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10.01.2009

Damoklesschwert Elfenbeinhandel

Damoklesschwert Elfenbeinhandel

Namibia will regelmäßigen Handel mit Elfenbein durchsetzen - PRO WILDLIFE: "Tausende Elefanten bereits jetzt Opfer der Wilderei"
Jährlich 2.000 kg Rohelfenbein will Namibia zukünftig verkaufen, dazu unbegrenzte Mengen von Elfenbeinschnitzereien. Über diesen Antrag wird die in zwei Wochen beginnende Konferenz des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (WA*, 2. - 14. Oktober 2004, Bangkok) abstimmen. "Der Vorstoß, einen regulären Elfenbeinhandel erstmals seit dem Moratorium von 1989 wieder zu etablieren, muss unbedingt verhindert werden, denn ein solcher Handel lässt sich nicht kontrollieren", warnt Daniela Freyer, Biologin bei der Artenschutzorganisation PRO WILDLIFE. Bereits seit 1997 unterminieren wenige südafrikanische Länder das Handelsverbot Schritt für Schritt, doch nun könnte zum ersten Mal eine regelmäßige Exportquote durchgeboxt werden!

Als Konsequenz aus verheerender Wilderei und dem Zusammenbruch vieler Elefantenbestände beschlossen die WA-Vertragsstaaten 1989 ein absolutes Handelsverbot für Elfenbein. Im Jahr 1997 setzten drei südafrikanische Länder erstmals wieder einen "einmaligen" Verkauf von Elfenbein aus Lagerbeständen durch. Offizielle Daten belegten seither bereits einen Anstieg des Elfenbeinschmuggels in Afrika und Asien. Dennoch wurde auf der WA-Konferenz 2002 erneut drei südafrikanischen Staaten der Verkauf von insgesamt 60 Tonnen Stoßzähnen in Aussicht gestellt; die Bedingungen für diesen Handel sind allerdings bis heute nicht erfüllt. Trotzdem möchte Namibia noch einen Schritt weiter gehen und beantragt nun den regelmäßigen Export von Elfenbein. PRO WILDLIFE lehnt diese Pläne aus folgenden Gründen ab:

"Namibia möchte pro Jahr 2.000 kg Stoßzähne exportieren, zusätzlich unbegrenzte Mengen an Elfenbein-Schnitzereien. Doch nur 900 kg pro Jahr fallen aus legalen Quellen an, z.B. durch natürliche Todesfälle. Wo das übrige Elfenbein herkommen soll, ist somit mehr als zweifelhaft", so Freyer.

Die Bestände von Elefanten in Afrika und Asien sind insgesamt weiter rückläufig, Hauptbedrohungsfaktoren bleiben Wilderei und Lebensraumzerstörung. "Da Elfenbein aus legalen und illegalen Quellen sich nicht unterscheiden lässt, bedeutet jede auch nur begrenzte Freigabe des Handels ein Signal an Wilderer. Denn in einen legalen Markt lässt sich illegales Elfenbein leicht einschmuggeln", so die PRO WILDLIFE Expertin. Vertreter 12 afrikanischer Länder, die um ihre eigenen Elefantenbestände fürchten, haben sich im Vorfeld der WA-Konferenz deshalb bereits gegen die Freigabe des Elfenbeinhandels ausgesprochen.

Experten schätzen, dass derzeit jedes Jahr etwa 4.000 Elefanten sterben müssen, um die Elfenbeinmärkte mit Nachschub zu versorgen. Trotz Handelsverbot seit 1989 werden noch immer in vielen Ländern Afrikas und Asiens Elfenbeinschnitzereien frei zum Verkauf angeboten. Auch Bangkok, wo die WA-Konferenz in zwei Wochen beginnt, ist einer der großen Umschlagplätze. Abnehmer sind häufig Touristen aus Europa, den USA oder Japan - viele wissen nicht, dass sie am heimischen Zoll mit empfindlichen Strafen rechnen müssen. Weltweit werden jedes Jahr Tausende kg Elfenbein beschlagnahmt. In Deutschland wurden seit 1996 mindestens 70 Stoßzähne sowie fast 2.500 Elfenbeinschnitzereien konfisziert. Diese Zahlen sind allerdings nur die Spitze des Eisberges, ein Großteil der Schmuggelware bleibt unentdeckt.

Das 1997 ins Leben gerufene, angebliche Frühwarnsystem MIKE (Monitoring of Illegal Killing of Elephants), das vor einem von Artenschützern befürchteten Anstieg der Wilderei warnen soll, ist bis heute nicht einsatzfähig, seine wissenschaftliche Grundlage ist fragwürdig: MIKE liefert keine Daten, die eine eindeutige Aussage über die Entwicklung der Wilderei zulassen, und erfasst die Wilderei nur in einigen, nicht unbedingt repräsentativen Regionen, z.B. in Schutzgebieten.

Die Elfenbeinwilderei könnte gerade besonders bedrohte Bestände, z.B. den mittlerweile als eigene Art anerkannten Waldelefanten, an den Rand der Ausrottung bringen: In der zentralafrikanischen Heimat des Waldelefanten grassiert die Wilderei besonders. So wurden alleine im Garamba Nationalpark in der Demokratischen Republik Kongo letztes Jahr mehr als 1.000 Waldelefanten getötet.

* Alle zwei Jahre tagen die Mitgliedsstaaten des WA, um über Handelsbeschränkungen für bedrohte Arten zu entscheiden. Anhang I enthält Arten, für die ein absolutes kommerzielles Handelsverbot besteht, für Arten in Anhang II ist der internationale Handel beschränkt.

... Hintergrundinfos zu Elefanten auf der WA-Konferenz 2004
http://www.prowildlife.de/de/Projekte/Elefanten/Elefanten_in_Not/elefanten_in_not.html
... Hintergrundinfos Elfenbeinhandel
http://www.prowildlife.de/de/Projekte/Elefanten/Elefanten_in_Not/elefanten_in_not.html

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