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10.01.2009

Delfinarium auf Rügen ?



Umstrittene Planung in Glowe auf Rügen
Eine Investorengruppe plant auf dem Gelände des ehemaligen "Rügen Radio" in Glowe in unmittelbarer Ostseenähe mit Unterstützung der Gemeinde und des Landes MV die Errichtung eines Delfinariums. In einer Kureinrichtung sollen Delfin-Therapien angeboten werden. 5 Delfine sind dafür vorgesehen. Aller Voraussicht nach handelt es sich bei den Tieren, die international einem hohen Schutzstatus unterliegen, um Große Tümmler. In einem Amphitheater mit 1500 Plätzen bzw. in einem Hallenbecken mit 400 Plätzen sind zudem ganzjährig Delfinvorführungen mit den selben Tieren als Touristenattraktion geplant. Ein Hotelbereich für Tagungen und Wellness gehört ebenfalls zum Projekt.

20 nationale und internationale Walschutzorganisationen, Tier- und Naturschutzverbände haben ihre Bedenken zu diesem Vorhaben in einer gemeinsamen Stellungnahme formuliert. Angesichts der völlig ungeeigneten Vorraussetzungen in dieser Region fordern sie den Verzicht auf den Einsatz der stark gefährdeten Delfine und ggf. die Umorientierung auf andere Tiertherapieformen.

Aktuell:
Information zum Fachgespräch Delphintherapie am 28.06.07 in Berlin
http://www.gruene-bundestag.de/cms/default/rubrik/11/11098.htm

Protestaktion gegen den Bau eines Delfinariums in Glowe auf Rügen
Seit Mitte letzten Jahres bemühen sich vier Firmen unter Regie der Nature Project GmbH Westerland/Sylt, auf dem Gelände des ehemaligen Rügenradios in Glowe einen Meerespark mit Delfinarium und eine Kureinrichtung "DelphiMar " mit Delfintherapie zu errichten.

Als Reaktion darauf organisierten die Wal- und Delfinschutzorganisation WDCS und der Naturschutzbund NABU Rügen am Freitag, dem 21.07.2006, gemeinsam mit anderen Natur- und Tierschutzorganisationen wie PETA, Delphinbefreier, TIRM und Meer e.V. einen informativen Strandspaziergang am Strand von Glowe.

Die Delfinfreunde werden Besucher und Touristen aktiv ansprechen, um über das geplante Vorhaben zu informieren und auf die damit verbundene weder tier- noch artgerechte Haltung von Delfinen aufmerksam zu machen. Auf mögliche alternative Tiertherapieformen soll hingewiesen werden. Den Verbänden war wichtig, die Meinung der Urlauber zu erfahren. Es wurden Unterschriften gegen die Gefangenschaftshaltung der Meeressäuger gesammelt.

"In Deutschland wurden bereits 5 von 9 Delfinarien geschlossen und durch den aktuellen Tod des Delfins "Daisy", dessen Baby und eines weiteren Jungtieres im Tiergarten Nürnberg wurde uns wieder einmal vor Augen geführt, dass Delfine in Deutschland nicht erfolgreich in Gefangenschaft gehalten werden können! " begründete Dr. Karsten Brensing von der WDCS den Widerstand gegen das geplante Vorhaben. Die Befürworter des Delfinariums würden Wirtschaftswachstum prophezeien. Leider blieben internationale Erfahrungen unberücksichtigt und Risken würden ignoriert.

Beginn der Veranstaltung:
11.00 Uhr, am Sporthafen Glowe
Ende ca. 15.00 Uhr.

Pressemitteilung,
der WDCS und des Naturschutzbund NABU Rügen


80% der Besucher von Glowe gegen den Neubau eines Delfinariums auf Rügen
Vertreter der Natur- und Tierschutzorganisationen WDCS, Naturschutzbund NABU, PETA, Delfinbefreier, TIRM e.V., Meer e.V., BUND, von des B 90/DIE GRÜNEN und Urlaubsranger des AVR Familyclubs Göhren erkundeten am Freitag, dem 21.07.2006, in der Zeit von 12 Uhr bis 15:30 Uhr während eines informativen Strandspazierganges die Position der Gäste der Gemeinde Glowe zum geplanten Neubau eines Delfinariums in diesem Urlaubsort. Ausgerüstet mit Informationsmaterial diskutierten sie mit rund 550 Strandbesuchern über die gravierenden Probleme bei der Delfingefangenschaftshaltung in unseren Breiten, speziell in Deutschland und erfragten die Meinung der Touristen.

Es stellte sich heraus, dass sich mehr als 80% (82,4%) der Besucher gegen den Bau des Delfinariums aussprechen.

Nachdem eine wissenschaftlich begründete Stellungnahme von mehr als 20 Natur- und Tierschutzverbänden gegen den Bau eines neuen Delfinariums zu keiner öffentlichen Positionierung geführt hat, werden nun erneut die politischen Entscheidungsträger aufgefordert, ihre Position zu bedenken, Alternativen zu unterstützen und sich öffentlich von dem Vorhaben der Delfinhaltung zu distanzieren.

Die Unterschriften wurden am 28. September 2006 im Rahmen der ersten Sitzung des Rügener Kreistages nach der Sommerpause offiziell an die Präsidentin des Kreistages, Gisela Lemke und die Landrätin des Landkreises Rügen, Kerstin Kassner, übergeben.

Mehr Informationen: WDCS, Dr. Karsten Brensing
Tel.:+ 49 30 39828583, Mobil:+ 49 176 22675679; E-Mail: karsten.brensing@wdcs.org

Eine gemeinsame Stellungnahme von mehr als 20 Organisationen beinhaltet Argumente und Kritikpunkte zum geplanten Bau des Delfinariums: www.wdcs-de.org

Infoblatt vom Juni 2006,
ausgeteilt an die Einwohner der Gemeinde Glowe

Liebe Bürger der Gemeinde Glowe und Einwohner von Rügen,
wie Sie sicher bereits auf Gemeindeveranstaltungen oder aus der Presse erfahren haben, ist in Glowe der Bau eines Delfinariums geplant. Dieses Vorhaben stößt auf erhebliche Kritik von Seiten einer großen Zahl von Natur- und Tierschutzverbände und so haben sich 24 Verbände (*) in einer detaillierten Stellungnahme dagegen ausgesprochen. Keiner dieser Verbände möchte sich einer ökonomisch, ökologisch und sozial ausgewogenen Entwicklung der Region entgegenstellen. Aus diesem Grund möchten wir hiermit einige für Sie wichtige Aspekte aufzeigen. Neben umstrittenen Show-Programmen ist eine Kernidee des Delfinariums das Angebot von Schwimmprogrammen mit Delfinen. Dabei soll speziell Kindern mit verschiedenen Krankheiten durch die so genannte Delfintherapie geholfen werden. Gerade dieser Ansatz birgt aber eine ganze Reihe von unkalkulierbaren Risiken für den kommerziellen Erfolg der Anlage und somit auch für die Gemeinde und ihre Bewohner.

Liegt Delfintherapie im Trend?
Obwohl diese Form der Therapie seit mehr als zwei Jahrzehnten angewendet wird, gibt es derzeit noch keinen wissenschaftlichen Beleg dafür, dass die Therapie mit Delfinen erfolgreicher ist als die mit anderen Tieren. Was geschieht, wenn in Deutschland der Trend vorbei ist?

Ist Delfintherapie für Menschen risikolos?
Grundsätzlich birgt jede Interaktion mit einem Tier ein gewisses Verletzungsrisiko. Das Risiko ist gering, wenn es sich um Tiere handelt, die seit Generationen mit dem Menschen zusammenleben (zum Beispiel Pferde und Hunde) und steigt, wenn es sich um Tiere handelt, die sich erst seit kurzem in menschlicher Obhut befinden. Entgegen der landläufigen Meinung, dass Delfine immer freundlich sind, lächeln und die Nähe zu uns Menschen suchen, handelt es sich bei Delfinen tatsächlich um Raubtiere, die meistens aus der freien Wildbahn entnommen wurden. Für diese Tiere bedeutet die nahe Interaktion mit Menschen wahrscheinlich Stress und so wurde in vielen wissenschaftlichen Studien bereits auf aggressives Verhalten dem Menschen gegenüber aufmerksam gemacht. Diese Beobachtungen wurden in den vergangenen Jahren durch Unfälle, bei denen es von leichten Bissverletzungen bis hin zu Rippenbrüchen kam, bestätigt. Delfine verständigen sich teilweise mittels ihrer Fäkalien. Dies bedeutet, dass sie in sehr kurzen Abständen Ausscheidungen ins Wasser abgeben. Ein mit Fäkalien verunreinigtes Wasser entspricht jedoch nicht den für Menschen notwendigen Hygienemaßstäben. Darüber hinaus besteht in der Enge der Bassins und dem relativ geringen Wasservolumen tatsächlich das Risiko von Ansteckungen. Sollten sich diese Erkenntnisse verbreiten, ist es durchaus fraglich, ob so viele Menschen bereit sind, an der vergleichsweise teuren Delfintherapie teilzunehmen. Obwohl die genannten Risiken den Betreibern bekannt sind, werden sie ignoriert und den Entscheidungsträgern in Politik und Verwaltung vorenthalten.

Fördert das Delfinarium das Image der Gemeinde Glowe bzw. der Insel Rügen?
Ein wesentlicher Aspekt sind die möglichen negativen Auswirkungen auf das Image der Insel Rügen. Die Haltung von Delfinen wird in vielen Ländern als nicht mehr zeitgemäß angesehen. So wurden beispielsweise in England alle der einstmals 30 Delfinarien geschlossen, in Deutschland gibt es nur noch vier der ursprünglich einmal neun Anlagen. Es sei auch erwähnt, dass die Betreiber anfänglich versucht haben, ihr Projekt auf Sylt zu realisieren. Sollte es tatsächlich zum Bau der Anlage kommen, wäre es schwer abzusehen, wie dies aufgenommen würde. Die Tatsache, dass sich praktisch alle bedeutenden und mitgliederstarken deutschen Natur- und Tierschutzorganisationen gegen dieses Vorhaben ausgesprochen haben, zeigt deutlich, dass ein erhebliches Widerstandspotential in Deutschland vorhanden ist. Den Bürgern der Gemeinde, den Bewohnern der Insel und den Entscheidungsträgern wird von den Verbänden empfohlen, sich auf andere, im Ergebnis vergleichbare Tiertherapieformen zu orientieren, damit die Idee einer sinnvollen Nachnutzung eines derzeit brachliegendes Geländes nicht wie die "touristischen Luftschlösser " auf dem Bug einer Seifenblase gleich zerplatzen sollen.

Rügen, im Juni 2006

p. s.: Weitere Informationen bekommen Sie unter www.wdcs-de.org oder von Dr. Karsten Brensing, WDCS; Tel: 089 6100 2393


http://www.wdcs-de.org/


http://die-delfinbefreier.de/

Delphinjagd in Japan

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