Free counter and web stats

14.01.2009

Elfenbeinsyndikat enttarnt

Elfenbeinsyndikat enttarnt
Undercover-Studie enthüllt Schmuggelrouten aus Afrika nach Asien - PRO WILDLIFE und EIA fordern höchsten Schutz für Elefanten

Ein weltweit agierender Ring von Elefantenwilderern und Elfenbeinschmugglern ist enttarnt: Eine jetzt veröffentlichte Undercover-Studie der englischen Organisation EIA (Environmental Investigation Agency) benennt Köpfe und Mittelsmänner des Syndikats und dokumentiert die Stationen der Schmuggelwege. Der Münchner Artenschutzverband PRO WILDLIFE, deutsche Partnerorganisation der EIA, fordert die Teilnehmer der kommenden Montag beginnenden Artenschutzkonferenz auf, alle vorliegenden Anträge auf eine Freigabe des Elfenbeinhandels abzulehnen und den höchsten Schutz für alle Elefantenpopulationen wiederherzustellen.

Die Undercover-Studie dokumentiert die Zusammenarbeit von Wilderern in Sambia, einem Elfenbein-Schmugglerring in Malawi und Mozambique (Afrika) bis hin zu den Endabnehmern in Singapur, Hongkong, China und Japan. "Dieses Syndikat operiert seit 1994 und konnte ungehindert dutzende Tonnen Elfenbein auf seiner bewährten Route schmuggeln. Ein spektakulärer Aufgriff von sechs Tonnen im Juni in Singapur war der erste Störfall für den Schmugglerring", berichtet Daniela Freyer von PRO WILDLIFE. Allan Thornton, Vorsitzender der EIA, betont: "Unsere Studie beweist eindeutig die immense Bedrohung für die Elefanten durch den boomenden Elfenbeinmarkt in Fernost. Jegliche Freigabe des Elfenbeinhandels wäre nur ein weiterer Anreiz für Wilderei und Schmuggel."

Mindestens 19 Lieferungen illegalen Elfenbeins aus Afrika, offiziell deklariert als "Steinskulpturen" oder "Holzschnitzereien", schmuggelte das Syndikat in den vergangenen Jahren nach Fernost. Die Undercover-Studie veröffentlicht Lieferscheine, Quittungen und Auszüge aus den Notizbüchern der Strippenzieher. Abnehmer der Schmuggelware, die v.a. über den Hafen von Singapur eingeschifft wurde, waren Firmen in Hongkong. Von dort ging die Ware weiter nach China und Japan. "In Beijing und Guangzhou, den historischen Zentren des Elfenbeinhandels in China, ist Elfenbein wieder massenhaft erhältlich. Und das, obwohl legale Altbestände längst erschöpft sind und die Nachfrage durch illegales Elfenbein gedeckt wird", betont der EIA-Vorsitzende Thornton.

Vom 3. bis 15. November findet in Santiago / Chile die 12. Konferenz des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (WA) statt. Zur Abstimmung stehen u.a. die Anträge von fünf südafrikanischen Ländern (Simbabwe, Namibia, Botswana, Sambia und Südafrika), den Verkauf von 87 Tonnen Elfenbein aus Lagerbeständen und zukünftig 12 Tonnen Elfenbein jährlich freizugeben. Bereits auf der WA-Konferenz 1997 konnten drei dieser Länder (Namibia, Botswana und Simbabwe) den Schutzstatus für ihre nationalen Elefantenbestände lockern und den einmaligen Verkauf von insgesamt 50 Tonnen Elfenbein aus Lagerbeständen durchsetzen, das im Folgejahr exklusiv nach Japan exportiert wurde. "Die EIA Studie belegt eine besorgniserregende Zunahme von Elfenbeinschmuggel und Wilderei", berichtet Allan Thornton. "Die Freigabe des Elfenbeinhandels auf der kommenden WA-Konferenz hätte fatale Folgen für die Elefanten in Afrika und Asien, denn legales und illegales Elfenbein lassen sich nicht unterscheiden", warnt die Biologin Freyer, die für PRO WILDLIFE an der WA-Konferenz teilnimmt und sich für eine strenge Unterschutzstellung aller Elefantenbestände einsetzt.

Die gemeinnützige Artenschutzorganisation PRO WILDLIFE mit Sitz in München setzt sich weltweit für den Schutz von Wildtieren ein. Die Environmental Investigation Agency (EIA) mit Sitz in London und Washington DC ist eine unabhängige, internationale Organisation, die sich für den Schutz der Natur einsetzt.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen




Shop Kontakt Newsletter Linkliste Tierfreunde Nord Forum/Community -Tierheim ! Literatur-Tipps Himmlisch-gut.de Tiertafel Global 2000: Die Gebirge Europas + Das Mittelmeerbecken + Die Seen des grossen afrikanischen Grabenbruchs + Die Akaziensavanne Ostafrikas + Das Kongobecken + Die Kappellen + Die Wälder Madagaskars + Die Regenwälder der Malediven, Lakkadiven und Chagos-Inseln + Die Savannen und Grasländer des Terai-Duar + Die Wälder der Sundarbans + Die Sumpfwälder Borneos + Die Daurische Steppe + Die Sibirische Taiga + Das Bering-Meer + Die Wüste im Nordwesten Australiens + Das Great Barrier Reef + Die Wälder Neukaledoniens + Die Wälder der Haweii-Inseln + Die Osterinseln + Die Galapagos-Inseln + Die Prärien Nordamerikas + Die Chihuahua-Wüste + Die grossen Antillen: Kuba + Die Los-Llanos-Savanne in Kolumbien und Venezuela + Das Amazunasbecken + Die Patagonische Steppe + Die antarktische Halbinsel und das Wedell-Meer