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12.01.2009

Das Aussterben der Haie

Hai-Produkte
Jährlich werden über 100 Millionen Haie getötet. Teils wegen ihren Flossen für Haifischflossensuppe, als Beifang in den bis zu 60 Kilometer langen Schleppnetzen riesiger Fischfangflotten, für medizinisch völlig wirkungsloses Knorpelpulver oder durch die Vernichtung ihrer Lebensräume.

Hai-Produkte finden sich oft an unerwarteten Orten wie in Restaurants, Imbissstuben oder Supermärkten. Haifleisch wird auch unter diversen anderen Namen angeboten: Schillerlocken, Kalbsfisch, Seeaal, Karbonadenfisch, Seestör, Speckfisch, Königsaal, Steinlachs und als Bestandteil von Fish & Chips oder falschem Krabbenfleisch (Surimi). Auch der weltweit geschützte und stark bedrohte Walhai wird im asiatischen Bereich (vor allem Taiwan und Japan) trotzdem noch als Tofuhai weiter angeboten.
Nach den Briten konsumieren die Deutschen am meisten Dornhai. Aus den Bauchlappen des Hais werden die sogenannten Schillerlocken hergestellt. Die Briten verwenden den Dornhai dagegen für "Fish & Chips". Diese Haiart wird stark überfischt und sein Bestand im Nordostatlantik ist in den letzten 40 Jahren um 90 Prozent zurückgegangen.

Hauptabnehmer von Haiflossen findet man hauptsächlich in fernöstlichen Kulturen, in welchen Haiflossensuppe ein kulturelles Mahl darstellt. Bemerkenswert ist die Tatsache, dass eine Haiflosse, die zu 90% aus Knorpel besteht, weitgehend geschmacksneutral ist und erst nach tagelangem Aufkochen in einer Brühe weich wird und den Geschmack der Brühe annimmt. Heute ist Haifischflossensuppe nicht zuletzt wegen der in den letzten Jahren stark gestiegenen Preise ein Statussymbol geworden.

Wir finden Hai-Produkte in Hundefutter, Fischmehl und sogar in Düngemitteln. Aus Hai-Haut werden auch Lederprodukte wie Geldbeutel, Schuhe oder Uhrenarmbänder produziert.

Im Gesundheitssektor wird Hai-Knorpelpulver als fit machender Nahrungsmittelzusatz vermarktet, obwohl Hai-Knorpel in dieser Form genau so fit machen wie pulverisierte Schweinsohren. Hai-Leberöl ist auch häufig Bestandteil vom bekannten Lebertran.

Höchst problematisch dagegen ist die Vermarktung von Hai-Knorpel als Anti-Krebs Mittel. Eine im Dezember 2004 in "Cancer Research" erschienene Publikation bestätigt, dass Hai-Knorpelpräparate bis heute absolut keine Wirkung gegen Krebs zeigten.

Im Gelatine-Sektor (Nahrungsmittel/Pharma) hat Hai-Kollagen jedoch wenig Marktchancen, obwohl speziell Spanien versucht, in den Markt mit Hai-Kollagen einzudringen. Spanien, einer der Welt grössten Haiflossen-Produzenten, hat 2002 verboten nur die Flossen von Haien an Land zu bringen. Laut Gesetz müssen jetzt die ganzen Hai-Körper an Land gebracht werden. Dies führt nun lächerlicherweise dazu, dass aus den Körpern notgedrungen das völlig wirkungslose Knorpelpulver hergestellt wird.

Im Kosmetiksektor wird aus Hai-Knorpel gewonnenes Kollagen für Anti-Faltencremes und andere Präparate eingesetzt. Kollagen aus Haien ist BSE-frei und koscher, was es für die arabischen und israelischen Märkte interessant macht.

(Quelle: Hai-Stiftung)

Hai-Finning
Als Finning wird das grausame Abschneiden der Flossen von Haien bezeichnet. Sehr oft leben die Haie dabei noch. Der Rumpf des Hais (tot oder lebendig) wird dann als überflüssiger Ballast über Bord geworfen. Die Haiflossen machen nur ca. 14% des Gesamtgewichtes eines Haies aus, bringen aber auf dem internationalen Markt wesentlich mehr ein als Haifleisch. Die Flossen werden ausschliesslich für Haifischflossensuppe verwendet. Finning ist grausam aber lukrativ, in Asien werden für ein Kilo Haiflossen im Schnitt über 100 US Dollar bezahlt.

Hongkong und das Festland China dominieren zu 50% den weltweiten Haifischflossen-Markt. Statistiken aus Taiwan,

Singapur und Hongkong deuten auf ein explosionsartiges Wachstum des Handels mit Haiflossen hin. Bereits 1999 wurden nach offiziellen Angaben der Zollbehörden von Hongkong 6954 Tonnen Haiflossen zum Wiederexport freigegeben. Die Zahl der heute exportierten Flossen dürfte sich bereits um ein vielfaches erhöht haben. Sie gehen vorwiegend nach Taiwan, Singapur, Malaysia, Korea und China. Taiwan rangiert auf Platz fünf im weltweiten Haiflossenhandel. Es unterhält die weltweit grösste Fischereiflotte, die primär in internationalen Gewässern fischt, weit weg von den eigenen Hoheitsgewässern.

(Quelle: Hai-Stiftung)

Hai-Bestand
Die Hai-Bestände an der Ostküste der USA sind in den letzten 15 Jahren massiv zurückgegangen. Die Zahl der Hammerhaie sank um 89%, die der Fuchshaie um 80%, die der Weissen Haie um 79%. Die Populationen der Makos, Blauhaie und Tigerhaie sanken um 40-65%. Die Bestände der Sandbankhaie wurden in den letzten 10 Jahren durch Überfischung um 85-90% reduziert.
Kanadische Forscher melden einen Rückgang vom Ozeanischen Weissspitzenhai um 99%. Sie wurden in gewissen Regionen schon beinahe ausgelöscht.

Haie werden nicht nur aktiv für ihr Fleisch, ihre Flossen oder Knorpel befischt. Millionen Haie sterben als unverwertbarer Beifang in den Netzen und Longlines der schwimmenden Fischfabriken.

Die Langleinen Fischerei brachte 1991 weltweit 8,3 Millionen Haie ein. Es wird vermutet, dass etwa die Hälfte davon Blauhaie waren. Von diesen 8,3 Millionen Haien wurden mehr als 87% weggeworfen!

In den USA, entlang der Atlantikküste und des Golfs von Mexiko werden jährlich ca. 2,5 Millionen Haie von Sportfischern (Hochseefischen) gefischt. Davon werden ca. 20-40% (500'000 - 1'000'000 Haie) getötet.

Sämtliche Hai-Arten sind weltweit in ihrem Bestand massiv bedroht. Insgesamt sind 82 Hai- und Rochenspezies auf der so genannten "Roten Liste" der World Conservation Union eingetragen.

(Quelle: Hai-Stiftung)

Haie können die Verluste, die sie in all ihren Lebensräumen erfahren, nicht länger kompensieren. Viele Hai-Arten sind bedroht, einige gelten bereits heute als biologisch ausgestorben!

Vor allem aus China, wo mit dem Einzug marktwirtschaftlichen Denkens der Bedarf an Luxusgütern und Statussymbolen stark zugenommen hat, droht nun das endgültige Aus für die Haie. Sollte die chinesische Wirtschaft und der damit verbundene Wohlstand sich im gleichen Masse fortsetzen, so werden nach neuesten Studien in ca. 5 Jahren etwa 250 Millionen Chinesen finanziell in der Lage sein, sich in regelmässigen Abständen Haiflossensuppe zu leisten. Die Fischerei und der weltweit operierende Haiflossenhandel rüstet sich bereits, um "fristgerecht" liefern zu können. Dieser Zeitpunkt dürfte das ultimative Ende der Haie darstellen!

Sicher ist es das Recht von jedermann zu essen was er will. Aber es ist auch das Recht unserer nächsten Generation diese Tiere zu sehen und zu entdecken wo sie hingehören und sie nicht nur aus Büchern oder vom Fernsehen her zu kennen.


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