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12.01.2009

Dubioser Gorilla-Deal bringt Zoos in Verruf

Dubioser Gorilla-Deal bringt Zoos in Verruf

PRO WILDLIFE: "Zoos Berlin, Saarbrücken, Frankfurt und Rotterdam riskieren Tod dreier Menschenaffen"

Auf der derzeitigen Tagung des Dachverbandes europäischer Zoos (EAZA) in England steht das Schicksal von drei Gorillas zur Diskussion. PRO WILDLIFE alarmierte EAZA, weil Zoos in Deutschland und den Niederlanden diese Tiere an den Zoo Shanghai mit seinen katastrophalen Zuständen abgeben und im Gegenzug seltene Stumpfnasenaffen aus China erhalten wollen. Die Zoos Saarbrücken, Berlin und Rotterdam "liefern" je einen Gorilla, der Zoodirektor von Frankfurt segnete in seiner Funktion als EEP*-Koordinator Gorillas die Destination Shanghai ab. PRO WILDLIFE kritisiert: Die involvierten Zoos ignorieren die schockierende Realität in Shanghai, obwohl aktuelle Fotos Misshandlung und Missbrauch von Wildtieren für Zirkusshows im Zoo Shanghai belegen. Damit setzen sie die Gorillas Quenta, Astra und Bokito einer tödlichen Gefahr aus." Gerade Menschenaffen verkraften oftmals nicht den Transfer aus ihrer vertrauten Umgebung in desolate Zustände - viele von ihnen sterben bereits nach wenigen Wochen.



Für drei in Europa geborene Flachland-Gorillas bahnt sich ein Drama an: Gorilla Bokito aus Berlin sowie die beiden Weibchen Quenta aus Saarbrücken und Astra aus Holland sollen zunächst im Safaripark Hodenhagen (Niedersachsen) zu einer Zuchtgruppe zusammengeführt und dann über Rotterdam als offizielles "holländisches Staatsgeschenk" an den Zoo Shanghai weitergeschickt werden. Bokito kam bereits am 31. August nach Hodenhagen, die beiden Weibchen sollen Ende September folgen. Der Transfer nach Shanghai soll Ende 2005 bzw. Anfang 2006 stattfinden, sobald dort ein neues Affenhaus fertiggestellt ist: "Selbst eine neue große Gorilla-Anlage kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass den Tieren die im Shanghaier Zoo üblichen Misshandlung und Einsätzen in Zirkusshows drohen", betont die PRO WILDLIFE Sprecherin Dr. Sandra Altherr.

PRO WILDLIFE legte den verantwortlichen Zoodirektoren in Berlin, Saarbrücken, Frankfurt und Rotterdam aktuelle Fotos vor, die zeigen, wie im Shanghaier Zoo z.B. Bären geprügelt, Affen an Ketten und in Rüschenkleidern gehalten, Löwen zum Ritt auf Ponys und Elefanten zum Kopfstand gezwungen werden. "Zunächst leugneten die Zoodirektoren schlicht die Echtheit der Bilder, doch nachdem wir dies zweifelsfrei beweisen konnten, müssen sie nun ihre verantwortungslose Entscheidung überdenken", fordert Altherr. PRO WILDLIFE warnt vor den oft fatalen Folgen der Abschiebung von Menschenaffen an desolate Zoos:

Der Zoo Hannover gab 1997 drei Orang-Utans nach Argentinien ab - keines der Tiere überlebte.

Nur zwei Wochen nach seiner Ankunft in Usbekistan starb 1997 der Schimpanse Misoko aus Berlin.

Der Zoo Rotterdam, der letztendlich die drei Gorillas an China übergibt, hat nichts aus der Vergangenheit gelernt: Mitte der 80er Jahre starben bereits vier europäische Gorillas kurz nach ihrer Ankunft im Zoo Singapur. Dennoch lieferte auch Rotterdam Anfang der 90er zwei Gorilla-Männchen, eins starb wenig später. Kritikwürdig ist für die Tierschützer auch, dass die Gorillas Teil einer Abmachung sind, die zwei Zoos zu neuen Kassenschlagern verhelfen soll: Affen sind eine der Hauptattraktionen in Tierparks. Shanghai deckte sich erst 2002 mit Schimpansen ein, nun sollen Gorillas aus Europa folgen. Der Zoo Rotterdam erhält im Gegenzug zur Gorilla-Lieferung einige hochbedrohte und nur in China lebenden Gold-Stumpfnasenaffen. Offenbar wäre Rotterdam der erste Zoo in Europa, der diese lebende Rarität hält - und kann mit entsprechendem Besucherandrang rechnen. Nun hofft PRO WILDLIFE auf EAZA: "Der geplante Gorilla-Deal wirft ein schlechtes Licht auf die Erhaltungszuchtprogramme europäischer Zoos. EAZA muss nun schnell die Notbremse ziehen!"

* EEP= Europäisches Erhaltungszuchtprogramm
... Hintergrundinfos zu Affen in Zoos
http://www.prowildlife.de/de/Projekte/Affenschutz/Hinter_Gittern/hinter_gittern.html

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