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24.01.2009

Der Verlust eines tierlichen Begleiters

Der Verlust eines tierlichen Begleiters
Stand: Februar 2008


Ihr tierlicher Begleiter ist ein Familienmitglied. Genauso wie beim Verlust eines Eltern- oder Geschwisterteils, eines Partners oder lieben Freundes, kann die Trauer über den Verlust eines Tieres überwältigend und sogar extrem zehrend sein. Doch leider versteht die Gesellschaft nur zögerlich, wie wichtig formelle Vorgänge bei dem Tod von Tieren wären. Die meisten Firmen erkennen den Tod eines tierlichen Begleiters nicht als Urlaubsgrund an. Vielleicht wird der Vorfall Ihren Freuden, Familienmitgliedern und Arbeitskollegen egal sein. Da es niemanden gibt, an den sie sich wenden können, versuchen Tier“besitzer“ häufig, ihre Trauer zu verbergen oder sie ist ihnen sogar peinlich. Seine Gefühle zu verbergen oder sie zu verleugnen, wenn man einen Verlust erfährt, kann sich schädlich auswirken. Doch zum Glück gibt es Wege, damit fertig zu werden.

Verschiedene Arten des Verlustes
Der Tod kann unerwartet kommen oder auf eine lange Erkrankung oder hohes Alter folgen. Gleichermaßen schmerzhaft ist ein unerwarteter Tod, wie durch einen Auto- oder anderweitig tödlichen Unfall. Wenn menschliches Versagen oder Boshaftigkeiten für das Abtreten des Tieres verantwortlich sind, erschweren Schuldgefühle oder Wut häufig eine sowieso harte Zeit. Sollte ein menschliches Verschulden in Erwägung gezogen werden, greifen Sie nicht den offiziellen Ermittlungen vor. Gesetze im Hinblick auf den Schutz von Tieren und einer Entschädigung für den Menschen, werden immer wieder verbessert. Besuchen Sie die Internetseite Ihres Gesetzgebers, um weitere Informationen zu erhalten. Es passiert immer wieder, dass Hunde gestohlen oder Katzen versehentlich freigelassen werden und dann einfach verschwinden, so dass die „Besitzer“ keine Chance haben, sich zu verabschieden und nicht wissen, wo sich das Tier befindet und wie es ihm geht. Auch eine Scheidung oder anderweitig ausgelöste Trennungen von dem Tier, können Trauer auslösen.

Euthanasie
Sollte sich die Lebensqualität Ihres Begleiters insofern verändert haben, als dass Therapien und Medizin nicht mehr helfen können, ist Euthanasie die einzig humane Lösung. Sprechen Sie diese Option ausführlich mit Ihrem Tierarzt durch. Wenn Sie sich dafür entscheiden, das Leid Ihres Freundes zu beenden, bestehen Sie darauf, während des Prozesses bei ihm oder ihr zu bleiben. Erkundigen Sie sich über den möglichen Einsatz von Beruhigungsmitteln, die das Ganze für das Tier so stressfrei wie möglich machen. So furchtbar sich das für Sie vielleicht anhört, doch Euthanasie ist niemals ein Fehler. Den Tod hinauszuzögern, in der Hoffnung, ein weiterer Tag würde alles verändern, führt meist nur zu einem weiteren Tag von Schmerz. Wahrscheinlich spürt Ihr Freund Ihren Schmerz auch und versucht, nur für Sie weiterzumachen. So müssen Sie sich im Nachhinein häufig mit starken Emotionen und Schuldgefühlen auseinandersetzen. Lesen Sie auch PETAs Faktenblatt „Euthanasie: Die mitfühlende Option“

Die Stadien der Trauer
Schon seit Jahrhunderten studieren Psychologen und Philosophen den Trauerprozess, doch erst vor kurzem begannen sie, die Folgen des Todes eines Tieres auf den Menschen zu erforschen. Elisabeth Kübler-Ross bietet eine Auswahl an Büchern zum Thema Sterben, Stadien der Trauer oder das Leben nach dem Tod. Durch ihr Buch „On Death and Dying“ (Interview mit Sterbenden) wurde sie berühmt. Dieses höchst wertvolle Buch von 1960 definiert fünf Stadien der Trauer: Leugnen und Isolation, Wut, Verhandeln, Depression und Akzeptieren. Die meisten zeitgenössischen Ärzte stimmen überein, dass das Fortschreiten der Stadien nur als Anhaltspunkt, um die Trauer zu verstehen, genutzt werden darf, da jede Person auf eine andere Weise trauert. Es sollte keinen Zeitplan geben, in dem festgelegt ist, wann Ihr seelischer Schmerz vorübergeht und Sie sollten sich auch keine Sorgen machen, wenn Sie ein Stadium überspringen oder beenden und wieder beginnen. Auch Schuldgefühle spielen bei der Trauer eine wichtige Rolle – man fühlt sich schuldig wegen der Euthanasie, weil man die Tür nicht richtig zugemacht oder den Hund hat ohne Leine laufen lassen – oftmals fühlen sich Menschen sogar schuldig, weil es ihnen langsam besser geht, so als ob das Loslassen einem Verrat gleichkommt. Eine gesunde Trauer bedeutet, Ihren Schmerz zu überwinden und ihn nicht Ihr ganzes Leben beherrschen lassen und sich, wenn die Zeit dafür gekommen ist, positiv an Ihren Gefährten zurück zu erinnern.

Wo Sie Trost finden
Schämen Sie sich nicht zu sehr, um andere um Hilfe zu bitten. Sie können an vielen Orten Trost finden. Selbsthilfegruppen werden immer zahlreicher - einige werden von Experten geleitet und erlauben Ihnen, Ihre Gefühle mit Menschen zu teilen, die Ihren Schmerz nachvollziehen können. Sie können bei Telefon-Hotlines anrufen und es gibt mittlerweile auch Bücher für Erwachsene und Kinder, die sich mit dem Tod eines tierlichen Begleiters befassen. Selbst im Internet können Sie tolle Gruppen, Trauerberater oder Chaträume finden. Mitfühlende Familienmitglieder und Freunde können Ihnen viel Trost spenden und, da sie Ihr Tier wahrscheinlich schon genauso lange wie Sie kennen, angenehme Erinnerungen teilen.

Der Abschied
Ein Begräbnis kann einen geeigneten Abschluss des Prozesses darstellen. Es gibt zahlreiche Tierfriedhöfe (eine Liste finden Sie unter: www.tierbestatter-bundesverband.de) und sogar Firmen, die Särge, Urnen (z. B.www.tierhimmelonline.de) oder Grabinschriften für tierliche Begleiter anbieten. Normalerweise steht einem Begräbnis im eigenen Garten nichts im Wege, dennoch sollten Se bei Ihrem Tierarzt, der Stadt oder Gemeinde nachfragen und abklären, welche Rahmenbedingungen Sie einhalten müssen. Es kann sein, dass Sie räumliche oder rechtliche Beschränkungen dazu zwingen, sich auf Ihre eigene Weise zu erinnern. Ihr Tierarzt kann Ihnen vielleicht ein Tierkrematorium empfehlen, so dass Sie die sterblichen Überreste Ihres Begleiters mitnehmen und in dem Lieblingspark oder –strand Ihres Freundes eine Trauerfeier abhalten können.

Nicht nur Sie trauern
Es ist ganz natürlich, dass Eltern Ihre Kinder vor der schmerzhaften Erfahrung des Todes bewahren wollen. Deshalb erfinden sie Geschichten über Tiere, die „weggelaufen“ sind oder „jetzt auf einem Bauernhof“ leben. Euthanasie sollte nicht als „Einschläfern“ bezeichnet werden – die Kinder könnten Angst vor dem Zubettgehen bekommen. Das Fernbleiben des geliebten Tieres kann jedoch trotzdem Gefühle von Schuld, Wut, Traurigkeit oder Verwirrung bei dem Kind auslösen. Abhängig von dem Alter des Kindes, wird es den Tod mehr oder weniger verstehen, aber eine ehrliche Erklärung und die Bereitschaft, Fragen zu beantworten und zuzuhören, wird auch Ihrem Kind durch diese schwierige Zeit helfen. Konsultieren Sie Ihren Tier- oder Kinderarzt und fragen Sie ihn nach Bezugsquellen, die Ihrem Kind den Verlust erklären können.

Vergessen Sie in dieser schweren Zeit auch auf keinen Fall Ihre anderen tierlichen Begleiter. Sie verstehen vielleicht nicht, was mit ihrem Freund geschehen ist. Deshalb sollten Sie den Tieren erlauben, den Körper ihres toten Kameraden zu sehen – so finden auch sie einen Abschluss. Häufig weisen hinterbliebene Tiere Zeichen von Depressionen auf, wie Appetitsverlust, unregelmäßige Schlafmuster oder der Suche nach ihrem Freund. Versuchen Sie, Routinen beizubehalten und ermöglichen Sie regelmäßige körperliche Aktivitäten. Kommen Sie nicht auf die Idee, so schnell wie möglich ein neues Tier zum Wohl Ihrer anderen Begleiter aufzunehmen. Sie brauchen ebenso wie Sie Zeit, um zu trauern – ein neues Familienmitglied, das zu frühzeitig in die Familie mit aufgenommen wird, kann zusätzlichen Stress verursachen.

Wenn Sie jemanden kennen, der ein Tier verloren hat
Das wichtigste, was Sie tun können, ist, zuzuhören und Mitgefühl zu zeigen. Fragen Sie auf keinen Fall, wann sich die Person ein neues Tier holen wird. Ermuten Sie Ihren Freund oder ihr Familienmitglied, lieb gewonnene Erinnerungen und wichtige Daten ihres Begleiters aufzuschreiben (Hilfe dazu finden Sie unter www.tierbiografie.de). Schicken Sie eine Kondolenzkarte. Sie könnten auch eine Spende an eine Tierschutzorganisation im Namen des Tieres leisten. Auf jeden Fall, erkundigen Sie sich regelmäßig bei Ihrem Freund, wie es ihm oder ihr geht.

Buchempfehlungen:
Elli H. Radinger: “Der Verlust eines Hundes – und wie wir ihn überwinden”
Susan Varley: „Leb wohl, lieber Dachs“ (für Kinder)
Bücher von Elisabeth Kübler-Ross
Hilfe, wenn Ihr Haustier vermisst wird, finden Sie unter www.tierdiebstahl.de und www.tiernotruf.org

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