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14.01.2009

Eisige Zeiten für Eisbären

Eisige Zeiten für Eisbären

PRO WILDLIFE: "Neben Klimaerwärmung und Umweltgiften soll künftig auch Trophäenjagd Grönlands Eisbären den Garaus machen"

Grönland will zukünftig Eisbären durch Hobbyjäger abschießen lassen. "Die Pläne Grönlands sind aus Artenschutzsicht unverantwortlich", kritisiert PRO WILDLIFE Expertin Daniela Freyer. Sie verweist auf internationale Schutzabkommen, die vor Jahrzehnten geschlossen wurden, um den unkontrollierten Abschuss und Handel unter Kontrolle zu bringen. Dass Grönland nun trotz der zunehmenden Gefährdung der Tiere - v.a. durch Klimaveränderung und Umweltgifte - die Trophäenjagd einführen will, führt die Biologin auf Profitgier zurück: Hobbyjäger zahlen zwischen 15.000 und 30.000 Euro, um das größte Landraubtier der Erde zu erlegen. "Jagdreiseveranstalter im Ausland wittern das große Geschäft - doch weder die Eisbären noch die Menschen in der Region werden von der Jagd profitieren", so die PRO WILDLIFE Sprecherin. Bislang war in Grönland nur den Ureinwohnern die traditionelle Jagd auf Eisbären erlaubt.

Die in der Arktis lebenden 20-25.000 Eisbären sind auf 20 Populationen in Kanada, Grönland, Alaska (USA) und Russland verteilt. In Grönland soll es nach groben und völlig veralteten Schätzungen insgesamt noch 6.000 Tiere in vier verschiedenen Populationen geben. Diese Zahlen beruhen allerdings nicht auf fundierten Populationsstudien, sondern auf Hochrechnungen von Jägern. "Grönland steht seit Jahren in der Kritik, weil es weder Quoten für die einheimische Jagd noch zuverlässige Kontrollen hat", betont die PRO WILDLIFE Sprecherin. "Forscher vermuten, dass Grönlands Eisbärenbestände bereits jetzt durch übermäßige Jagd dezimiert sind."

PRO WILDLIFE kritisiert zudem, dass die grönländischen Jagdpläne die zunehmende Gefährdung von Eisbären durch Umwelteinflüsse ignorieren. Eisbären leiden besonders unter den Folgen der Klimaveränderung und der Schadstoffbelastung: Sie stehen am Ende der Nahrungskette und sammeln Schwermetalle und toxische Verbindungen wie PCB, Dioxin oder DDT in ihrem Fettgewebe an. Überlebenschance und Fortpflanzung der Tiere sind hierdurch beeinträchtigt. Auch die Klimaerwärmung hat dramatische Folgen: Durch den immer früheren Rückgang der arktischen Eisdecke im Frühjahr wird die Jagdsaison des Eisbären, bei der er auf die Eisflächen angewiesen ist, erheblich verkürzt. "Jede Woche, die ein Eisbär weniger auf Robbenjagd gehen kann, reduziert sein Körpergewicht um 10 kg", berichtet Freyer. "Die Tiere können sich nicht mehr genug Speck anfressen, um die langen Fastenmonate im Sommer unbeschadet zu überstehen und ihre Jungen durchzubringen." Wissenschaftler schätzen, dass die Jagdsaison bereits um drei Wochen verringert ist und berichten von einer erhöhten Jungtiersterblichkeit.

Seit 1973 gilt ein internationales Schutzabkommen für Eisbären, um die unkontrollierte Jagd zu beenden. Alaska, Russland und Grönland verbieten seitdem die Trophäenjagd, lediglich Kanada - das Land mit dem größten Eisbärbestand - genehmigt Hobbyjägern Abschüsse. Wenn Grönland dies künftig ebenfalls tun sollte, könnte es auch in Konflikt mit dem Washingtoner Artenschutzübereinkommen geraten, das für den internationalen Handel mit Eisbären seit 1975 strenge Beschränkungen vorschreibt. "Die Bestandssituation der grönländischen Eisbären ist mehr als ungewiss. Die Einführung der Trophäenjagd könnte die Tiere der Ausrottung noch ein Stück näher bringen", betont die PRO WILDLIFE Sprecherin.

PRO WILDLIFE fordert von der Regierung Grönlands, einem semi-autonomen Gebiet Dänemarks, seine Trophäenjagdpläne umgehend zurückzunehmen.


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