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20.01.2009

Die Nerzzucht

Die Nerzzucht


Das Leben der Nerze in freier Wildbahn

Nerze gehören zur Familie der Marder. Sie leben in Erdhöhlen, an Flussläufen, Bächen und Seen und bauen dort auch ihre Nester. Nerze sind Wassertiere und verbringen ca. 60% bis 80% im Wasser, klettern aber auch auf Bäume. Sie sind sehr bewegungsfreudig und flink und werden ca. 7-10 Jahre alt. Sie erreichen eine Körperlänge von 50 cm bis 60 cm. Als Raubtiere sind sie sehr territorial. Dauernd aktiv leben sie in Revieren von bis zu 20 Quadratkilometern.

Artgenossen des gleichen Geschlechts werden sofort vertrieben. Sie sind Einzelgänger und treffen sich mit ihren Artgenossen ausschliesslich zur Paarung. Im April und Mai bringen sie ihre 1- 5 Kinder zur Welt. Die jungen Nerze werden blind geboren und öffnen erst nach 30-35 Tagen ihre Augen. Ihre Mutter säugt sie 4-5 Wochen. Nach 4 Monaten trennen sie sich schließlich von ihrer Familie. Nerze jagen sowohl im Wasser, als auch an Land und in Ufernähe. Die kurzen Schwimmhäute, die sich zwischen ihren Zehen befinden, machen sie zu hervorragenden Schwimmern und Tauchern. Im Hochsommer verbringen sie bis zu 80% ihrer Zeit im Wasser, nicht nur, um darin zu schwimmen und zu jagen. Sie brauchen es, um sich darin abzukühlen. Das Wasser ist ihnen daher ihr wichtigstes Lebenselement.


Das Leben der Nerze auf Nerzfarmen

Die auf Nerzfarmen gefangen gehaltenen Nerze sind Nachfahren des Mink, des amerikanischen Nerzes. Die ersten Minks wurden vor ca. 120 Jahren auf Pelzfarmen in den USA gezüchtet. Im Frühjahr geboren, fristen sie ihr Leben in Drahtkäfigen, die eine durchschnittliche Bodenfläche von 30 cm x 90 cm und einer daran angrenzenden Nestbox von 20 cm x 20 cm haben. In freier Wildbahn leben Nerze in Gebieten, die bis zu 60 Millionen (!) Mal größer als ein Farmkäfig sind. Hunderte, Tausende, Zehntausende Tiere werden Käfig an Käfig auf engstem Raum in langen Reihen aneinander gepfercht.

Unter den Käfigen türmen sich die Berge der massig anfallenden Exkremente. Diese geruchsempfindlichen Tiere sind ihr Leben lang dem beißenden Gestank ihrer eigenen Fäkalien ausgeliefert.

Häufig werden mehrere Tiere in einen Käfig gesperrt. Da Nerze Einzelgänger sind, ertragen sie die Nähe von Artgenossen nicht. In ihrer Verzweiflung werden sie zu Kannibalen und beginnen, sich selbst und ihre Mitinsassen zu verstümmeln. Abgebissene Ohren und Gliedmaßen, verstümmelte Schwänze sind daher keine Seltenheit.

Ihr Lebenselement, das Wasser, wird ihnen, abgesehen von ihrer Trinkration, gänzlich vorenthalten. Die Pelzindustrie bemühte sich gar einst in ihrem pro Pelz Propagandablatt Pelz & Mode aktuell, Nr.7, 1997/ 1998: 2, den Lesern weiss zu machen, dass das Vorhandensein von Wasser ( für das Wassertier Nerz) zu keiner Befriedigung an sich führt, denn in der Zucht muss der Nahrungsbedarf nicht aus dem Wasser beschafft werden, sondern wird vom Farmer erfüllt.

Tatsächlich aber nutzen Nerze das Wasser nicht nur, um ihrer Beute nach zu jagen. Sie brauchen es um darin zu schwimmen, zu tauchen und zu spielen. Das Bedürfnis nach Wasser ist eines ihrer Grundbedürfnisse. Wasser ist für sie daher lebensnotwendig! Der Entzug kann für diese Tiere in den heißen Sommermonaten tödlich enden. Ohne die Abkühlung im Wasser, steigen der Speichelfluss und die Körpertemperatur der Tiere gefährlich an. Sie beginnen zu hecheln, sich zu erbrechen und können in Folge dessen an einem Hitzschlag sterben. 1987 starben Hunderttausende Nerze auf Pelztierfarmen in den USA auf diese Weise. Nerze auf einer Pelztierfarm, Wassertiere ohne Wasser.

Stattdessen schneidet sich Draht durch ihre Schwimmhäute. Jeder Schritt schmerzt. Da sie gezwungen werden, ihr kurzes Leben nur auf Draht hin und her zu laufen, können die Wunden an ihren Füßen nicht heilen. Sie entzünden sich immer wieder, eitern und verkrusten schließlich.

Psychischer und physischer Terror

Der physische und psychische Terror, den diese Tiere ihr Leben lang durchleiden müssen wird besonders durch ihr gestörtes Verhalten sichtbar. Stereotype Verhaltensweisen wie z. B. das ständige, apathische Hin- und Herlaufen, Selbstverstümmelungen bis hin zum Kannibalismus zeigen deutlich, welchen unvorstellbaren psychischen Torturen alle Tiere auf Pelztierfarmen ausgeliefert sind. Ohne jede Beschäftigungsmöglichkeit laufen sie in ihren Käfigen hin und her. Hin und her. Reihe für Reihe. Zu Tausenden. Bis ihnen nach 7 Monaten Gefangenschaft im November ihr Winterfell gewachsen ist, auf den es die Pelzindustrie abgesehen hat. Dann wird im Akkord vergast ( in der Pelztiersprache Ernte genannt!). Die Pelztierzüchter laufen die langen Käfigreihen ab. Die Tiere, die die Gefangenschaft bis hierher überlebt haben, 20% sterben bereits vorher an ihren Qualen, werden nun aus ihren Käfigen gezerrt und zusammen mit mehreren ihrer Leidensgenossen in eine Kiste gesteckt, in die der Pelztierzüchter todbringendes Gas (Kohlenmonoxid oder Kohlendioxid) einleitet. Sie werden vergast. Das Deutsche Pelzinstitut beschreibt diese Art des Tötens als schmerzfrei und leidensarm. ( Pelz und Mode aktuell, Nr. 7, 1997/98)

Nerze, die eine lange Zeit unter Wasser schwimmen können und somit ihren Atem lange anhalten können, laufen in Panik hin und her, schreien und kratzen an den Wänden der Box... bis sie erstickt sind.

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