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10.01.2009

Die Tragödie der Delfine

Die Tragödie der Delfine
Japan Dolphin Day: Weltweiter Protest gegen Japans Blutbad an Delfinen

Am 25. September 2007 fand - wie auch in den Jahren zuvor - der weltweite "Japan Dolphin Day" statt: In über 40 Städten weltweit protestierten Tier- und Artenschutzverbände vor den Botschaften und Konsulaten Japans. PRO WILDLIFE und die Whale & Dolphin Conservation Society überreichten an diesem Tag dem japanischen Konsulat in München 50.000 Protestunterschriften. In einer symbolischen Aktion wurden zwei lebensgroße Plastikdelfine mit einer japanischen Flagge bedeckt, wobei der rote Punkt der Fahne aus dem "Blut" der Delfine entstand (s. Foto). Bereits seit Anfang September läuft die online-Protestaktion von PRO WILDLIFE, durch die dank reger Beteiligung das japanische Fischereiministerium mit einem Protesthagel konfrontiert ist.



Die größten Massaker finden in Japans Gewässern statt
Mehr als 400.000 Kleinwale und Delfine wurden in den letzten 20 Jahren vor Japans Küsten getötet. Eine Studie von PRO WILDLIFEs englischer Partnerorganisation Environmental Investigation Agency (EIA) belegt, dass in diesem Zeitraum allein eine Viertel Million Dall-Hafenschweinswale den Harpunen und Messern japanischer Fänger zum Opfer fielen. Hinzu kommen u.a. etwa 20.000 Streifendelfine, 15.000 Große Tümmler, 12.000 Grindwale, 4.700 Risso's Delfine und mehr als 20.000 Fleckendelfine. Delfine und Kleinwale sind nach japanischem Recht nicht geschützt. Zwar gibt es inzwischen offizielle Fangquoten, jedoch fehlen jegliche Kontrollen, dass diese auch eingehalten werden. Außerdem gibt es keine Auflagen für die Tötungsmethoden. Entsprechend grausam ist die Art, wie die Tiere getötet werden.

In vielen Regionen werden die Familienverbände (auch "Schulen" genannt) mit Motorbooten in eine Bucht getrieben. Eisenhaken werden wahllos in die Tiere gerammt, um sie so an die Boote zu ziehen. Dann werden die Delfine mit Seilen, die um die Schwanzflossen geschlungen werden, angelandet und auf Lastwägen verladen. Trotz schwerer Wunden leben die meisten noch und werden erst nach dem Transport in Schlachthäuser getötet. Eine andere Fangmethode ist die Handharpune, mit der die Tiere vom Boot aus noch im Wasser aufgespießt werden. Augenzeugen berichten, dass bei manchen Treibjagden versucht wird, die Tiere regelrecht zu ertränken, indem man das Auftauchen der Delfine zum Luftholen verhindert.

Delfinfleisch als Billigersatz für Walprodukte
Seit durch das Walfangmoratorium von 1986 die kommerzielle Jagd auf Großwale verboten ist, beschafft sich Japan zwar unter dem Deckmantel des "Wissenschaftswalfangs" mehr als 500 Minkewale (gehören zu den geschützten Großwalen) jährlich. Doch mit diesen Tieren kann die immense Nachfrage nach dem als Delikatesse und Gesundheitsförderer beliebten Walfleisch und -Speck nicht gedeckt werden. Entsprechend ist die Jagd auf Kleinwale und Delfine als Ersatzquelle gesteigert worden. Hinzu kommt, dass die japanischen Fischer in Kleinwalen und Delfinen eine Konkurrenz um die Fischbestände sehen, die durch die industrielle Fischerei hoffnungslos zusammengebrochen sind. Japan versucht mit allen Tricks, das Fang- und Handelsverbot für Großwale aufzuheben und den Schutz von Kleinwalen und Delfinen zu verhindern. Der Fang von Kleinwalen und Delfinen ist weitgehend unselektiv: Nachdem die Bestände der Streifendelfine in den japanischen Gewässern um mehr als 90 % gesunken waren, schlug die Internationale Walfangkommission Alarm und forderte von Japan ein sofortiges Ende dieser Jagd. Der Wissenschaftsausschuss der IWC stufte die Populationen als hochbedroht ein, mancherorts seien sie bereits möglicherweise ausgerottet.
http://www.prowildlife.de/de/Projekte/Wale/IWC/iwc.html



Dass die japanischen Fangzahlen für Streifendelfine in den Folgejahren zurückgingen, lag allerdings wohl eher daran, dass diese Tiere nur noch selten aufzufinden sind. Doch schnell war Ersatz gefunden: Seit 1986 hat sich der jährliche Fang von Dalls Hafenschweinswalen mehr als verdoppelt. Wiederholte Aufforderungen der IWC, die derzeitigen Fangzahlen auf maximal 10.000 Tiere zu reduzieren, werden von Japan bislang ignoriert

PRO WILDLIFE veröffentlichte im Sommer 2000 die Bilder der japanischen Massaker und löste damit einen internationalen Proteststurm aus. Die japanischen Botschaften wurden mit Protestbriefen und -Anrufen überschüttet, die Delfintötungen wurden zum Zündstoff internationaler Konferenzen. Im japanischen Fischerdorf Futo, einem ehemaligen Zentrum der Blutbäder, fanden daraufhin vier Jahre keine Massaker mehr statt. Erst im Dezember 2004 wurden bei einer Treibjagd über 100 Große Tümmler zusammengetrieben, 14 Tiere für Delfinarien ausgesucht, alle anderen getötet. PRO WILDLIFE hat seine Protestaktion wieder aufgenommen.



Norwegens und Dänemark's Jagd auf Kleinwale und Delfine
Norwegens Jagd auf Minkewale ist allseits bekannt. Doch dass noch ein weiteres europäisches Land - ja, sogar ein EU-Mitgliedsstaat - jährlich das Abschlachten hunderter Kleinwale und Delfine zulässt, ist nur Wenigen bewusst. Dänemark hat gleich zwei Hoheitsgebiete, in denen Jagd auf die Meeressäuger gemacht wird:

Grönländer machen Jagd auf die hoch bedrohten Weißwale (= Belugas) und Narwale. Beide Arten werden rücksichtslos bejagt, was bereits einen drastischen Rückgang der Bestände zur Folge hatte. Bereits 1992 kritisierte die IWC die viel zu hohen Fangzahlen für Narwale, 1998 gab es eine entsprechende Initiative für Belugas. Doch Dänemark entzieht sich bis heute jeglicher Kooperation und verweigert sogar Auskünfte über Fangzahlen und Tötungsmethoden.

Auf den dänischen Färöer-Inseln werden alljährlich mehrere hundert Pilotwale (auch Grindwale genannt) mit Eisenhaken und kleinen Messern getötet. Ein Blutbad ähnlich der bereits beschriebenen Jagd in Japan. Auch hier sind die Fischer wenig wählerisch: Weißseitendelfine, Schweinswale und Große Tümmler werden ebenfalls erbeutet, wenn sie in die Buchten getrieben werden können. Die Grausamkeit dieser Jagden, die oft mehr als 12 Stunden dauern, war bereits mehrfach Thema innerhalb der IWC. Doch die ansonsten hochmodernen Färinger berufen sich auf ihre "Tradition" - und machen unverfroren weiter.


Kleinwale und Delfine geraten weltweit unter Druck

Neben den hier aufgeführten Beispielen gibt es noch einige andere Länder, in denen die Jagd auf die kleinen Meeressäuger stattfindet, so z.B. Russland, Sri Lanka, Indien, einige karibische Inseln (z.B. St. Vincent / Grenadines, Dominika), Peru und Venezuela. Hinzu kommen noch unzählige Kleinwale und Delfine, die jährlich weltweit als Beifang in den Netzen der industriellen Fischerei sterben. Neue Studien schätzen den Beifang auf bis zu 300.000 Kleinwale und Delfine. Zu den Verantwortlichen gehören auch Fischereistaaten der EU, die allerdings inzwischen über Lösungsmöglichkeiten beraten.

Über die direkte Tötung hinaus sind insbesondere Kleinwale und Delfine durch die Verschmutzung der Meere bedroht, da sie als Fischfresser am Ende einer mehrstufigen Nahrungskette stehen. Ob Schweinswale in der Nordsee, Belugas in der Arktis oder Streifendelfine in japanischen Gewässern: Das Fleisch der Tiere ist inzwischen so stark mit Schwermetallen und anderen Chemikalien belastet, dass der Verzehr gesundheitsschädigend ist. Doch in Japan und Dänemark wird diese Gefahr ignoriert. Wissenschaftler aus aller Welt untersuchen derzeit, welche Folgen die Meeresverschmutzung auf die Fruchtbarkeit und Vitalität der Wale hat und in wie weit die Tiere durch die Erwärmung der Meere beeinträchtigt sind. In einem sind sich die Experten jeweils einig: In Zukunft muss der Schutz von Kleinwalen und Delfinen verbessert werden, will man nicht einige Arten dieser faszinierenden Tiere für immer verlieren.



PRO WILDLIFE setzt sich für einen stärkeren Schutz der Meeressäuger ein: Auf Tagungen der Internationalen Walfangkommission fordern wir konsequent eine Reduzierung der Tötungen von Kleinwalen und Delfinen. Im Sommer 2003 wurde die sog. "Berlin Initiative" beschlossen, wonach die IWC zukünftig auch stärker das Schicksal der kleinen Meeressäuger berücksichtigen soll. PRO WILDLIFE enthüllt die Tötung und den Lebendfang von Delfinen, benennt die Verantwortlichen und setzt sich für ein Fang- und Handelsverbot ein.




Japan Dolphin Day, Duesseldorf

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