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14.01.2009

Elefantenbestände auf historischem Tiefstand

Elefantenbestände auf historischem Tiefstand
Wissenschaftler diskutieren Existenz weiterer Arten - Dramatisch schrumpfende Bestände in Asien und Afrika

Artenschützer schlagen wegen der Bestandssituation asiatischer und afrikanischer Elefanten Alarm. In Kambodscha, Laos und Vietnam kollabierten die Bestände des Asiatischen Elefanten innerhalb von 12 Jahren um mehr als 80 Prozent. In Afrika nimmt die Gesamtpopulation der Elefanten entgegen diverser Darstellungen auch weiterhin ab. Wissenschaftler sehen aufgrund jüngster genetischer Untersuchungen die Aufteilung der Bestände in drei Arten (Savannen-, Wald- und Wüstenelefant) als gerechtfertigt an. "Die Bestände mancher Regionen stehen vor der Ausrottung", betont PRO WILDLIFE Expertin Daniela Freyer, "Damit geht ein unschätzbarer Teil der Artenvielfalt verloren." Hauptursache für den Rückgang in Afrika und Asien sind Elfenbeinwilderei und Lebensraumzerstörung. Eine Freigabe des Handels mit afrikanischem Elfenbein würde auch die asiatischen Elefanten bedrohen.

Bis vor kurzem wurden alle Afrikanische Elefanten (Loxodonta africana) als eine Art behandelt. Erst im vergangenen Jahr wiesen Biologen die Eigenständigkeit der in Zentralafrika lebenden, kleineren Waldelefanten (Loxodonta cyclotis) als eigene Art nach. Die im südlichen und Ostafrika lebenden größeren Tiere werden nun unter Savannenelefant (Loxodonta africana) zusammengefasst. Anhand neuester DNA-Untersuchungen vermuten US-amerikanische Wissenschaftler nun sogar die Existenz einer dritten eigenständigen Art in Westafrika, die auch als "Wüstenelefant" bezeichnet wird. "Alle drei Arten sind von Elfenbeinwilderei und Lebensraumzerstörung unmittelbar betroffen, die Wüsten- und Waldelefanten fallen auch der Jagd nach sog. "Buschfleisch" zum Opfer", berichtet Biologin Freyer.

Während es zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Afrika noch mehrere Millionen Elefanten gab, schätzt man den Bestand heute auf nur 290.000 bis gut 500.000 Tiere - ein historischer Tiefstand, mit weiterhin abnehmender Tendenz. Vor allem die Bestände in Ost-, Zentral- und Westafrika wurden durch Wilderei drastisch dezimiert, in Tansania und Somalia z.B. um 90%. Die Gesamtzahl der Wüstenelefanten wird auf maximal 12.000 Tiere geschätzt, der Bestand der Waldelefanten umfasst nur 25-50.000 Tiere. "Die Bestände des Savannenelefanten sind zwar in einigen südafrikanischen Ländern stabil, in anderen Ländern dagegen stark rückläufig. Gerade dort sind jedoch die Wilderer besonders aktiv, da sie auf eine baldige Legalisierung des Handels hoffen", so die PRO WILDLIFE Sprecherin.

Die Bestände des Asiatischen Elefanten (Elephas maximus) in Kambodscha, Laos und Vietnam sind in den letzten Jahren um 80 Prozent dezimiert worden: Waren es 12 Jahre zuvor noch 6.250 Tiere, ist die Zahl bis 2000 auf etwa 1.510 Tiere geschrumpft. Entgegen häufiger Darstellung liegt die Ursache hierfür nicht im Verlust des Lebensraumes - Hauptbedrohung ist weiterhin die Wilderei für den Elfenbeinhandel. Aus ökologischer Sicht besonders alarmierend ist das bereits völlig verschobene Geschlechterverhältnis bei asiatischen Elefanten: Weil bei dieser Art nur die Bullen Stoßzähne tragen und diese selektiv gewildert werden, kommen in manchen Gebieten Indiens 120 Elefantenkühe auf ein männliches Tier.

Der internationale Handel mit Elfenbein ist seit 1989 durch das Washingtoner Artenschutzübereinkommen (WA) verboten. Nur im Jahr 1999 wurde drei südafrikanischen Staaten (Botsuana, Namibia, Simbabwe) der einmalige Verkauf von Elfenbein-Lagerbeständen gestattet. Doch für die kommende WA-Konferenz liegen Anträge von fünf afrikanischen Staaten (Namibia, Botswana, Simbabwe, Südafrika und Sambia) vor, den Handel für zunächst 87 Tonnen Elfenbein aus Lagerbeständen und alljährlich weiteren 12 Tonnen Elfenbein zu genehmigen. Doch legales und illegales Elfenbein lassen sich nicht unterscheiden: "Allein die Aussicht auf eine mögliche Teil-Legalisierung des Handels motiviert Wilderer und Schmuggler, ihre blutigen Aktivitäten noch weiter auszubauen", so Freyer abschließend.

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