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12.01.2009

Die Sägen kreischen weiter

Die Sägen kreischen weiter
Raubbau am Tropenholz Mahagoni ungebremst

Das Genfer Treffen des ständigen Ausschusses des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (WA) hat eine wichtige Chance zum Schutz der Regenwälder Südamerikas verpasst: Die vom Aussterben bedrohten Bestände des Tropenbaumes Mahagoni wurden auf dem Treffen vom 2. bis 6. Oktober nicht mit einem internationalen Handelsstopp belegt. Damit sind Raubbau und illegalem Holzeinschlag im größten Exportland Peru weiterhin Tür und Tor geöffnet. "Mit dem Mahagoni stirbt der Urwald und mit den Urwäldern die Wildtiere," kommentiert die teilnehmende PRO WILDLIFE-Expertin Daniela Freyer das Fiasko von Genf.

Die USA und die Dominikanische Republik sind die Hauptabnehmer für Amerikanisches Mahagoni, gefolgt von den EU-Staaten, allen voran Deutschland. Bis 2001 war Brasilien der weltweit führende Exporteur. Doch der Handel brach nach dramatischen Bestandsabnahmen rapide ein. Die unrühmliche Führungsrolle übernahm seither Peru. "Peru hat aus den Fehlern Brasiliens beim schonungslosen Raubbau des Tropenholzes leider nichts gelernt", so die PRO WILDLIFE Sprecherin. Trotz Aufnahme des Amerikanischen Mahagoni in den Anhang II des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (WA) im Jahr 2002, ist der Holzeinschlag in Peru völlig außer Kontrolle. Peru kann weder die vom WA geforderte Legalität noch die Nachhaltigkeit des Handels nachweisen. 70 bis 95% der Fällaktionen sind illegal und finden überwiegend in Naturschutzgebieten und Reservaten indigener Völker statt. Konzessionsgenehmigungen fehlen oder sind gefälscht.



Zwei Mahagoniarten sind durch den Raubbau bereits kommerziell ausgerottet, der Amerikanische Mahagoni ist die letzte Art die noch über nennenswerte Bestände verfügt. Doch in Peru sind diese bereits um 50% dezimiert und werden im kommenden Jahrzehnt um weitere 28% schrumpfen, wenn der Raubbau kein Ende hat. In Genf hätten die Sägen gestoppt werden können. Doch der Ständige Ausschuss des WA lehnte heute einen Antrag ab, den internationalen Handel mit Amerikanischem Mahagoni auszusetzen. Stattdessen sollen die Mahagoni Exportländer jetzt lediglich Managementpläne vorlegen. "Wir sind extrem enttäuscht, dass die Staatengemeinschaft die Chance für einen besseren Urwaldschutz nicht genutzt hat. Für die letzten Mahagonibestände könnte es schon bald zu spät sein", so die PRO WILDLIFE Expertin.

Amerikanischer Mahagoni (Swietenia Macrophylla) wird bis zu 50 Meter hoch, die Stämme erreichen Durchmesser von 2,5 Metern. Für den kommerziellen Einschlag sind etwa 100 Jahre alte Urwaldriesen interessant. Das wertvolle Nutzholz aus Mittel- und Südamerika erzielt derzeit Rekordpreise von 1.450 � pro Kubikmeter. Es wird bevorzugt für Fenster, Möbel, Furniere sowie im Instrumenten- und Bootsbau eingesetzt. Für den Raubbau an Mahagoni schlagen Holzarbeiter straßenbreite Trassen immer tiefer in den Urwald. Diesen Schneisen folgt die Brandrodung für Landwirtschaft und Viehzucht. Wenn nach ein paar Jahren die Erde nichts mehr hergibt, bleibt das Land ausgelaugt liegen.

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