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20.01.2009

Direkte Aktionen in das Internet bringen

Direkte Aktionen in das Internet bringen



Dieser Artikel verfolgt die Intention, eine relativ neue Taktik, die Tierrechtskampagnen auf der ganzen Welt benutzen, zu entmystifizieren: Online Sit-Ins. Es existieren viele Verwirrungen und Missverständnisse bezüglich dieser Aktionsform. Es gibt Leute, die Bedenken haben, dass es illegal sei, dass es das Cracken in Server beinhaltet, dass es deinen eigenen Computer in Gefahr bringt oder dass du ein „Computer- Experte“ sein musst, um daran teilzunehmen. Keine dieser Aussagen entspricht der Wahrheit.

Zu Beginn ist es hilfreich, ein wenig über die Geschichte und den Hintergrund dessen zu kennen, was heute allgemein als „Electronic Civil Disobedience“ (elektronischer, ziviler Ungehorsam – kurz ECD) bekannt ist. ECD ist nur eine von vielen Aktionsformen, die unter die Bezeichnung „Hacktivismus“ fallen, der Fusion aus Hacken und Aktivismus. Wie der Name bereits andeutet, beinhaltet es die traditionellen Taktiken des zivilen Ungehorsams (Blockieren und Besetzen), um ein Sit-In im Internet abzuhalten. So wie eine Gruppe von Menschen ihre Körper benutzen kann, um den Zugang zu einem Gebäude zu blockieren, so können sie auch ihre Computer benutzen, um den Zugang zu einer Webseite zu blockieren. Die erste ECD-Aktion ereignete sich 1998.Als Antwort auf ein brutales Massaker in Chiapas 1997 begann eine Gruppe namens „Electronic Disturbance Theater” mit der Arbeit an einem „Tool“ (=Programm) namens „FloodNet“. Einige von euch werden von diesem Programm gehört haben, da es erfolgreich gegen den HLS-Investor Stephens Inc im Februar 2001 genutzt wurde, als eine Gruppe namens ALTIRN ein Online-Sit-In organisiert hatte. FloodNet ist ein einfaches Programm,welches die „Aktualisieren“-Funktion deines Webbrowsers automatisiert. Das erlaubt einer großen Gruppe Menschen, ein „Sit-In“ auf den Webseiten eines Gegners durchzuführen, bei dem andere Menschen für eine kurze Zeit davo abgehalten werden, die Seite zu betreten. Ziel ist es, eine Unterbrechung der normalen Funktion der Webseite zu verursachen und ein Zeichen zu setzen, ohne dabei dauerhaften Schaden zu verursachen. Seit diesem Zeitpunkt hat eine kleine Gruppe Programmierer in Großbritannien neue und weiter entwickelte Tools erstellt, um sie gegen Ziele wie HLS und seit kurzem auch die New Church Meerschweinchenzucht (New Chruch Guinea Pig Farm) einzusetzen.
Das neueste Tool kann nicht nur zum Blockieren von Web-Servern, sondern auch zum Blockieren von Mail-Servern, Routern und jedem anderen Teil der Internet-Infrastruktur einer Firma benutzt werden. Es gibt Tools, um Telefone und Faxe durch wiederholte Anrufe zu „verstopfen" und sogar welche, um einer Firma tausende von Katalogen per Post zu schicken.

Wie zu Beginn des Jahres 2003 zu sehen war, gab es ebenfalls erfolgreiche Experimente mit Massen-E-Mail-„Bombern“ oder sog. „Spam“-Protesten während der kurzen, aber effektiven Kampagne gegen den HLS-Buchprüfer Deloitte and Touche. Diese Aktion wurde von einem Tool namens „Protest Online Chat“ durchgeführt, welches jetzt vorbereitet wird, um gegen Covance-Ziele auf der ganzen Welt angewendet zu werden. Protest Online Chat (oder kurz POC) erlaubt es Menschen in einem IRC-Kanal (ähnlich wie ein Chat-Raum) miteinander zu reden, während das Tool im Hintergrund E-Mails verschickt. Unsere eigenen Tests zeigten, dass jedeR TeilnehmerIn mit einem Standart-56 k-Modem ca. 14000 E-Mails pro Stunde verschicken kann. ECD ist zur Zeit nicht illegal, im Gegensatz zu anderen Formen des Hacktivismus, wie das Verunstalten und Unbenutzbarmachen von Webseiten, welche offensichtlich illegal sind. Dies wird wahrscheinlich auch so bleiben, denn es gibt immer Probleme der Vollstreckbarkeit. Es ist möglich einen Kredit„Hai“ aufzuspüren und strafrechtlich zu verfolgen, aber es ist keine so leichte Aufgabe, mit tausenden von Protestanten fertigzuwerden, die über die ganze Welt verstreut leben.

Ein typischer distributed denial-ofservice (DdoS) Angriff wird von einem einzigen Individuum durchgeführt, welches in tausende von Computern einbricht und verdeckt Software zum „flooden“ (fluten, „spamen“) eines Zieles installiert. Während eines Online-Protestes laden jedoch tausende Menschen willentlich solch ein Tool aus dem Internet herunter und benutzen dieses. Dies gibt der Aktion ihre Legitimität. Wir sind keine Untergrundgruppe und wir versuchen nicht, unsere „Spuren zu verwischen“ oder uns der Verantwortlichkeit für unsere eigenen Aktionen zu entziehen. Einige Kritiker direkter Online-Aktionen argumentieren, dass Störzugriffe auf eine Webseite das Recht des Besitzers auf freie Meinungsäußerung verletze und dass dies niemals zu rechtfertigen sei. Ich kann dem nicht zustimmen. Eines der Dinge, die ich bei sozialen Bewegungen bemerkt habe, ist, dass deine Gegner dich immer für all die Verbrechen anklagen, deren sie selbst schuldig sind. Während also Firmen wie Covance ihre teuren Anwälte nutzen, um die Webseiten von Aktivisten sperren zu lassen und jeden, der es wagt, sie zu kritisieren,zum Schweigen zu bringen, werden sie über die „bösen Hacktivisten“ jammern, die zeitweilig ihre eigenen Seiten angreifen. Doch unser Motiv ist es nicht, unsere Gegner zum Schweigen zu bringen, sondern ihre Ressourcen einzuschränken und sie so viel Geld wie möglich zu kosten. Und bisher ist dies gelungen.

Ein bedeutender Aspekt bezüglich ECD ist, dass er Aktivisten in einem Teil der Welt ermöglicht eine Firma in einem anderen Teil der Welt effektiv anzugreifen. Ein Beispiel hierfür ist die Aufspaltung der japanischen Yamanouchi- Hauptsitze, ausgehend von Europa und Amerika, als Teil der SHAC Kampagne Ende 2003. Das Ziel von ECD und ähnlichen Hacktivist-Techniken ist es, Tierversuchsunternehmen zu zeigen, dass auch meterhohe Zäune, Stacheldraht und Polizeischutz vor ihren Laboren sie nicht vor uns schützen können.

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