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13.01.2009

Der Rotfuchs

Der Rotfuchs

Biologie und Ökologie des Rotfuchses.



Der Rotfuchs ist weltweit zu einem bevorzugten Forschungsobjekt der Wildbiologen geworden. Dies liegt darin begründet, daß es sich bei dieser Wildart um ein häufiges, standorttreues und sich relativ kleinräumig fortbewegendes Raubtier handelt, das sich daher zur Erforschung seines Verhaltens in Raum und Zeit, sowie seines sozialen Verhaltens in unterschiedlichen Ökosystemen, seiner Ernährung und seiner Populationsdynamik anbietet. Andererseits gilt dieser Wildkanide vielerorts als "Schädling" für Wild- und Haustiere. Als Gewinner in der Kulturlandschaft kann sich der Fuchs weit besser behaupten, als zahlreiche Niederwildarten, die teilweise zu seinem Beutespektrum zählen und eher die Verlierer darstellen.

Trotz starker Verfolgung durch den Menschen hat der Fuchs in seinem Besatz stetig zugenommen und sich sogar bis in die Nachbarschaft des Menschen ausgebreitet. Verschiedene Tatsachen sind hierfür verantwortlich. Zum einen sind die natürlichen Feinde des Rotfuchses, wie Bär, Luchs und Wolf, vom Menschen im letzten Jahrhundert in großen Teilen Europas besonders aus Gründen der Nahrungskonkurrenz ausgerottet worden. Zum anderen ist diese Art aufgrund eines relativ kleinen Körperbaus und einer einzelgängerischen Lebensweise in ihrem Lebensraum für den Menschen weit weniger auffällig und somit wesentlich schwieriger zu bejagen als andere , größere Wildkaniden. Weiterhin ist der Rotfuchs ein Generalist, der dank hoher Anpassungsfähigkeit auf die vielfältigste Art und Weise in den unterschiedlichsten Lebensräumen existieren kann und von einem breiten Nahrungsspektrum profitiert. Aufgrund seiner raschen Auffassungsgabe, hoher Lernfähigkeit, sowie seines guten Erinnerungsvermögens, verknüpft mit einer hervorragenden Sinnesleistung ist er imstande, auf sich schnell ändernde Situationen, insbesondere das Nahrungsangebot und den Feinddruck (Jagddruck) entsprechend zu reagieren. Durch seine Flexibilität vermag der Fuchs sich schnell auf Umweltveränderungen einzustellen und vom Menschen künstlich geschaffene Strukturen und Lebensräume zu seinem Vorteil zu nutzen.
Nicht zuletzt begründet vor allem die Ausbreitung der Fuchstollwut und der gehäufte Nachweis von E. multilocularis im Endwirt Fuchs, die beide eine Gefahr für die menschliche Gesundheit darstellen, die vermehrte Erforschung .
Der vorwiegend dämmerungs- und nachtaktive Rotfuchs lebt einzelgängerisch und schließt sich nur selten, die Paarungszeit ausgenommen, mit Artgenossen zusammen. Nur bei hoher Fuchsdichte kommt es gebiets- und zeitweise zu häufigen Kontakten untereinander, so daß sich benachbarte Individuen durchaus kennen und erkennen. Füchse bewohnen meist Erdbaue, die sie nicht selten von Dachsen übernehmen, aber auch eine Zeitlang mit ihnen gemeinsam darin wohnen, wenn die unterirdischen Gang- und Kesselsysteme groß genug sind. Stehen keine Dachsbaue zur Verfügung, gräbt der Fuchs seine Burg selbst. Sie enthält neben der Hauptröhre auch Fluchtröhren für ein rasches Ein- und Ausfahren. Sonnenseitige Lagen werden bei der Bauanlage bevorzugt. Der Bau stellt das Aktionszentrum eines Reviers dar, das sich je nach Art der Landschaft und in Abhängigkeit von Nahrungsangebot und Fuchsdichte zwischen 5 und 50 Quadratkilometer ausdehnen kann. Füchse laufen gut und ausdauernd, jagen aber meist allein. Die soziale Organisation der Füchse unterscheidet sich daher in starkem Maße von jener der größeren Hundeartigen wie den Wölfen und Schakalen.



Lebensraum :



Trotz des derzeitigen Tollwutseuchenzuges in Mitteleuropa und zahlreicher Maßnahmen zu seiner Reduzierung hat der Rotfuchs sein Verbreitungsgebiet vergrößert und ist in seiner Anzahl gestiegen . In Deutschland kommt die Art nahezu flächendeckend vor. Die Diversität ihrer Lebensräume ist ein Zeichen hoher Anpassungs- und Lernfähigkeit. Somit ist der Rotfuchs sowohl in Hochgebirgslagen, wenn auch in geringsten Dichten, als auch in den Tiefebenen anzutreffen.
Generell meidet er flaches, offenes Land, sehr offene Feldfluren mit wenig Gebüsch und Hecken sowie Gebiete mit hohem Grundwasserspiegel. Ebenso stellen große, zusammenhängende Waldgebiete für den Fuchs einen suboptimalen Lebensraum dar. Mit Ausnahme der Wintermonate, in denen der Fuchs im Wald Fallwild findet, sind die Nahrungsressourcen hier eher knapp. Dennoch kommt dem Wald in Feldnähe große Bedeutung als Tageseinstand zu. In der Regel ist der Jagddruck auf den Fuchs im Wald gering. Es finden sich vor allem hier die zur Welpenaufzucht genutzten sowie die zur Ranzzeit und in der Abwanderungsphase der Jungfüchse als Kommnunikationszentren dienenden Baue. Allgemein stellt die anthropogen geschaffene Kulturlandschaft für den Fuchs einen ökologisch vielfältigen, reich strukturierten Lebensraum mit einem mannigfaltigen, über das ganze Jahr vorhandenen Nahrungsangebot dar. Solche heterogenen Lebensräume mit entsprechender Ressourcenvielfalt sorgen langfristig für größere und stabilere Fuchspopulationen als homogene Habitate. Zunehmend häufiger besetzt der Rotfuchs auch urbane Gebiete.

Da der Rotfuchs nach § 2 Abs. 1 Bundesjagdgesetz dem Jagdrecht unterliegt ,steht die Präferenz eines Habitats in unserer Kulturlandschaft allerdings auch in einem engen Zusammenhang mit der Jagdintensität auf den Fuchs. Bei einem hohen Jagddruck wird die Eignung des Lebensraumes vor allem durch die Qualität und Quantität von Unterschlupf- bzw. Deckungsmöglichkeiten und weniger durch das Nahrungsangebot bestimmt. Weiterhin ist auch die Nähe von Artgenossen für die Wahl des Lebensraumes von Bedeutung.



Home Range-Größe :



Der Rotfuchs ist ein in der Regel territorial lebendes, standorttreues Wildtier. Das Gebiet, das er besetzt und in dem er seinen alltäglichen Aktivitäten nachgeht, wird als home range (Aktionsraum, Streifgebiet) bezeichnet.Ein Streifgebiet muß dem Fuchs alle, zum Überleben notwendigen Ressourcen, wie Deckung, zu allen Jahreszeiten verfügbare Nahrung, Geschlechtspartner und Baue zur Welpenaufzucht bieten. Die Größe eines Streifgebietes schwankt daher zum einen in Abhängigkeit von der Habitateignung sowie von der sozialen Stellung des Fuchses. Zum anderen bestimmt die Populationsdichte die Größe des home range.
Je größer die Fuchsdichte, desto kleiner ist das Streifgebiet, sofern die notwendigen Lebensbedingungen gegeben sind.



Populationsdichte :



Füchse leben in ihrem Verbreitungsgebiet in sehr unterschiedlichen Dichten, die durch das Vorhandensein und Zusammenwirken einer Vielzahl von Faktoren bestimmt werden. Geringere Dichten sind in der Regel dort zu verzeichnen, wo Tollwut und ein starker Jagddruck herrschen. Desweiteren bestimmen Nahrungsangebot und die Eignung des Habitats bzw. der Habitattyp die Besatzstärke.

Da Füchse sich der direkten Zählung entziehen, ist eine genaue Ermittlung der absoluten Populationsdichte nicht realisierbar. Die Erfassung der Wurfbaue in einem Gebiet zur Zeit der Welpenaufzucht (Wurfbauindex) läßt dagegen am ehesten eine Schätzung der absoluten Populationsdichte (Frühjahrsdichte) zu. Dennoch ist diese Methode sehr aufwendig und nur auf kleinen Flächen durchführbar. Nach BRAUNSCHWEIG läßt sich die Höhe des Fuchsbestandes annähernd aus den Abschußzahlen und biologischen Daten wie Vermehrungsrate, ermittelte Tollwutzahlen und Frühverlusten ermitteln. In der Regel erfolgt jedoch eine grobe Schätzung der Fuchsdichte allein anhand der jährlich je Flächeneinheit erlegten Füchse (Hunting Indicator of Population Density- HIPD), wobei die Fuchsstrecke dem Frühjahrsbesatz des jeweiligen Jahres entspricht (GORETZKI). Wird für diesen Zeitraum ein gleichbleibender Jagddruck vorausgesetzt, so können mit Hilfe dieser indirekten Methode über Jahre hinweg Besatzzu- oder -abnahmen erkannt werden (LABHARDT). Für Vergleiche zwischen verschiedenen Gebieten eignet sich der HIPD nur bedingt, da regional und/oder temporär die Motivation der Jäger zur Fuchsjagd erheblich variieren kann. ZIMEN stellte fest, daß die Motivation zur Fuchsbekämpfung hauptsächlich vom Interesse am Niederwild bestimmt wird und diese wiederum ungefähr umgekehrt proportional zum Waldanteil der Reviere korreliert. Auch FUNK bestätigte daß Füchse generell in niederwildreichen Mischgebieten stärker bejagt werden als in niederwildarmen Waldgebieten.
Nur mit Vorsicht und unter Vorbehalt, daß die jährlich ermittelten Fuchsstrecken nicht unbedingt die tatsächliche Bestandsdynamik widerspiegeln und vor allem regional unterschiedliche Streckenergebnisse nicht immer auf entsprechende Unterschiede in der Fuchsdichte hinweisen, stellt die Schätzung der Fuchsbesätze anhand der Jagdstatistik dennoch die einfachste Methode dar.



Abwanderung der Jungfüchse :



LIDICKER definiert jedes dauerhafte Verlassen des home range und die darauffolgende Suche des home range-losen Tieres nach einem neuen home range als Abwanderung oder Dispersion. Es handelt sich dabei vor allem um 6 bis 10 Monate alte Jungfüchse, die aus dem elterlichen Gebiet emigrieren, um sich in einem neuen home range anzusiedeln und im Alter von 10 bis 12 Monaten fortzupflanzen. Dabei variieren die Abwanderungsbewegungen, die Entfernungen und die Dauer des Umherziehens vor dem Seßhaftwerden.

Allgemein können drei Phasen der Migration beobachtet werden (LABHARDT):

- Rasches Abwandern aus dem elterlichen Gebiet
- angsamere, ungerichtete Bewegung
- Endgültige Etablierung in einem neuen home range.
Eine Verschlechterung der Lebensgrundlagen, insbesondere des Nahrungsangebotes sowie andere Störfaktoren können ebenfalls die Abwanderung adulter Füchse zur Folge haben. Dennoch ist die Migrationsrate in der Altersklasse der subadulten Füchse besonders hoch (CARIUS). Auch FUNK beobachtete an telemetrierten Füchsen , daß lediglich juvenile Füchse abwanderten, adulte dagegen niemals. Verantwortlich hierfür sind zum einen das sich ändernde soziale Verhalten in der Familiengruppe sowie steigende Unverträglichkeiten zwischen den Geschwistern und vor allem den Vatertieren und ihren männlichen Nachkommen im Herbst. Zum anderen liegen die Gründe im Habitat selbst bzw. dem Angebot an lebenswichtigen Ressourcen. Der biologische Sinn der Dispersion der Jungfüchse aus dem elterlichen Gebiet liegt dabei vor allem in der Inzuchtvermeidung, der Besiedlung neuer Lebensräume und damit verbunden in der Ausbreitung der Art sowie in der Dichteregulation (LABHARDT).

Die meisten Abwanderungen erfolgen im Zeitraum September bis November mit deutlichem Schwerpunkt im Oktober (FUNK). Untersuchungen an telemetrisch überwachten Füchsen im Saarland ergaben, daß Jungrüden häufiger abwandern und dabei durchschnittlich größere Distanzen zurücklegen als Jungfähen (LABHARDT,FUNK). Im Gegensatz zu den Fähen war die Abwanderhäufigkeit bei Rüden dichteunabhängig. Die Luftliniendistanzen der Abwanderung erwiesen sich dabei als nicht geschlechtsspezifisch und lagen zwischen 4 und 80 km (FUNK).



Fortpflanzung :



Füchse werden im Alter von 9 bis 10 Monaten geschlechtsreif (LABHARDT). Das Fortpflanzungsgeschehen erstreckt sich in Mitteleuropa auf die Zeit von Ende Dezember bis Mitte Februar, wobei die Ranz bei mildem Wetter früher, bei kaltem später einsetzen kann. Nach einer Tragzeit von 51 bis 53 Tagen werden von der Fähe in der Regel 4 bis 6 Welpen geworfen. Die Wurfgröße wird beeinflußt durch das Nahrungsangebot, das Alter, die Kondition und die Gesundheit der Fähe sowie durch die Fuchsdichte und die Witterung. Da Füchse als Nesthocker blind zur Welt kommen und ihre Thermoregulation in den ersten drei Lebenswochen nur mangelhaft ausgebildet ist, benötigen sie möglichst unterirdische Baue, die sie vor Nässe, Kälte und nicht zuletzt auch vor Feinden schützen. Mit der 11. bis 12. Lebenswoche verlassen die Fuchswelpen den Bau.

Die mittlere Lebenserwartung eines Fuchses beträgt unter einheimischen Bedingungen 10 bis 18 Monate. Die Sterberate liegt im 1. Lebensjahr bei 60 bis 80% und ab dem 2. Lebensjahr bei 50%. Als Todesursachen kommen dabei vor allem die Jagd, Krankheiten, Straßenverkehr und natürliche Feinde in Betracht.

Der Anteil reproduzierender Fähen an der Gesamtzahl fortpflanzungsfähiger weiblicher Füchse ist abhängig von der Fuchsdichte und liegt zwischen 25% und 97%. Die Füchse verfolgen unterschiedliche Reproduktionsstrategien. Zum einen ist die sogenannte r-Strategie zu beobachten, für die eine schnelle Entwicklung, eine hohe Nachkommenzahl bei relativ kurzer Lebenserwartung und starke Populationsschwankungen charakteristisch ist. Dem gegenüber steht die k-Strategie, wobei beispielsweise Füchse mit dieser Form der Reproduktionsstrategie eher zu einer langsamen Entwicklung, geringen Welpenanzahl, längeren Lebensdauer und langfristig gleichbleibenden Populationsdichte tendieren. Instabile Umweltbedingungen (starkes Tollwutvorkommen, hoher Jagddruck) begünstigen eher eine r- als eine k-strategische Reproduktionsoptimierung.

Bezüglich ihres Fortpflanzungsverhaltens werden Füchse in der Literatur als monogam beschrieben, auch wenn bisher keine echte Monogamie von freilebenden Füchsen nachgewiesen wurde. Bei den in den Literaturangaben als monogam beschriebenen Fuchsgruppen handelt es sich entweder um Tiere nach der Abwanderung oder um Familiengruppen, in denen die fehlende Reproduktion subdominanter Fähen vermutlich auf einer statusabhängigen reproduktiven Unterdrückung durch die dominante, reproduzierende Fähe beruht (sozial erzwungene Monogamie). FUNK berichtete weiterhin von einer von ihm sowohl im Freiland als auch im Gehege beobachteten Polyandrie von Fähen und Polygynie von Rüden als ein Adaptationsverhalten der Füchse an hohe Mortalitätsraten.



Nahrungsspektrum :


Von der Vegetation hängen die Art und die Verfügbarkeit von Nahrung ab. Bodentyp, Landschaftstopographie und Höhe des Grundwasserspiegels haben Auswirkungen auf potentielle Fuchsbauorte. Nicht zuletzt bestimmt die anthropogene Bodenflächennutzung Qualität und Quantität biotischer Faktoren, wie Nahrungsangebot, verfügbare Beutetierarten, Störungen durch den Menschen, Jagddruck und natürliche Feinde.Dem Fuchs ist eine vielseitige Ernährungsweise eigen, die ihm ein opportunistisches Verhalten ermöglicht. Demnach ist er in der Lage sich rasch auf andere Nahrung umzustellen, falls sich eine bisher genutzte Nahrungsart qualitativ oder quantitativ verändert. Das große Nahrungsspektrum erlaubt es diesem Kaniden, ein weites Verbreitungsareal von unterschiedlicher ökologischer Prägung zu besiedeln. Ein mannigfaltiges Nahrungsangebot erfordert schließlich eine kleinräumige Nutzung, solange genügend Geschlechtspartner, Unterschlupfmöglichkeiten und Orte zur Welpenaufzucht verfügbar sind. Besonders die anthropogen geschaffene Kulturlandschaft mit ihrer ökologischen Vielfalt an Feldgehölzen, Hoch- und Kurzgraswiesen, Obstbäumen und Ackerland bietet dem Fuchs ausreichende Nahrungsressourcen (LABHARDT). Somit ist er durchaus in der Lage unabhängig von der Dichte und Dynamik potentieller Beutetiere zu existieren, da in der dicht besiedelten Kulturlandschaft "Ersatznahrung" im Überfluß vorhanden ist (GORETZKI).


Aus ökonomischen Gründen bevorzugt der Fuchs diejenige Nahrung, die mit dem geringsten Energieaufwand zu erreichen ist. In erster Linie sind dies in mitteleuropäischen Flachlandgebieten Feldmäuse, die in guten Jahren in sehr großer Zahl vorhanden und für den Fuchs relativ einfach zu fangen sind. Dennoch treten gerade bei Mäusen aber auch bei Kaninchen, die ebenfalls häufige Beutetiere des Fuchses darstellen, immer wieder Poppulationsschwankungen auf, die allerdings dank der opportunistischen Ernährungsweise ausgeglichen werden können.
Füchse sind vielseitig und versorgen sich mit verschiedenartigster Nahrung. Die Grundlage bilden zumeist Mäuse, die sie mit elegantem Sprung erbeuten und blitzschnell schnappen, bevor sie zwischen den Pfoten entkommen können. Da die Pfoten nicht mit Krallen bewehrt sind, welche die Beute sicher greifen, leisten sie beim Mäusefang nur Hilfestellung. Die lange, spitz auslaufende Schnauze kann dafür sehr schnell und sicher zupacken. Kleine Beutetiere werden rasch und mit nur wenigen Kaubewegungen Verschlungen ("hinabgewürgt"), denn die Zähne taugen besser zum Zupacken, Schneiden und Reißen als zum Kauen. Neben Mäusen jagt der Fuchs nahezu alle anderen Tiere geeigneter Körpergröße, die in seinem Lebensraum vorkommen: Rehkitze, Hasen, Hühnervögel - darunter auch Haushühner, was ihm vielerorts einen recht schlechten Ruf als Hühnerdieb eingebracht hat. Nicht nur freilaufende Hühner fallen ihm zum Opfer, auch solche, die in Gehegen oder Ställen untergebracht sind, weil sich die Füchse geschickt unter dem Draht durcharbeiten, wenn keine Bodensicherung angebracht ist.
Gern schnürt der Fuchs an Gewässern entlang und sucht Nester von Enten, Bläß- und Teichhühnern, frißt mitunter einen Frosch oder nimmt einen Fischkadaver auf. Regelmäßig suchen Füchse die Autostraßen nach überfahrenen Tieren ab; die meistens der nächtlichen Opfer sind dann schon abgeräumt, bevor der Tag anbricht. Sogar mit Regenwürmern, Engerlingen und anderen Insektenlarven, mit Heuschrecken und Maikäfern nimmt der genügsame Fuchs vorlieb. Zeitweise erlangt Pflanzenkost erhebliche Bedeutung, etwa zur Heidelbeerenzeit. Füchse untersuchen nicht selten auch des Nachts die Abfallkörbe der Stadtparks und stehlen sogar Schlachtabfälle.


Alters- und Geschlechtsbestimmung :


Da Füchse einmal im Jahr in dem Zeitraum von März bis April werfen, läßt sich das Alter der Jungfüchse in den ersten Lebensmonaten leicht bestimmen. Als fiktives Geburtsdatum wird allgemein der 01. April angenommen .Zur exakten Altersbestimmung, die nur am toten Tier erfolgen kann, sind verschiedene Methoden gebräuchlich.Das Milchgebiß bei Jungfüchsen ist ca. in der dritten bis vierten Lebenswoche vollständig. Im Alter von fünf bis sechs Monaten ist der Zahnwechsel abgeschlossen und das Dauergebiß mit 42 Zähnen vollständig. Im ersten Lebensjahr weisen die Incisivi (insbesondere I1) eine deutliche Dreilappung und eine weiße Kaufläche auf. Mit fortschreitendem Alter nutzen sich die Haupt- und Seitenlappen der Incisivi ab und sind im zweiten Lebensjahr kaum noch zu erkennen. Das Dentin auf der Kaufläche ist nun als brauner Fleck sichtbar.Nach dieser Methode wurden die untersuchten Füchse den Altersklassen "juvenil" und "adult" zugeordnet. Zur Altersklasse "juvenil" zählten alle unter 12 Monate alten Füchse und zur Altersklasse "adult" diejenigen, die älter als 12 Monate waren. Dieser Methode wird eine Zuverlässigkeit von rund 90% zugesprochen.
Die Bestimmung des Geschlechts erfolgt anhand der äußeren Genitalorgane.

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