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23.01.2009

Daunen und Seide: Vögel und Insekten leiden für Textilien

Daunen und Seide: Vögel und Insekten leiden für Textilien
Stand: Januar 2008


Jahr für Jahr werden für die Daunen- und Seidenindustrien Tausende von Gänsen, Enten und Seidenraupen und Spinnen und andere Tiere ausgebeutet. Seidehersteller rechtfertigen ihr Handeln damit, Raupen seien nur "einfache" Lebensformen; doch die Verbraucher fangen langsam an, das unnötige Töten selbst sehr kleiner Lebewesen in Frage zu stellen.


Gänse und Enten leiden für Daunen
Daunen sind die gerupften Federn von Gänsen, die für die Lebensmittelgewinnung aufgezogen werden. In vielen europäischen Ländern lässt man die Gänse acht oder neun Wochen alt werden, dann, sobald sie ausgewachsen sind, werden sie nach Farben getrennt. Graugänse werden in Käfige gesperrt und zwangsgestopft - d.h. ein Rohr wird ihnen tief in den Hals geschoben, und ein salziger, fettiger Maisbrei wird in einer Menge von bis zu 3 Kilo täglich in ihren Magen gepumpt -, bis sie völlig verfettet sind und sich ihre Lebern auf das Vierfache der Normalgröße aufgebläht haben. Anschließend werden sie für die Herstellung von Leberpastete getötet. (1) Weiße Gänse werden immer wieder gerupft, um aus den Daunen Füllungen von Steppdecken, Kissen, Ski-Anoraks u.a. herzustellen. (2)

Das Rupfen der Federn bedeutet für die Gänse entsetzliche Schmerzen und Stress. Sie winden sich hin und her, wenn ihnen ein Rupfer vier- bis fünfmal in ihrem Leben 140 Gramm ihrer Federn ausrupft. Ein geübter Gänserupfer kann 100 Gänse pro Tag rupfen. Nach dem letzten Rupfvorgang bleiben ihnen nur fünf Wochen, in denen ihnen die Federn nachwachsen, dann werden sie durch eine Maschine geschickt, die ihnen die längsten Federn ausrupft. Von da aus geht es ab ins Schlachthaus. (3) Eine Studie über die Herzschläge von Hühnern und ihr Verhalten hat bewiesen, dass das Herausreißen von Federn schmerzhaft für die Vögel ist. Eine andere Studie ergab, dass der Blutzuckerspiegel einiger Gänse während des Rupfens fast auf das Doppelte ansteigt. Die Daunen werden vor allem aus China, Polen, Ungarn und Frankreich importiert. (6)

In Nordamerika werden Enten und Gänse wegen ihrer Federn (und als Nahrungsmittel) gejagt und gezüchtet. Es werden auch Eiderdaunen aus den Nestern weiblicher Eiderenten gesammelt, die sich die Daunen aus der Brust rupfen, um damit ihr Nest auszupolstern und die Eier zu bedecken. Die weichen Federn einzusammeln, kann die noch nicht geschlüpften kleinen Entenküken töten. (4)
Eiderenten stehen unter Naturschutz (7). Ihre Daune wird daher von Hand aus den Nestern gesammelt werden.

Ganz abgesehen von den Grausamkeiten, die mit ihrer Gewinnung verbunden sind, haben Daunen als Kaltwetter-Dämmstoff Nachteile, die synthetische Stoffe nicht haben. Daunen sind nicht nur teuer, sie verlieren auch ihre Dämmeigenschaften, wenn sie nass werden, während die Isolierung, der ohne Grausamkeiten hergestellten Synthetiksüllstoffe bei jedem Wetter erhalten bleiben. (5)



Die "Gewinnung" von Seide
Seide ist die Faser, die Seidenraupen weben, um Kokons daraus zu machen. Um die Seide zu gewinnen, kochen die Seidenlieferanten die Raupen bei lebendigem Leibe in ihrem Kokon. Raupen, die als physikalische Resonanz auf Schmerzen Endorphine ausschütten, sind sehr empfindsame Wesen, was jeder, der einmal gesehen hat, wie die Raupen sich winden, wenn man sie ihres dunklen Zuhauses beraubt, mit Leichtigkeit erkennen kann. Humane Alternativen zu Seide sind z.B. Nylon, Polyester, Mikrofasern, die Fasern aus den Hüllen des Seidenpflanzengewächses, Seidenbaumwolle (Kapok), Rayon, die Fäden des Ceibabaumes, sowie Kunstseide.


Spinnen
Sowohl das Militär, als auch Mediziner führen Versuche an Spinnen durch und erhoffen sich davon, die Stärke und Flexibilität von Spinnenseide für die Verwendung als Operationsfäden zu Nutze zu machen und somit Kevlar zu ersetzen. (8) Werden Spinnen jedoch in Gefangenschaft gehalten, löst dies enormen Stress und somit Kannibalismus aus; es werden 400 Spinnen benötigt, um genug Seide für nicht einmal einen Quadratmeter Material zu erhalten, deshalb war die Spinnenzucht auch nie von großem Profit gekrönt. (9) Stattdessen machen Wissenschaftler Versuche an Ziegen, Kühen und Hamstern, indem sie ihnen die Gene der Spinnenseide in die Zellen pflanzen und so versuchen, Proteine ähnlich wie sie in Spinnenseide enthalten sind, herzustellen. (10) Transgen geklonte Ziegen produzieren beispielsweise Milch, die Seidenproteine enthält, die zu Fasern verarbeitet und unter dem Namen „BioSteel“ verkauft wurden. (11, 12) Das Militär unterstützt auch weiterhin diese Forschungen, obwohl noch immer kein kommerziell brauchbares Produkt daraus entstanden ist (es werden fast 3000 Liter Milch benötigt, um eine einzige kugelsichere Weste herzustellen). (13)


Was Sie tun können

Kaufen Sie keine Seide oder Daunen. Die Produktion ist grausam und die Waren sind teuer. Wenn sie nass geworden sind, sind sie unbrauchbar, ganz anders als synthetische Materialien, welche ihre Fähigkeit bei jedem Wetter behalten.


Quellen:
(1) "And a Cow Jumped Over the moon," The Animals's Voice, February 1989, p. 56.
(2) Henry Kamm, "No Bed of Feathers for a Goose in Hungary," The New York Times, June 2, 1988.
(3) ibid.
(4) Macia Peason, "Down", The Compassionate Shopper, Winter 1987-88.
(5) Al Schneider, "Down-Filled Clothing vs. Synthetics," Letters, The Washington Post Helath Section, Jan. 16, 1990.
(6) Gesundheitstipp Zürich
(7) Rote Liste der Brutvögel Deutschlands
(8) “Man-Made Spiders’ Silk,” Materials World 10 (2002): 26-8.
(9) “Applications of Spider Silk,” School of Chemistry, Bristol University, 17 Jan. 2003.
(10) Dan Vergano, “Success! Scientists Spin Spider Silk,” USA Today 20 Jan. 2002.
(11) Stephen Willingham, “Scientists Weave Spider Silk Into New Bulletproof Vests,” National Defense Sep. 2000.
(12) Edward Atkins, “Silk’s Secrets,” Nature 28 Aug. 2003.
(13) University of Wyoming, “University of Wyoming Scientist to Examine Spider Silk Use for Sutures,” news release, 27 Jun. 2006.

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