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10.01.2009

Das Drama der Walstrandungen

Das Drama der Walstrandungen

Vortrag der Tierschutzinitiative Odenwald - Unterschriftenliste gegen das Robbenschlachten
Die Flut spülte im Januar 2002 wieder drei Pottwalmännchen an den Nordseestrand. In Herbst und Winter 1997/98 waren es mehr als 20 - ein trauriger Rekord. Immer wieder wird das flache Watt für die Hochseespezialisten, die in über 1000 m Tiefe Tintenfische jagen, zur Falle. Einmal gestrandet, können sie nicht ins freie Wasser zurück. Sie erdrücken sich selbst mit ihrem Körpergewicht von bis zu 45 Tonnen. Viele Strandungen sind menschgemacht. So treiben im Beifang der Fischerei verreckte und über Bord geworfene Kleinwale, wie Delfine und Tümmler, an die Küsten sowie an Algenblüten und Schadstoffen vergiftete Tiere. Totstrandungen, die alle Arten betreffen.

Bei Lebendstrandungen fällt auf, dass von insgesamt rund 80 Walarten immer wieder 10 bestimmte Arten betroffen sind, nämlich. Grindwale, Pottwale, manche Schwertwale und Delfine, also ozeanische Zahnwale. Bartenwale stranden relativ selten - und meist einzeln. Das hängt mit dem Sozialgefüge zusammen. Während Bartenwale oft Einzelgänger sind und nur vorübergehend enge Mutter-Kind- Beziehungen eingehen, leben Zahnwale gesellig in Familien oder Schulen und schwimmen gemeinsam in die Katastrophe.

Die wohl häufigsten Strandungen erleiden Grindwale. Eine Erklärung dafür mag im Erdmagnetfeld liegen: Weil sie immer wieder an denselben Stränden, von Massachussetts, USA, Australien und Neuseeland verunglücken und weil sie Magnetitkristalle im Schädel haben, liegt die Vermutung nahe, dass zumindest einige Wale das Erdmagnetfeld zur Navigation benutzen. Und da sie ozeanische Weiten gewohnt, keine Behinderungen durch Küsten oder Treibnetze erwarten, drehen sie nicht rechtzeitig wieder um. Das mag auch erklären, warum sie trotz selten geglückter Rettungsversuche von Tierschützern wieder dieselbe Richtung einschlagen und letztendlich kaum zu retten sind.

Vermutlich spielt auch das Sonar der Zahnwale, die Echolokation, eine fatale Rolle: bei sandig-schlickig bewegtem Untergrund zeichnet es kein sauberes Bild der Umgebung. So waren die Pottwal-Bullen schon verloren, als sie den Atlantik oder die tiefere Nordsee verließen. Rätselhaft bleibt, warum in letzter Zeit mehr Pottwale als früher ins Verderben ziehen. Es gibt eine bange Vermutung: Akustische Umweltverschmutzung. Ob Unterwassersprengungen militärischer Art oder für die Erdölgewinnung - Störquellen gibt es mehr als genug. Nicht auszuschließen, dass sie die akustisch so sensiblen Wale nicht nur fehlleiten, sondern ihnen brutal die Sinne rauben.


Schweinswalfund auf Borkum

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