sich das Geschehen im dichten Gras oder Unterholz abspielt. Auch kleine Hasen werden häufig von im Wald herumtollenden Hunden "apportiert". Ist der angebrachte Junghase nach dem Hundekontakt unverletzt, sollte er möglichst dort wieder abgesetzt werden, wo es aufgefunden wurde. Nur, wenn die Mutter das Junge nicht mehr annimmt, ist ein Eingreifen gerechtfertigt und erforderlich. Hierbei ist zu beachten, dass Hasen dem Jagdrecht unterliegen. Daher muss unbedingt der örtlich zuständige Jäger informiert werden. Ist die Adresse nicht bekannt, kann die Gemeinde oder die Polizei behilflich sein.

Was kann man denn tun ?
Was tun, damit die Hunde trotzdem noch zu ihrem Auslauf kommen - und nicht ein Vierteljahr lang Langeweile haben? Es gibt in einigen Gebieten Freilaufflächen, auf denen auch in der Brut- und Setzzeit das Laufen ohne Leine erlaubt ist. Wenn man in der Nähe einer solchen Fläche wohnt, kann man seinen Spaziergang hierhin verlegen und vielleicht gleich noch Kontakte zu anderen Hundebesitzern knüpfen, die Hunde miteinander toben lassen und dafür dann vielleicht einen längeren Anfahrtsweg in Kauf nehmen. Alternativ kann man zum Beispiel mit dem Hund Fahrradtouren an langer Leine unternehmen, um dem Tier den notwendigen Auslauf zu bieten? Viele Hundeschulen haben ein großes, eingezäuntes Gelände zur Verfügung, auf dem Hunde mit Artgenossen spielen können, z. B. für Junghunde im Rahmen einer Welpenspielstunde, aber oft auch für ausgewachsene Hunde. Besonders viel Freude macht man den meisten Hunden, wenn man sich mit anderen Hundebesitzern zum gemeinsamen Spaziergang verabredet - dann genügt auch eine kleinere Fläche, weil die Tiere miteinander toben können!

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