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12.01.2009

Deutsche Zoo-Gorillas als Staatsgeschenk nach China?

Deutsche Zoo-Gorillas als Staatsgeschenk nach China?

Tierschützer kritisieren dubiosen Deal - Zielort Zoo Shanghai wegen Tierquälerei in Kritik

Am Mittwoch fällt der Startschuss für eine lange Odyssee deutscher Zoo-Gorillas, die in dem für seine Tierquälerei berüchtigten Zoo Shanghai enden soll. Gorilla-Junge Bokito (9) aus dem Zoo Berlin wird am 31. August im Safaripark Hodenhagen eintreffen und von dort wenig später mit Gorilla-Mädchen Quenta aus dem Zoo Saarbrücken sowie einem holländischen Tier nach Rotterdam weitergeschickt. Von dort sollen die Gorillas baldmöglichst als offizielles "niederländisches Staatsgeschenk" nach China - ausgerechnet in den Zoo Shanghai. "Unsere Fotos aus Shanghai belegen die dortigen Misshandlungen und den Missbrauch der Tiere für Zirkusshows. Dieses Schicksal erwartet nun auch die Gorillas aus Berlin und Saarbrücken", kritisiert Dr. Sandra Altherr von PRO WILDLIFE. Die Tierschutzorganisation hat die Zoos aufgefordert, von einer Abgabe der Gorillas nach China abzusehen.

Immer wieder geraten deutsche Zoos in die Kritik von Tierschützern, weil sie Menschenaffen und andere Wildtiere an völlig desolate Tierparks in aller Welt abschieben - oft, um Platz zu machen für jüngere, für das Publikum attraktivere Tiere. Gerade für Menschenaffen ist das Herausreißen aus ihrer Gruppe und eine fremde Umgebung besonders belastend, umso mehr wenn die neuen Haltungsbedingungen katastrophal sind. So gab z.B. 1997 der Zoo Hannover drei Orang-Utans nach Argentinien - keines der Tiere überlebte diesen Transfer lange. Und auch der Zoo Berlin hat bereits leidvolle Erfahrungen mit der Abgabe von Menschenaffen gemacht:

1997 starb Schimpanse Misoko, nachdem er nur zwei Wochen zuvor aus dem Zoo Berlin an einen Tierpark in Usbekistan abgeschoben wurde.



Bereits 2002 plante der Zoo Berlin, fünf ausgediente Schimpansen (Pedro, Karl, Lilly, Soko und Gusta) nach China zu geben. Doch PRO WILDLIFE enthüllte die gravierenden Missstände im Zoo Shanghai und anderen angedachten chinesischen Tierparks. Berlin beschloss daraufhin, die Schimpansen zu behalten.

Die geplante Abgabe des Gorillas Bokito stößt angesichts des drohenden Schicksals ebenfalls auf Protest: "Warum ist ausgerechnet China immer wieder erklärte Endstation ehemaliger Berliner Zoo-Schützlinge? Und warum soll Bokito zuvor noch mehrfach sein Zuhause wechseln, was für ihn immensen Stress und unnötiges Leiden bedeutet?" Das sind Fragen, die PRO WILDLIFE in einem Schreiben an den Berliner Zoodirektor Dr. Jürgen Lange stellt. Berlin hat als "Dauerleihgabe" aus China Panda-Bären und ist um gute diplomatische Beziehungen mit dem asiatischen Staat bemüht. In China gibt es keine Tierschutzgesetze, in Zoos herrschen häufig katastrophale Haltungsbedingungen. Auch die Misshandlung von Tieren ist an der Tagesordnung. Umso befremdlicher ist es, dass die Zoos Berlin, Saarbrücken und Rotterdam nun das Schicksal der ihnen anvertrauten Gorillas ausgerechnet im Zoo Shanghai besiegeln wollen. PRO WILDLIFE bezeichnet diese Pläne als verantwortungslos: Sollen Bokito und Quenta künftig auch Prügel beziehen, Handstand auf Kommando machen oder zum Reiten auf Ponys gezwungen werden? Das müssen zumindest die Tiere im Zoo Shanghai über sich ergehen lassen, wie unsere Fotos belegen", so Altherr.

Absurd ist auch, dass nach Angaben des als Zwischenstation fungierenden Safariparks Hodenhagen in Deutschland aufgezogene Gorillas als "niederländisches Staatsgeschenk" für China bestimmt sind. PRO WILDLIFE hat herausgefunden, dass Rotterdam im Gegenzug lebende Raritäten aus China erwartet, nämlich die nur dort lebenden und vom Aussterben bedrohten Gold-Stumpfnasenaffen.

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