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11.01.2009

Die große Schlacht um das Elfenbein

Die große Schlacht um das Elfenbein
Anstieg von Wilderei und Elfenbeinschmuggel - PRO WILDLIFE: "Der Elfenbeinhandel ist unkontrollierbar!"

Auf der vom 10. bis 20. April stattfindenden Tagung des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (WA) werden die Afrikanischen Elefanten im Mittelpunkt der Debatten stehen. Vier Länder - Simbabwe, Namibia, Botswana und Südafrika - wollen das Handelsverbot für Elfenbein lockern. "Eine Entscheidung für den Elfenbeinhandel wäre für den Schutz der Dickhäuter fatal", so Daniela Freyer von der Münchner Artenschutzorganisation PRO WILDLIFE. Denn bereits jetzt haben Wilderei und Elfenbeinschmuggel zugenommen. Allein in den vergangenen Monaten wurden mehr als 13 Tonnen Elfenbein beschlagnahmt, wie z.B. vor wenigen Tagen in Lissabon.

Auf der letzten Artenschutzkonferenz (Juni 1997 in Simbabwe) wurde der höchste Schutzstatus für die Elefantenbestände in Simbabwe, Namibia und Botswana aufgehoben. Unter strengen Auflagen sollte der einmalige Export von Elfenbein nach Japan erlaubt werden. Doch obwohl die Bedingungen für die Freigabe des Handels von den beteiligten Ländern offensichtlich nicht erfüllt wurden, fand 18 Monate später der Verkauf von 50 Tonnen Elfenbein an Japan statt.

Auf der diesjährigen Konferenz wollen die drei Länder sowie Südafrika einen regelmäßigen Verkauf von jährlich 54 Tonnen Elfenbein durchsetzen. Nicht nur Artenschützer in aller Welt, sondern auch die Länder Zentral- und Ostafrikas sowie Asiens fürchten nun um ihre Elefantenbestände. "Seit den Massakern an Elefanten in den 80er Jahren hat sich nichts geändert", so die berühmte Elefantenforscherin Cynthia Moss in Kenia. "Die Gesetze sind genauso zahnlos, die Naturschutzbehörden afrikanischer Länder haben noch weniger Geld und die Korruption ist noch schlimmer geworden." Erhalten die Handelsvorhaben der vier Länder die erforderliche Zweidrittelmehrheit, würde einer der größten Artenschutzerfolge der Vergangenheit zunichte gemacht werden. "Die Vorfälle von Wilderei und Elfenbeinschmuggel der letzten Monate haben wieder einmal bewiesen, dass ein kontrollierter Handel mit Elfenbein unmöglich ist", bestätigt Daniela Freyer.

Die Armut in vielen afrikanischen Ländern ist geradezu ein Nährboden für Wilderei und Korruption. Die Wildhüter sind oft schlecht ausgerüstet, in Behörden sitzen Komplizen des Tierschmuggels. Dies wird deutlich am Beispiel Simbabwe: Der Chef der Nationalparkbehörde wurde im Januar seines Amtes enthoben, nachdem die Veruntreuung von Geldern bekannt wurde. Dem Verteidigungsministerium Simbabwes wird der Schmuggel geschützter Tiere in Militärmaschinen vorgeworfen. Die Situation in den anderen Ländern, die mit Elfenbein handeln wollen, ist kaum besser.

Das Argument, die Elefanten würden Felder vernichten sowie Menschen bedrohen und dürften deshalb nicht geschützt bleiben, kann von den Artenschützern leicht entkräftet werden: "Ein absolutes Handelsverbot für Elfenbein erlaubt den Ländern durchaus, gegen sogenannte "Schadelefanten" vorzugehen. Doch der Handel mit Elfenbeinwürde ganze Wildererbanden wieder auf den Plan rufen."

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