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12.01.2009

Countdown für bedrohte Arten

Countdown für bedrohte Arten
Elefanten, Haie, Löwen, Papageien, Tropenholz: Der Schutz zahlreicher gefährdeter Tiere und Pflanzen steht zur Diskussion

Vom 2. bis 14. Oktober findet in Bangkok, Thailand, die Konferenz des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (WA) statt, die über den internationalen Handel mit zahlreichen bedrohten Tier- und Pflanzenarten entscheidet. Bereits im Vorfeld des Treffens werden die insgesamt 50 Anträge heftig diskutiert, über die die 166 Mitgliedsstaaten des WA abstimmen sollen. PRO WILDLIFE, seit Jahren aktiver Mitgestalter beim WA, hat eine Übersicht der wichtigsten Anträge erstellt und sie aus Artenschutzsicht bewertet. Zur Diskussion stehen neben den 'Klassikern' Wale und Elefanten u.a. der Weiße Hai, der Afrikanische Löwe und Nashörner. "Wir erhoffen uns zudem mehr Schutz für Papageien, Schildkröten und Geckos, deren Überleben durch den Exotenhandel gefährdet ist. Auch setzen wir uns für Arten ein, die durch die Rodung der Urwälder bedroht sind wie das süd-ostasiatische Tropenholz Ramin", so Daniela Freyer, Sprecherin von PRO WILDLIFE.

Wie auf vergangenen Artenschutzkonferenzen gibt es einen Antrag Japans, den höchsten Schutzstatus für den Zwergwal aufzuheben. Südafrikanische Staaten versuchen erneut, den Handel mit Elfenbein und anderen Elefantenprodukten sukzessive durchzusetzen. Doch die Artenschutzkonferenz* wird auch über das Schicksal vieler weiterer Tiere und Pflanzen entscheiden, für die dringend internationale Schutzmaßnahmen erforderlich sind, z.B.:

GELBWANGENKAKADU: Die Art ist akut vom Aussterben bedroht. Zigtausende der schönen Vögel endeten bisher im Heimtierhandel. Noch immer werden sie in Indonesien illegal gefangen und z.T. über andere Länder als angebliche Nachzuchten in alle Welt verkauft. Indonesien fordert nun ein Handelsverbot.

RAMIN: Holzprodukte vom Bilderrahmen bis zum Sperrholz werden aus dem Tropenbaum Ramin hergestellt, der v.a. in Indonesien und Malaysia vorkommt. Seit Indonesien den Export des Tropenholzes verboten hat, wird es in großen Mengen nach Malaysia geschmuggelt und von dort "legal" exportiert. Ramin wächst auch in den letzten Rückzugsgebieten der Orang-Utans, die massive Abholzung zerstört die Lebensgrundlage der vom Aussterben bedrohten Menschenaffen. Indonesien will eine erstmalige internationale Kontrolle des Handels mit Ramin durchsetzen, um den Schmuggel einzudämmen.

SPINNENSCHILDKRÖTE und BLATTSCHWANZGECKOS: Diese nur auf Madagaskar lebenden Arten sind als exotische Heimtiere hochbegehrt. Sammler zahlen für eine Spinnenschildkröte bis zu 600 US$. Blattschwanzgeckos werden derzeit zu Tausenden exportiert. Um die fortschreitende Plünderung der Bestände zu stoppen, beantragt Madagaskar ein Handelsverbot für Spinnenschildkröten und Handelsbeschränkungen für alle Blattschwanzgeckos.

AFRIKANISCHER LÖWE: Weniger als 10.000 erwachsene Tiere der ehemals auf dem gesamten Kontinent verbreiteten Art gibt es noch. Doch Wilderer und Trophäenjäger, die für den legalen Abschuss 4.500 US$ bezahlen, dezimieren die Bestände weiterhin. Krankheiten und Lebensraumzerstörung sind weitere Gefahren für den "König der Tiere". Kenia beantragt den höchsten Schutz, um die Jagd einzudämmen.

WEIßER HAI: Der imposante Jäger ist längst zum Gejagten geworden: Fischerei und Trophäenangler dezimieren die Bestände. Haifischflossen, Zähne und Kiefer (z.B. als Trophäen und Souvenir) werden international gehandelt. Australien fordert nun einen Handelsstopp für die bedrohte Art.

Zur Diskussion stehen außerdem z.B. weitere Papageienarten, Irawadi-Flussdelfin, Nashörner, Rotluchs, Weißkopfseeadler, Krokodile, asiatische Sumpfschildkröten, Napoleonsfisch, Meerdattel (europäische Muschel), Adler- oder Agarholz (Verwendung z.B. in Räucherstäbchen) sowie Hoodia (Pflanze, Verwendung als Appetithemmer).

"PRO WILDLIFE wird sich bei der Artenschutzkonferenz für einen konsequenten Schutz bedrohter Tiere und Pflanzen einsetzen", so Daniela Freyer, WA-Expertin von PRO WILDLIFE. "Viel zu oft gab es in der Vergangenheit unseriöse Absprachen zwischen Walfängern und Elfenbeinhändlern, Tropenholz-, Tierhandel und Fischereiindustrie, um internationale Schutzbemühungen zu unterminieren."

* Alle zwei Jahre tagen die Mitgliedsstaaten des WA, um über internationale Schutzkategorien für Arten zu entscheiden. Anhang I enthält Arten, für die ein absolutes kommerzielles Handelsverbot besteht, für Arten in Anhang II wird der internationale Handel eingeschränkt.

Eine detaillierte Pressemappe zur Artenschutzkonferenz schicken wir Ihnen gerne zu!
Fotomaterial vorhanden, Zusendung eines Belegexemplars erbeten!

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