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14.01.2009

Elfenbein-Wilderei und Lebensraumzerstörung bedrohen das Überleben der grauen Riesen

Elfenbein-Wilderei und Lebensraumzerstörung bedrohen das Überleben der grauen Riesen
Elefanten im Visier der Wilderer

Die Elfenbeinwilderei hat Elefanten in vielen Ländern bereits ausgerottet. Während es zu Beginn des 20. Jahrhunderts noch mehrere Millionen Afrikanischer Elefanten gab und ihr Bestand 1981 ca. 1,2 Millionen betrug, geht man jetzt von einem gesicherten Bestand von 472.000 bis zu maximal 689.000 Tieren in Afrika aus, also einer Dezimierung um mehr als 50%. Die Zahl Asiatischer Elefanten wird auf 30.000 bis 50.000 geschätzt. Beide Schätzungen sind grob, genaue Aussagen über die aktuelle Bestandsentwicklung aufgrund der schlechten Datenlage nicht möglich. Allerdings lassen alarmierende Berichte über das Ausmaß von Wilderei und Elfenbeinschmuggel sowie über die großflächige Zerstörung von Elefantenlebensraum stark vermuten, dass die Elefantenbestände Asiens und Afrikas rückläufig sind. Derzeit werden jährlich über 20.000 Afrikanische und einige Hundert Asiatische Elefanten gewildert, um den illegalen Elfenbeinmarkt mit Nachschub zu versorgen. Unzählige weitere werden als Fleischlieferanten getötet, andere, weil sie ihren Lebensraum durch die Abholzung von Wäldern und den Ausbau von Landwirtschaft und Siedlungen verlieren.



... die Organisation LAGA im Kampf gegen skrupellose Elfenbeinhändler
http://www.prowildlife.de/LAGA_2007.pdf

Dezimierte Bestände
Zwischen 1979 und 1989 erreichte die Elfenbeinwilderei ihren Höhepunkt: Damals wurden jedes Jahr bis zu 100.000 Tiere gewildert. Am schlimmsten traf es die Elefantenherden Ostafrikas, wo bis zu 92% der Elefanten starben. In viele n Gebieten wurden die Dickhäuter komplett ausgerottet. Die Massaker hatten erst ein Ende, nachdem 1989 der internationale Elfenbeinhandel durch das Washingtoner Artenschutzübereinkommen (WA) verboten wurde. Doch seit einigen Jahren gibt es erneut alarmierende Berichte über massive Wilderei, insbesondere in Zentralafrika. Viele Naturschutzorganisationen sowie Staaten in Afrika und Asien befürchten, dass die Diskussionen um die Freigabe des Elfenbeinhandels zu einem Wiederaufflammen der Wilderei führte (siehe Kasten "Chronologie des Elefantenschutzes"). Ausgehend von der großen Menge beschlagnahmten Elfenbeins (über 41 t von Dez. 2004 bis Dez. 2006) gehen Experten davon aus, dass derzeit über 20.000 Elefanten pro Jahr wegen ihrer Stoßzähne gewildert werden.
http://www.prowildlife.de/de/Projekte/Schutzgesetze/schutzgesetze.html



Wechselnder Schutzstatus

Bereits acht Jahre nach dem Handelsverbot setzten 1997 Länder im südlichen Afrika die Freigabe eines "einmaligen" Verkaufs von Elfenbein-Lagerbeständen durch. Fünf Jahre später erfolgte eine nochmalige Lockerung des Handelsverbotes. Zwei umstrittene Kontrollsysteme sollen verhindern, dass es zu einer Eskalation der Wilderei kommt. Offizielle Zahlen bestätigen bereits, dass der Elfenbeinschmuggel wieder ansteigt (siehe Grafik). Tatsache ist, dass der legale Elfenbeinhandel einen Deckmantel für den Schmuggel bietet - in den Absatzmärkten ist eine Unterscheidung zwischen legalem und illegalem Elfenbein unmöglich. Vor allem in Asien (u.a. China, Thailand) und Afrika aber auch bei Touristen aus den USA und Europa floriert der Absatz von Elfenbein gewilderter Elefanten. Solange ein legaler Markt existiert werden Elefanten gewildert und das gewinnträchtige Elfenbein in den Markt geschleust, der sog. "kontrollierte Handel" ist eine Farce. Die Elfenbeinhandelspläne einiger weniger Länder gehen damit zu Lasten meist wesentlich ärmerer Länder - und bedrohter Elefantenpopulationen. Den meisten Ländern fehlt es an finanziellen Mitteln, ihre Elefanten vor bewaffneten Wildererbanden zu schützen und weitverbreitete Korruption ermöglicht die Ausfuhr des "weißen Goldes".



Chronologie des Elefantenschutzes:

Bis in die 70er Jahre:
Elfenbein ist unbegrenzt handelbar.

1975
Aufnahme Asiatischer Elefanten in WA? Anhang I und damit Handelsverbot für asiatisches Elfenbein.

1977
Aufnahme Afrikanischer Elefanten in WA Anhang II. Der Elfenbeinhandel bleibt legal, soll aber in kontrolliertem Umfang und nur mit Ausfuhrgenehmigung des Ursprungslandes stattfinden. Doch die Handelskontrollen versagen, in den 70er und 80er Jahren werden Hunderttausende Elefanten wegen ihrer Stoßzähne gewildert.

1989
Heraufstufung Afrikanischer Elefanten in WA Anhang I und Verbot jeglichen internationalen kommerziellen Handels mit Elfenbein. Die Elfenbeinpreise fallen ins Bodenlose, die Wilderei geht massiv zurück.

1992 und 1994
Scheitern der Anträge zur Herabstufung der Elefantenbestände in Südafrika, Botswana, Namibia, Malawi und Simbabwe (1992) und in Südafrika und Sudan (1994).

1997
Herabstufung der Elefantenbestände von Simbabwe, Botswana und Namibia in WA Anhang II. "Einmalige, experimentelle" Freigabe des Handels mit Elfenbein aus deren Lagerbeständen. Simbabwe darf zudem unbegrenzt Elfenbeinschnitzereien als Souvenirs exportieren. Schaffung der Kontrollsysteme MIKE und ETIS.

1999
Verkauf von knapp 50 Tonnen Elfenbein aus Simbabwe, Botswana und Namibia an Japan.

2000
Scheitern neuer Elfenbeinhandels-Anträge Botswanas, Namibias und Simbabwes. Scheitern des Antrags Südafrikas zur Herabstufung seiner Elefanten in WA Anhang II.

2002
Herabstufung der Elefantenbestände Südafrikas auf WA-Anhang II. Botswana, Namibia, Südafrika erhalten die Zusage zum erneuten Verkauf von insgesamt 60 Tonnen Elfenbein. Ein entsprechender Antrag Simbabwes scheitert. An den Verkauf (bis heute nicht abgewickelt) sind Auflagen geknüpft: U.a. müssen die Kontrollsysteme MIKE und ETIS (s. Seite 3) erst Daten über Wilderei und Elfenbeinschmuggel liefern, Abnehmerländer müssen illegalen Elfenbeinhandel weitgehend unter Kontrolle haben.

2004
Namibia scheitert mit einem Antrag zur Öffnung des regelmäßigen Elfenbeinhandels von 2 Tonnen jährlich. Mit Unterstützung der EU erwirkt Namibia jedoch die Freigabe des unbegrenzten Exports traditioneller Elfenbeinschnitzereien ("Ekipas") z.B. als Souvenirs. Das WA beschließt im Gegenzug, gegen illegale Elfenbeinmärkte in Afrika - nicht jedoch gegen die florierenden Märkte in Asien - hart durchzugreifen. Bis heute blieben jedoch konkrete Schritte aus.

2005
Japan und China bewerben sich als Abnehmer für zukünftige Elfenbeinlieferungen. China ist der mit Abstand größte Absatzmarkt für gewildertes Elfenbein, auch Japan kann keine ausreichenden Kontrollen vorweisen. Die Entscheidung wird vertagt.

2007
Die 14. WA-Konferenz (3.-15. Juni, Den Haag) entscheidet über vier Anträge zum Thema Elfenbein: Während Botswana, Namibia und Tansania eine weitgehende Aufhebung des Handelsverbotes für ihre Elefantenbestände beantragen, fordern Kenia und Mali, jeglichen Elfenbeinhandel 20 Jahre zu verbieten, um Wilderei und Elfenbeinschmuggel unter Kontrolle bringen zu können. http://www.prowildlife.de/de/Projekte/Schutzgesetze/WA_2007/wa_2007.html


Verlust von Lebensraum

Neben der Jagd nach Elfenbein sind Elefanten heute zunehmend durch die Landsuche von immer mehr Menschen bedroht. Vielfach sind die Grauen Riesen nur noch in Reservaten und Nationalparks sicher. Während Elefantenherden in Afrika v.a. durch Straßen und Zäune an der Wanderung zu ihren Weidegründen gehindert werden, sind asiatische Elefanten durch die Zerstörung der Wälder bedroht. Zunehmend weichen die Tiere auf ihrer Suche nach Futter auf Feldfrüchte und Plantagenprodukte aus. Hierbei gerate n sie in Konflikt mit Landwirten, die z.T. versuchen, die Tiere mit Schusswaffen oder Gift von ihrer Einkommensquelle zu vertreiben. Elefantenschützer in verschiedenen Ländern suchen deshalb heute nach neuen Wegen, ein Zusammenleben von Mensch und Elefant zu ermöglichen: Erprobt werden einerseits "sanfte" Methoden, um die Ente zu schützen, z.B. "Chilibomben", deren beißender Geruch die Dickhäuter fernhalten soll. Zum anderen könnten Naturtouristen, die lebende Elefanten in ihrem natürlichen Habitat erleben möchten, sich zu einer wachsenden Einnahmequelle für ländliche Gemeinden in Afrika und Asien entwickeln.

PRO WILDLIFE kämpft seit langem für den strengen Schutz der Elefanten. PRO WILDLIFE entlarvt die Hintergründe und Falschinformationen, mit denen der bisherige Schutz für Elefanten gelockert werden soll. Auf internationalen Konferenzen, z.B. des Washingtoner Artenschutzübereinkommens, setzt sich PRO WILDLIFE für ein konsequentes Verbot des Elfenbeinhandels ein.

Unterstützen Sie den Schutz der Elefanten durch die Übernahme einer Patenschaft oder mit einer Spende!
... Presseinfo zur CITES-Entscheidung über Elfenbeinhandel
http://www.prowildlife.de/de/Helfen/Patenschaft/patenschaft.html
http://www.prowildlife.de/de/Helfen/Spende/spende.html
http://www.prowildlife.de/de/Presse/Archiv_2007/PM-Einigung_Elefantenstreit/pm-einigung_elefantenstreit.html

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