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10.01.2009

Das Washingtoner Artenschutzübereinkommen

Das Washingtoner Artenschutzübereinkommen
Das Washingtoner Artenschutzübereinkommen (WA, im Englischen Convention on International Trade in Endangered Species of wild Fauna and Flora, abgekürzt CITES) wurde 1973 ins Leben gerufen, um durch den Handel bedrohte Tier- und Pflanzenarten vor der Ausrottung zu bewahren. Deutschland war einer der Gründungsstaaten. Inzwischen sind 171 Staaten diesem Bündnis beigetreten, das über 5.000 Tier- und 28.000 Pflanzenarten schützt. Die Mitgliedsstaaten des WA treffen sich alle zwei bis drei Jahre, um über eine Verschärfung bzw. Lockerung der Schutzbestimmungen für Tier- und Pflanzenarten zu verhandeln. Vom 3. bis 15. Juni 2007 findet in Den Haag (Niederlande) die 14. WA-Vertragsstaatenkonferenz statt. Das WA ist das wichtigste internationale Artenschutzabkommen, weil es die meisten Staaten der Erde zu verbindlichen Handelsbeschränkungen verpflichtet und bei Verstößen empfindliche Sanktionsmöglichkeiten vorsieht. Gerade deshalb versuchen Interessensgruppen des Handels, der Holzwirtschaft, Fischerei- Industrie und der Jagd immer wieder, das WA zu unterminieren.



Die Anhänge des WA
Anhang I: enthält vom Aussterben bedrohte Arten. Sie unterliegen einem absoluten Handelsverbot für kommerzielle Zwecke. Diesen maximalen Schutzstatus genießen z.B. Großwale, Menschenaffen, Elefanten (bis auf die Bestände in vier Ländern), Panzernashorn, Tiger, einige Papageien-Arten (z.B. Molukken-Kakadu) sowie einige Krokodilarten und viele Riesenschlangen.

Anhang II: enthält Arten, die durch den Handel von der Ausrottung bedroht werden können. Der Handel mit diesen Arten darf nur erfolgen, wenn er nachhaltig ist und entsprechende Genehmigungen vorliegen. Anhang II gilt für Krokodile, Riesenschlangen, Chamäleons, Geckos, Riesenmuscheln, Steinkorallen sowie alle Papageien und Affen, die nicht in Anhang I gelistet sind.

Anhang III: enthält alle Arten, die von einem Mitgliedsstaat für ihren Hoheitsbereich unter Schutz gestellt werden. Andere Länder müssen eine Herkunftsbescheinigung ausstellen, ansonsten hat Anhang III für sie keine Auswirkung. In Anhang III gelistet sind derzeit z.B. verschiedene Gazellenarten in Tunesien, diverse Sumpfschildkröten in China, Mandelbäume in Costa Rica oder Steineichen in Nepal.

Für die Aufnahme in die Anhänge des WA oder die Lockerung des Schutzes von Tier- und Pflanzenarten wird eine Zweidrittelmehrheit der anwesenden Mitgliedstaaten benötigt. Abstimmungsergebnisse werden allerdings nicht immer von der Bedrohung einer Art und wissenschaftlichen Faktoren, sondern oftmals durch wirtschaftliche Interessen und politische Absprachen entschieden.

Die Konferenz in Den Haag (3. bis 15. Juni 2007)
Für die WA-Konferenz in Den Haag liegen 37 Anträge für die Änderung des Schutzstatus von Tier- und Pflanzenarten sowie zahlreiche Dokumente zur Anwendung der WA-Bestimmungen (Resolutionen und andere Dokumente) vor. PRO WILDLIFE hat eine Liste der wichtigsten diskutierten Anträge und ihre Bewertung aus Artenschutzsicht zusammengestellt. Zu sechs Themen hat PRO WILDLIFE zudem eigene Infoblätter erarbeitet:

Afrikanischer Elefant (drei kontroverse Anträge rund um den Elfenbein-Handel)
Wale (Antrag Japans auf Lockerung des strengen Schutzes aller Großwale)
Plumploris (Antrag für absolutes Handelsverbot für nachtaktive und giftige Affen aus Asien)
Speisefische (Anträge für die Unterschutzstellung von Dorn- und Heringshai, Europäischer Aal)
Banggai-Kardinalbarsch (Antrag auf erstmalige Unterschutzstellung eines seltenen Zierfisches)
Tropenhölzer (vier Anträge zur erstmaligen Unterschutzstellung von insgesamt 11 Holzarten)


http://www.prowildlife.de

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