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10.01.2009

Daniela Fellner: Eine "Kräuterhexe" mit Händchen für Außenseiter-Pferde

Daniela Fellner: Eine "Kräuterhexe" mit Händchen für Außenseiter-Pferde
Sie ist im Sattel und im Sulky zu Hause - aber auch im Stall. Trabrenn-Amateurfahrerin Daniela Fellner liebt es nicht nur, auf den bayerischen (und manchmal auch nationalen) Rennbahnen aktiv zu sein, nein, mit großer Freude erledigt sie auch die Arbeit im Stall mit ihren geliebten Vierbeinern. Besonders angetan haben es ihr Pferde, die verletzt sind. Mit viel Liebe und Geduld päppelt sie diese wieder auf. Deine Tierwelt stellt Euch die gebürtige Münchenerin, die inzwischen bei ihrem Lebensgefährten Andreas Schwarz in Langenmosen lebt und auf dem Gestüt mitarbeitet, einmal genauer vor.

Hier ist schon mal ein Bild von ihr mit Handsome Value, den sie manchmal im Trabreiten vorstellt:



Sie steigt mittlerweile regelmäßig in den Sulky. Für die Pferde des bayerischen Besitzers Franz Baumann ist sie inzwischen als Catchdriver engagiert, und auch gibt es kaum ein Trabreiten in Bayern, in dem Daniela Fellner nicht mit von der Partie ist. "Dabei bin ich eher der 'Stall-Mensch' als der 'Fahr-Mensch'", verrät und die Lebensgefährtin von Andreas Schwarz.

Ihre große Leidenschaft ist es, verletzte Pferde gesund zu pflegen. Dabei hat sie schon viele Male ein Händchen bewiesen. Ihren Leandro hat sie mit viel Liebe, Geduld und medizinischem Fachwissen trotz einer schweren Verletzung wieder siegfertig gepflegt, seine Karriere schien bereits beendet - nun gewinnt er wieder mit Gerd Biendl. Und auch so manch anderen kranken Schützling nimmt sie gerne unter ihre Fittiche. "Ich bin eine richtige Kräuterhexe", sagt die 25-Jährige lachend. Alternative Methoden wie Magnetfeldtherapie oder Laser liegen der Pferdenärrin sehr am Herzen. Ihr großer Traum: "Am liebsten würde ich mal einen Stall aufmachen, in dem ich Rekonvaleszenten wieder auf die Beine stelle!"

Jedoch: Erfolgreich ist Daniela Fellner nicht nur bei der Pferdepflege, sondern auch in Sattel und Sulky. Die Wetter wissen inzwischen: Gerade die Außenseiter sind es, die die talentierte Amazone weit nach vorne bringt, was ihr in letzter Zeit immer mehr Fahrten einbringt. Mit dem schwierigen Peterhofer hat sie sich inzwischen so angefreundet, dass die beiden oft in der Dreierwette zu finden sind, und auch Adebar Ass feierte seine besten Erfolge in jüngster Zeit mit der gelernten Bürokauffrau. "Mit Außenseitern klappt es bei mir am besten, wenn ich jedoch einen Favoriten steuere, dann kann man sich sicher sein, dass ich nicht gewinne", so Fellner, die nicht weiß, woran's liegt. 17 Siege hat sie inzwischen gefeiert, elf davon in Trabreiten, sechs im Sulky.

Hier ist Daniela Fellner beim Trabreiten in Action zu sehen:



"Momentan bin ich ständig Zweite und kann einfach kein Rennen gewinnen", bedauert die Amazone und hofft, dass diese "Phase" bald beendet ist. Besonders wünscht sie sich einen Sieg mit Peterhofer, der ihr mittlerweile voll und ganz ans Herz gewachsen ist. "Das wär schon schön, wenn wir bald mal ein Rennen gewinnen könnten!"

Im zarten Alter von neun Jahren schnupperte die gebürtige Münchenerin zum ersten Mal Rennbahnluft. Pferdenärrisch war sie schon vorher. In der Nähe von ihrem Wohnort in knüpfte sie erste Kontakte zu Trainer Sepp Sparber auf dessen Ranch: "Ich hab den Hof schon immer beim Vorbeifahren beäugt, und eines Tages bin ich mit einer Freundin einfach hinmarschiert und habe gefragt, ob wir ein wenig helfen dürfen!" Das Sparber-Team sei ein wenig perplex gewesen, erinnert sich Fellner heute lachend, dennoch habe sie Pfleger Gary Machuletz unter seine Fittiche genommen. "Ich durfte Pferde waschen und trocken führen und Füße machen. Letzteres ist auch heute noch meine große Leidenschaft."

Natürlich fieberte sie auch auf der Rennbahn mit, wenn die Sparber-Pferde starteten. Über Andrea Eisele landete sie schließlich bei Trainer Klaus Roser und half dort auf der Rennbahn mit. "Ich wollte aber wieder auf eine Ranch, weil ich mich dort einfach am wohlsten fühle", erzählt Daniela Fellner. So kam es, dass sie bei Jochen Haide anheuerte und dort auch ihre große Pferdeliebe traf: Die gutklassige Stute Millwall. Der Beginn einer wunderbaren Freundschaft. "Mit ihr habe ich in Straubing ein Gästefahren bestreiten dürfen und war Zweite. Dort hat es mich gepackt, und ich habe, auch mit Millwall, 1999 meine Amateurfahrerlizenz gemacht!"

Bei sechs Starts im ersten Jahr fuhr die frischgebackene Amazone drei Platzierungen ein. Sie half bei Lothar Hanke, bei Raimund Kastner, besonders nach dessen schweren Unfall, und kam schließlich durch Detlef Fleischer zu Gerd Biendl. "Dort bin ich dann hängen geblieben und fing 2002 an, dort hauptberuflich als Pflegerin zu arbeiten." Denn nach ihrer Ausbildung bei EADS zur Kauffrau für Bürokommunikation stand für die Pferdenärrin fest, dass sie in einem Stall arbeiten wollte. Bis November 2002 blieb sie bei Gerd Biendl, "dann wurde mir alles zuviel, weil ich in der Zeit auch wieder mit Andy zusammen kam und mich teilweise auch in Langenmosen um die Pferde kümmerte!" Sie ging zurück zu EADS und widmete den Pferden stattdessen lieber ihre Freizeit, bezeichnet aber Gerd Biendl noch heute als ihr großes Vorbild: "Ich bin wahrscheinlich der größte Gerd-Fan, den es gibt!"

In dieser Zeit ruhte ihre Amateurfahrerkarriere, erst im Jahr 2003 löste sie wieder ihre Lizenz. Und es dauerte nicht lang, bis sie den lang ersehnten ersten Sieg feiern konnte: Am 3. Mai 2003 in Straubing mit Cobira As. Bereits drei Wochen später siegte sie in Daglfing mit Dennis Diamant, die Freude war groß.

Den schönsten Sieg für sie persönlich landete sie allerdings auf der Hopfenmeile, und zwar mit ihrer Stute Lindos Krone, die sie vorher ebenfalls gesund gepäppelt hatte. Daniela Fellner war überglücklich, als ihr mit der überaus schwierigen Lady ein Volltreffer gelang: "Ich wollte zwar nicht mal mehr die Siegerparade fahren, weil mir die Arme so weh taten, so sehr hatte 'Lindos' gepullt, aber es war einfach fantastisch! Den Tag vergess ich nie!" Mit ihr, die ihr so ans Herz gewachsen ist, züchtet sie inzwischen.

In besonders schöner Erinnerung blieb ihr aber auch der Trabreit-Sieg mit ihrer New Copy (auch sie soll heuer gedeckt werden), die sie selbst trainiert und vorbereitet hat. "Leider war das das erste und einzige Mal, dass wir gewonnen haben!" Es folgten weitere Erfolge in Trabreiten - viermal siegte sie mit Aurelio Diamant, dreimal mit Super Gallant und zweimal mit Flurry Diamant, den sie selbst eingeritten hat. In jüngster Zeit steigt sie in erster Linie bei Handsome Value und Pacha Mancellerie in den Sattel und hofft auf einen baldigen Volltreffer.

Ihr größter Coup war der volle Erfolg mit Episode Diamant in München-Daglfing, bei dem die MS-Diamanten-Stute über 500:10 auf Sieg zahlte. "Ich scheine ein Händchen für Außenseiter zu haben", sagt die 25-Jährige, die inzwischen am Gestüt Schwarz im Büro arbeitet, lachend. Vielleicht lässt der Sieg mit Peterhofer nicht mehr lange auf sich warten. Mit ihm ist die "Kräuterhexe" jedenfalls hoch zufrieden: "Er hat sich vom schwierigen Pferd zum Amateurpferd gemausert. Es macht wirklich Spaß, ihn zu fahren!"

Hier ist sie mit Peterhofer zu sehen, mit dem sie bald auf die Siegerparade gehen möchte:

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