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13.01.2009

Ebola-Epidemie bedroht Menschenaffen

Ebola-Epidemie bedroht Menschenaffen
Artenschützer befürchten lokale Ausrottung von Gorillas und Schimpansen durch Krankheit und Wilderei

Eine Epidemie von katastrophalem Ausmaß wütet derzeit unter Schimpansen und Flachland-Gorillas in Zentralafrika. Betroffen ist u.a. die bedeutendste Population von Flachland-Gorillas, die in der Republik Kongo lebt. Als Ursache vermuten Wissenschaftler das tödliche Ebola-Virus. Die Münchner Artenschutzorganisation PRO WILDLIFE befürchtet nun eine lokale Ausrottung der Menschenaffen: "Die Ebola-Epidemie gefährdet ausgerechnet Schimpansen und Gorillas, die ohnehin bereits durch die Wilderei für den sogenannten "Buschfleischhandel" dezimiert werden." Die Artenschützer sehen einen Zusammenhang zwischen der aktuellen Ebola-Epidemie unter den Menschenaffen und den Krankheitsausbrüchen bei Menschen in der Region: "Es ist zu vermuten, dass die Ebola-Fälle bei Menschen durch den Verzehr von infiziertem Affenfleisch ausgelöst wurden."

Die ersten Todesfälle der aktuellen Epidemie unter Schimpansen und Gorillas wurden Ende letzten Jahres beobachtet. Vor allem im Umfeld des Odzala Nationalparks (Republik Kongo) wurde ein massiver Rückgang der Menschenaffen dokumentiert: In jüngster Zeit sind mindestens acht Gorilla-Familien mit insgesamt 139 Tieren verschwunden. In sechs aufgefundenen toten Tieren konnten Wissenschaftler Ebola-Viren nachweisen. Bei Ebola handelt es sich um ein RNA-Virus aus Afrika, das hämorrhagisches Fieber und Gerinnungsstörungen mit meist tödlichem Ausgang verursacht. Bislang gibt es weder Schutzimpfungen noch effektive Behandlungsmöglichkeiten.

Das Gebiet um den Odzala Nationalpark im Nordwesten der Republik Kongo beherbergt die größte Population an Flachland-Gorillas. Die Tiere finden in der geographisch isolierten, weitgehend intakten und unter Schutz gestellten Region ein wichtiges Rückzugsgebiet. Im Rahmen eines EU-geförderten Forschungsprogramms wiesen Wissenschaftler nun die dramatischen Rückgänge bei Gorillas und Schimpansen ausgerechnet in dieser Region nach. Mangels Impf- und Behandlungsmöglichkeiten kann wenig gegen eine weitere Ausbreitung der Epidemie getan werden.

Seit Mitte der 70er Jahre flackern immer wieder lokale Ebola-Epidemien unter Menschen und Primaten in Zentralafrika auf. "Ein möglicher Übertragungsweg ist der Verzehr von Affenfleisch. In den letzten Jahren hat die Wilderei auf Primaten, insbesondere Menschenaffen, in Zentralafrika dramatisch zugenommen. Gerade Gorillafleisch ist begehrt, da man dem Fleisch der Tiere eine stärkende Wirkung zuspricht", betont Dr. Sandra Altherr, Biologin bei PRO WILDLIFE. Die Münchner Artenschutzorganisation unterstützt seit Jahren in Afrika eine Auffangstation für Affenwaisen, deren Familien für den Buschfleischmarkt getötet wurden. Die Station betreibt zusätzlich eine intensive Aufklärungskampagne. "Nur wenn die Menschen in Zentralafrika auf Affenfleisch verzichten, mindern sie zum einen das Risiko der Übertragung von Krankheiten wie Ebola. Zudem haben die Menschenaffen nur dann langfristig eine Überlebenschance" so die PRO WILDLIFE-Expertin abschließend.

http://www.prowildlife.de/de/Projekte/Affenschutz/Affenwaisenhaus/Buschfleisch/buschfleisch.html

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