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14.01.2009

Elefantenrennen als Russisches Roulette

Elefantenrennen als Russisches Roulette
Graue Riesen sind gefährlichste Tiere in Menschenhand - Nehmen illegale Elefanten am Rennen in Hoppegarten teil ?

Das Sicherheitskonzept des für den 16. Juli geplanten Elefantenrennens ist nach Einschätzung von PRO WILDLIFE mehr als naiv. Nach Angaben der Münchner Tierschutzorganisation werden jedes Jahr etliche Menschen durch in Panik geratene oder aggressiv gewordene Elefanten verletzt oder gar getötet. Biologin Daniela Freyer befürchtet zudem, dass in Hoppegarten Tiere antreten sollen, deren legale Herkunft mehr als zweifelhaft ist: "Wir wissen aus gesicherter Quelle, dass zumindest einer der Elefanten, der für den Start gemeldet ist, bereits seit längerem tot ist. Es stellt sich die Frage, welches Tier sich nun hinter der Identität von "Ranni" verbirgt." PRO WILDLIFE kritisiert die Behörden, die eine solche Veranstaltung trotz Gefährdung der öffentlichen Sicherheit und der fehlenden Papiere mehrerer Tiere genehmigten, und fordert diese auf, die Erlaubnis umgehend zurückzunehmen.

PRO WILDLIFE bezeichnete die Pläne der Veranstalter als russisches Roulette: "Im Idealfall läuft alles glimpflich ab. Aber was ist, wenn eines der 14 Tiere, die allesamt eine von Gewalt geprägte Vergangenheit haben, durchdreht?" fragt Daniela Freyer. Die Veranstalter des Elefantenrennens setzen auf Elektrobänder (nach dem Vorbild von Weidezäunen) und Betäubungsgewehre. Beides kann einen außer Kontrolle geratenen Elefanten nicht aufhalten. Elefantenexperte Joel Parrott, Direktor des Zoos Oakland, betont die Nutzlosigkeit von Betäubungsmitteln bei Amok laufenden Dickhäutern. Selbst spezielle und hochwirksame Narkotika wirken nach Angaben des Tierarztes frühestens nach 8 bis12 Minuten - vorausgesetzt, Dosierung und Platzierung am Tier stimmen und der Auslösemechanismus funktioniert überhaupt. Hinzu kommt, dass solch hochdosierte Narkotika für den Menschen tödlich sein können. Sein Fazit: "Um die öffentliche Sicherheit zu gewährleisten, müsste ein solcher Elefant erschossen werden." Um dies zu verhindern, fordern die Tierschützer das Verbot derartiger Veranstaltungen.

Die Geschichte der Elefanten in Gefangenschaft ist eine Geschichte mit zahllosen Todesfällen - bei Mensch und Tier. Die Berufe des Elefantenpflegers und des Mahouts zählen zu den gefährlichsten überhaupt. Auch Privatpersonen kommen immer wieder durch Attacken der Mehrtonner in Zirkussen, Zoos oder bei Straßenparaden zu Schaden. In den USA hat der Dachverband der Zoos, American Association of Zoos and Aquariums (AZA), deshalb seine angeschlossenen Tierparks aufgefordert, keine Elefantenritte mehr anzubieten. Zu groß sei das Risiko für die Besucher. Die Ursache für die Gefährlichkeit von Elefanten ist in den brachialen Dressurmethoden und den schlechten Haltungsbedingungen zu finden. Zoodirektor Parrott beschreibt die Bändigungsmaßnahmen: "Das Training kann schlimm sein, wie z.B. das anhaltende Schlagen mit Knüppeln, das Zustechen mit dem spitzen Ende des Eisenhakens, der Einsatz von Stromstößen und Elektrotreibern, das dauerhafte Anketten und das Aushungern der Tiere."

PRO WILDLIFE fordert Tierfreunde auf, dem Spektakel im Hoppegarten fernzubleiben, um den finanziellen Kalkulationen der Veranstalter eine Absage zu erteilen. Für die Tierschützer ist zudem das Argument der Galopprennbahn, das Fest diene der Annäherung der deutschen und indischen Kultur, zynisch: "Gepeinigte Zirkuselefanten, von denen zudem die meisten Afrikanische Tiere sind, sind kaum geeignet, zur Völkersverständigung zwischen Indien und Deutschland beizutragen." Diese Meinung vertritt auch die indische Regierung, deren Botschafter seine Teilnahme am Elefantenrennen inzwischen abgesagt hat.

PRO WILDLIFE-Expertin Freyer betont: "Es ist ein Skandal, dass eine Galopprennbahn rücksichtslos auf immer neue Kassenmagneten setzt. Haben wir nach Kamel- und Elefantenrennen im nächsten Jahr einen Stierkampf in Deutschland zu erwarten?"

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