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20.01.2009

Die Fuchszucht

Die Fuchszucht

Das Leben der Füchse in freier Wildbahn


Ein dem Fuchs sehr verwandtes Tier ist der Hund. Füchse sind genauso verspielt. Füchse genießen die Freiheit in gleichem Maße. Sie leben in Wäldern deren Reviergrößen von 20 - 50 Quadratkilometern reichen und graben ihre Höhlen, in denen sie leben und auch ihre Kinder zur Welt bringen, tief unter der Erde. Sie können eine Körperlänge bis zu 90 cm erreichen. Durch die ständige Verfolgung des Menschen haben sie ihre Aktivitäten weitestgehend in die Nacht verlegt. Füchse sind Einzelgänger, leben jedoch, wenn sie Nachwuchs erwarten oder haben als Familien zusammen. Sie sind geschickte Jäger und liebevolle Eltern. Nicht selten gehen Fuchspärchen nachts gemeinsam auf Jagd, um Beute zu erlegen, mit der sie ihre Kinder ernähren können.

Das Leben der Füchse auf Fuchsfarmen

Auch Füchse werden in sog. Pelzfarmen gehalten, um ihnen nach wenigen Monaten das Fell abzuziehen und es zu Pelz zu machen. Sie vegetieren auf Pelztierfarmen in Käfigen, deren durchschnittliche Bodenfläche 100 x 100 x 100 cm beträgt. Füchse leben in Freiheit in Revieren, deren Fläche 20 Millionen mal größer als die eines Farmkäfigs ist! Da sie, wie Nerze, ebenfalls Einzelgänger sind, ist es für sie unerträglich mit Artgenossen auf engstem Raum eingepfercht zu sein. In ihrer Verzweiflung werden sie zu Kannibalen. Füchse, die in freier Wildbahn liebevolle Eltern sind, beißen auf Pelztierfarmen ihre Kinder tot und beginnen diese nicht selten aufzufressen. Die jungen Füchse, die nicht gefressen wurden und die die Qualen der Gefangenschaft bis hierher überlebt haben, werden nach wenigen Wochen von ihren Müttern getrennt und vom Züchter meist zu zweit in einen Käfig gesteckt. Rangkämpfe und dauernde Angst sind an der Tagesordnung.

Für die Pelzzüchter in den EU- Ländern ist seit Juni 1999 bindend, gemäß den Empfehlungen des zuständigen Komitees für die Pelztierhaltung, Fuchskäfige mit einem sich im Käfig befindenden Rückzugsbereich sowie entweder einer erhöhten Plattform oder einer überdachten Nestbox auszustatten. Bereits 1990 wurde in den damaligen EU- Empfehlungen für die Fuchszucht eine Nestbox, die sich im Käfig befinden musste, verordnet. Jedoch halten sich die Züchter größtenteils nicht an diese Beschlüsse. In Finnland beispielsweise, sind diese EU- Empfehlungen seit 1992 gesetzlich verankert!

Einem Bericht des finnischen Tierschutzvereins 'Animalia' im Jahre 1995 ist jedoch zu entnehmen, dass viele Füchse weder einen Zugang zu einer gesetzlich vorgeschriebenen Nestbox, noch zu einer ebenfalls gesetzlich erforderlichen Plattform hatten! Als die staatlichen Einrichtungen Westfinnlands im Jahre 2000 eine Prüfung dieser Farmen vornahmen, stellte sich heraus, dass sich die Situation auf finnischen Pelzfarmen nicht geändert hatte! Nur 46 % aller Fuchsfarmen besaßen Plattformen oder Nestboxen und von diesen Farmen hatten nicht einmal die Hälfte aller Käfige überhaupt eines von beiden. Lediglich in der sog. Paarungs- und Aufzuchtszeit bekommen Füchse eine Nestbox, deren Bodenfläche 75 x 57,5 cm beträgt, zur Verfügung gestellt. Auch Füchse leiden massiv unter dem alltäglichen Terror, denen sie auf einer Pelztierfarm ausgeliefert sind. Apathisch liegen sie mit starren Augen hechelnd am Gitter des Käfigs, oder laufen, durch die Gefangenschaft wahnsinnig gemacht, unaufhörlich hin und her. Kein Tier, das dabei nicht schwer geistig geschädigt wird. Viele von ihnen haben jeglichen Lebenswillen verloren und verweigern sogar das Essen. Andere sitzen zitternd an der Käfigrückseite in ihrem eigenen Kot.

Ähnlich wie bei Nerzen überleben auch hier viele der Füchse nicht einmal die wenigen Monate, bis ihnen das Winterfell gewachsen ist. Der Terror der Gefangenschaft, die unerträgliche Nähe zu ihren Artgenossen und die damit verbundenen andauernden Kämpfe untereinander bringt vielen von ihnen einen vorzeitigen Tod.

Doch ums Überleben geht es auf Pelztierfarmen ohnehin nicht. Ab November rückt der Zeitpunkt des gewaltsamen Todes immer näher. Dieser wird in der Regel durch anale Stromstöße herbeigeführt: Der Züchter packt den Fuchs mit einer Zange am Genick. Dann zwingt er ihn auf eine Elektrode zu beißen und schiebt eine andere Elektrode in seinen After. Mit schmerzhaften Stromstößen und Todesangst wird ein einzigartiges Leben ausgelöscht, damit sich Menschen chic fühlen können - todchic!


Nutriafarmen:

Der Sumpfbiber (Nutria) ist Vegetarier. Auf Pelzfarmen verbringt er meist sein kurzes Produktionsleben auf Betonböden. Einige haben das Glück, Zugang zu einem künstlichen Wassergraben zu haben. Nicht nur das Fell der Tiere, sondern auch ihr Fleisch wird genutzt, nicht selten wird es durch den Fleischwolf gedreht und auf der gleichen Farm an Nerze und Füchse verfüttert.


Chinchillafarmen:

Die kleinen springgewaltigen Pelztiere aus den Andenregionen Südamerikas vegetieren für die Pelzproduktion in 0,1-0,2 Quadratmeter kleinen Käfigen und stehen größtenteils auf Draht. Bis zu 50 % Todesraten sind durchaus keine Seltenheit. In Deutschland gibt es noch Hunderte solcher Chinchillazuchten.


Der Fallenfang

Eines vorweg: Es gibt keine humanen Fallen. Keine, die harmlos ist und die dem Tier keinen oder nur geringen Schaden zufügt. Das Gerede davon ist nichts weiter als eine Strategie der Pelzindustrie, um die Proteste gegen die Fallenstellerei verstummen zu lassen. Fallen werden immer mit dem Ziel gestellt, entweder unmittelbar zu töten oder solange am jeweiligen Tier festzuhalten, bis es vom Fallensteller/in aufgefunden und anschließend umgebracht wird.

Auch wenn heute nur noch 1/4 der zu Pelz verarbeiteten Felle aus dem Fallenfang stammt, spielt dieser für die Pelzindustrie nach wie vor eine große Rolle. Der Zeitschrift 'Pelz & Mode aktuell' ( Nr.7, 1997/98) ist zu entnehmen, dass 0,2 % der in der BRD verarbeiteten Felle aus der sog. Jagd & Hege und 15,3 % aus sog. Schädlingsbekämpfung stammen. Der zutiefst verachtende Begriff Schädling soll die Notwendigkeit einer Bekämpfung der zu Schädlingen degradierten Tiere suggerieren. Darüber hinaus erweckt er den Anschein, als ginge es in erster Linie nicht um das profitbringende Fell, sondern um die Bekämpfung eines Tieres, welches dem Menschen Schaden zufügt. Als sei das Fell quasi nur das Abfallprodukt, das ohnehin anfallen würde und für das es keine Verwendung gäbe, wenn die Pelzindustrie es nicht zu Pelz verarbeiten würde.

Selbst wenn Tiere tatsächlich Schäden anrichten, so geschieht dies in erster Linie dort, wo der Mensch in ihr Habitat und ihre Nahrungsgrundlagen eingreift. Darüber hinaus gibt es effektive Methoden, derartige Schäden zu vermeiden ohne irgendein Tier zu ermorden. Zu den Schädlingen werden u.a. Rotfüchse, Waschbären, Bisams und Kaninchen erklärt. Diese Tiere fallen in Deutschland der Jägerschaft zum Opfer. Dabei kann jedes Tier in eine Falle laufen, fliegen oder schwimmen! Fallen können nicht nach ihren Opfern unterscheiden! Ihre Bügel schlagen sich ebenso um die Beine einer Katze, die durch den Wald schleicht, wie auch um die eines Hasen, wenn dieser den Auslösemechanismus berührt.


Fallentypen:

Tellereisen


In Kanada, Russland und den meisten Staaten der USA wird der Grossteil der Tiere mittels des sog. Tellereisens gefangen. Die meisten Felle aus dem Fallenfang, die in den Pelzhandel gelangen, stammen aus diesen Ländern. In zahlreichen Ländern, seit 1995 EU-weit und auch in einigen Staaten der USA ist das Tellereisen aufgrund seiner Grausamkeit verboten! Diese Falle ist bei den Fallenstellern sehr beliebt, weil das Fell der Tiere beim Zusammenschlagen der Bügel kaum beschädigt wird. Sobald ein Tier den Auslösemechanismus berührt, krachen die Bügel der Falle mit voller Wucht zusammen und klemmen sich um ein Bein oder den Kopf des Tieres. Die meisten Verletzungen entstehen jedoch nicht beim Zusammenschlagen der Bügel, sondern bei dem verzweifelten Versuch der Tiere, dieser Falle wieder zu entkommen. Neben Fleischwunden, Knochenbrüchen und Prellungen, wetzen sich die Tiere rasend vor Schmerz und in Todesangst oft die Zähne bis auf die Kieferknochen ab! Schätzungen zufolge beisst sich jedes vierte Tier sogar Pfoten und Beine ab, um zu entkommen. Sie versuchen alles, um wieder frei zu sein! Damit entgehen sie zwar dem Fallensteller und ihrer späteren Verarbeitung zu Pelz, sterben aber in den meisten Fällen dennoch an einem Blutverlust. Die früher ausschließlich aus Stahl bestehenden Zähne und Bügel der Fallen, werden seit einiger Zeit gepolstert und gummiert und als humane Falle verkauft. Dies ändert jedoch nichts an den Qualen, die der Fallensteller den Tieren in jedem Fall antut! Wenn sich die Bügel eines Tellereisens erst einmal um die Beine eines Tieres geschlagen haben, so wird dieses gewaltsam darin festgehalten. Die stunden- oder tagelangen Kämpfe um sein Leben sind vergebens. Die Tiere, die in dieser Zeit nicht verdursten, verhungern, verbluten oder erfrieren und vom Fallensteller lebendig vorgefunden werden, werden nun von diesem entweder erwürgt oder erschlagen. Seit 1997 gibt es innerhalb der EU eine Verordnung zum Verbot der Einfuhr von Pelzen und Waren bestimmter Wildtierarten aus Ländern, die Tellereisen oder den internationalen humanen Fangnormen nicht entsprechende Fangmethoden anwenden. Mittels eines Rahmenübereinkommens mit Kanada und Russland jedoch, schliesst diese Verordnung nicht den Import von Fellen aus, die nachweislich von Tieren stammen, die per Tellereisen gefangen wurden. Die Festlegungen in diesem Rahmenübereinkommen, in der EU- Verordnung internationale humane Fangnorm genannt, lauten wie folgt:

Erlaubt sind nach wie vor

- Tellereisen in einer Übergangsfrist von 2-4 Jahren

- gepolsterte Tellereisen

- Unterwassertellereisen, die das Tier so lange im Wasser festhalten bis es ertrunken ist.

Wie grausam diese Fallen sind, wird ersichtlich, wenn man bedenkt, dass allein ein Biber, der in einer Unterwasserfalle gefangen ist, einen circa 9minütigen Todeskampf vor sich hat.

Totschlagfallen (bzw. Reusenfallen) sind nach dem Rahmenübereinkommen mit den USA, Kanada und Russland erlaubt. Sie gelten gar als human, obwohl ein Tier, welches darin gefangen wird, einem circa fünfminütigen Todeskampf entgegen blickt! Eine andere weitverbreitete Falle dieser Art ist die sog. Conibearfalle, die auch in Deutschland benutzt wird. Tiere, die damit gefangen werden, sollen sofort durch Genickbruch umgebracht werden. Feldstudien belegen jedoch, dass circa 85% der Tiere, die in diese Falle geraten, nicht sofort sterben! Je nach Körpergröße und Reaktion des Tieres schlagen sich die Bügel der Falle nicht um das Genick des Tieres, sondern klemmen beispielsweise ein Bein oder ein anderes Körperteil ein. Derartig gefangen hängt das Tier dann stunden- oder tagelang darin fest. Entweder bis es verblutet oder verdurstet ist, oder bis der Fallensteller/in es findet und totschlägt.

Die Schlingenfalle ist in Deutschland verboten. Tiere, die von ihr am Kopf umschlungen und festgehalten werden, werden nun bei ihren Versuchen zu entkommen langsam erdrosselt. Auch hier dauert ihr Todeskampf mehrere Minuten.


Lebendfallen

Tiere, die aus ihrer gewohnten Freiheit gerissen und in einer sog. Lebendfalle eingesperrt werden, erfahren nicht nur den psychischen Schmerz ihres Freiheitsentzuges. Auch sie versuchen zu fliehen und können sich bei diesen Versuchen massivste Verletzungen zufügen. Selten gelingt wirklich einem Tier die Flucht in die Freiheit. Die meisten werden vom Fallensteller/in aufgesucht, gefunden und erschlagen.

Felle von der grünen Wiese

Trefflicher kann das Deutsche Pelz- Institut (DPI) die entwürdigende Situation der Tiere, die für den Profit der Pelzindustrie leiden müssen und umgebracht werden wohl nicht verspotten. Laut den Verlautbarungen des DPI soll der zweitgrösste Teil der Felle, die in Deutschland verarbeitet werden von Tieren stammen, die auf der sog. "grünen Wiese" gehalten wurden. Da aus dem Fell dieser Tiere Pelz, aus ihren Haaren Wolle, aus ihren Körpern Fleisch gemacht und ihr Leichnam quasi fast vollständig vermarktet wird, soll das Töten dieser Individuen moralisch unbedenklich sein. Als sei Ihr Fell ja schließlich nur ein Nebenprodukt. Etwas, dass sowieso abfällt.

Unter welchen Bedingungen diese Tiere dort jedoch vegetieren müssen, die Angst, die jedes einzelne spürt, kurz bevor es umgebracht werden soll und wie sie letztendlich ermordet werden, bleibt wie immer außen vor. Und von welcher grünen Wiese das DPI wohl träumt, wenn es beispielsweise um die Felle von Kaninchen geht, welche heutzutage ausschließlich in einem Stall in einer Intensivhaltung vegetieren und mit Sicherheit nie auf einer grünen Wiese standen oder stehen werden, bleibt wohl ebenfalls ihr Geheimnis.

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