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13.01.2009

Durchbruch für Schildkrötenschutz

Durchbruch für Schildkrötenschutz
Artenschutzkonferenz beschließt weltweite Unterschutzstellung von 22 hochbedrohten Schildkrötenarten

Die derzeit stattfindende Konferenz des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (WA) hat einstimmig 12 Anträge verabschiedet, die den Handel mit 22 Arten hochbedrohter asiatischer Schildkröten zukünftig beschränken. Millionen der gepanzerten Reptilien werden jährlich auf Märkten und in Apotheken in Ostasien konsumiert. Die Münchner Artenschutzorganisation PRO WILDLIFE, die sich seit Jahren gegen diese Plünderung der Schildkrötenbestände einsetzt, bezeichnet die WA-Entscheidung als Durchbruch für den Erhalt der Artenvielfalt in Asien: "Schildkröten haben Millionen Jahre Erdgeschichte überstanden und stehen nun für die enorme Nachfrage in China vor dem Aus. Die aktuelle Unterschutzstellung hat die Weichen gestellt, um diese fatale Entwicklung aufzuhalten", betont die Biologin Dr. Sandra Altherr, die für PRO WILDLIFE an der WA-Konferenz teilnimmt.

22 Arten asiatischer Sumpfschildkröten sind durch die aktuelle Entscheidung in Anhang II des WA aufgenommen worden. Der internationale Handel mit ihnen wird somit erstmals überhaupt erfasst und reguliert. Hierzu gehören z.B. Dachschildkröten, Erd- und Tempelschildkröten, die Borneo-Flussschildkröte, Chitra- und Riesenweichschildkröten. Der Lebensraum dieser Arten erstreckt sich vom Indischen Subkontinent über Thailand, Malaysia, die Philippinen bis hin nach China. Offizielle Antragsteller waren China, Indien, Deutschland und den USA. Artenschützer wie PRO WILDLIFE lieferten die dazu erforderlichen Informationen.

In den vergangenen 15 Jahren spielte sich in Asien eines der größten Artenschutzdramen der Gegenwart ab: Schätzungsweise 20 Millionen Tiere werden allein in China jährlich regelrecht verschlungen. Das Fleisch der langlebigen Tiere gilt in der traditionellen asiatischen Medizin als gesundheitsstärkend. Ihr aufragender Kopf ist wohl Grund für die Verwendung von Schildkrötenprodukten auch als Potenzmittel. Nahezu alle verzehrten Schildkröten stammen aus der freien Wildbahn. Die Bestände in China und seinen Nachbarländern sind längst zusammengebrochen - Nachschub kommt aus immer ferneren Ländern wie Indien, Pakistan, Indonesien und sogar den USA. Und es droht die Gefahr, dass sich dieser tödliche Sog sogar auf weitere Kontinente ausdehnt.

Auf der Artenschutzkonferenz im April 2000 konnte PRO WILDLIFE bereits erste Erfolge im Kampf um das Überleben der urtümlichen Panzertiere erlangen. Mit der diesjährigen WA-Konferenz ist das Überleben der Schildkröten einen erheblichen Schritt weiter. Besonders begrüßt PRO WILDLFE den Bewusstseinswandel der chinesischen Regierung. China ist der größte Absatzmarkt für Schildkrötenprodukte: "China hat sich in den letzten Jahren, ausgelöst durch die Diskussion innerhalb des WA, zu einem aktiven Mitstreiter beim Schutz der Panzertiere entwickelt. So wurden Importverbote erlassen, die Ausbildung der Zöllner verbessert und die Erarbeitung eigener Schutzanträge vorangetrieben. Dies sind wichtige Voraussetzungen, dass die Schildkröten in Asien doch noch eine Chance haben", betont Altherr. Die aktuelle WA-Listung der 22 Arten ist hierzu ein wichtiger Beitrag.

Doch neben diesen gesetzlichen Maßnahmen setzt die Münchner Artenschutzorganisation parallel auch auf Aufklärung: "Wir arbeiten mit Ärzten der Traditionellen Chinesischen Medizin zusammen und entwickeln Alternativen zur Verwendung von Wildtieren, die ökologisch unbedenklich sind. Denn nur wenn die Nachfrage nach Schildkröten und anderen bedrohten Tieren nachlässt, haben diese Arten eine Zukunft", berichtet die PRO WILDLIFE Sprecherin.

http://www.prowildlife.de/de/Projekte/Schutzgesetze/schutzgesetze.html

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