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23.01.2009

Endotracheal-Intubation: Das Sterben der Tiere zu Übungszwecken

Endotracheal-Intubation: Das Sterben der Tiere zu Übungszwecken
Stand: April 2008



Die Endotracheal-Intubation (Tracheotomie), das Einführen einer Röhre durch den Mund oder die Nase in die Trachea, also die Luftröhre, ist eine notwendige Prozedur für Menschen, die an Atemschwierigkeiten leiden oder ein Beatmungsgerät brauchen. Katzen, Hunde, Frettchen und Schweine werden überall auf der Welt noch immer dazu benutzt, Studenten die Intubation zu lehren, obwohl es bereits wesentlich bessere Lehrmethoden gibt.


Chronische Verletzungen und Tod
Selbst wenn die Tiere für den tierärztlichen Eingriff anästhesiert werden, erleiden sie oft eine Quetschung der Luftröhre und des Kehlkopfes sowie Blutungen und Vernarbungen, haben ganz erhebliche Schmerzen und einen nachwirkenden Husten. Nicht ordnungsgemäß betäubte Tiere leiden oft, weil Studenten während ihres Intubationstrainings noch unerfahren sind. In manchen Fällen sterben sie sogar an den Folgen einer unsachgemäßen Intubation. Oft werden Tiere wiederholt intubiert, z.B. während einer Sitzung von mehreren Studenten, wodurch die Chance einer Verletzung noch erhöht wird.


Moderne Ausbildungsmethoden
Es gibt verschiedene Ausbildungsmethoden ohne Tiere, um das Intubieren zu erlernen; bei diesen wird sowohl praktisch anhand von Puppen, Menschenleichen oder echten Patienten geübt, und es werden gleichzeitig wichtige theoretische und Hintergrundinformationen vermittelt unter Verwendung von Lernmaterial und Powerpointpräsentationen.

Für das Training an Puppen werden speziell entworfene, anatomisch korrekte Attrappen verwendet. Eine Attrappe kann immer wieder von vielen verschiedenen Personen und Unter- richtsklassen intubiert werden, ohne Angst haben zu müssen, dass irgendein Schaden angerichtet wird. Bei sorgsamem Umgang können Attrappen praktisch endlos lange verwendet werden, wodurch sie natürlich weniger kostspielig sind als Tiere. Eine Krankenschwester spricht sich für die Verwendung von Puppen aus, da "ständiges Wiederholen und Überprüfen zu den wichtigsten Faktoren sowohl für das Erlernen wie auch das Beibehalten der Kompetenz beim Intubieren zählen. ... Wird ein lebendes Übungsobjekt verwendet, lehnen die meisten Studenten eine Wiederholung der Prozedur meist ab wegen der ganz offensichtlichen, traumatischen Wirkungen, die damit verbunden sind, wenn eine ganze Klasse einige wenige Tiere immer und immer wieder diesem Verfahren unterzieht. Bei dem (Attrappen-) Kleinkindkopf-Simulator zögern Studenten jedoch nicht, so lange zu üben, bis sie das Intubieren perfekt beherrschen.“ (1) Eine andere Krankenschwester meint: "Das Erlernen des Intubierens ist an Attrappen mindestens genauso gut gewährleistet, wie an lebenden Objekten. Das Verwenden von Puppen ist allerdings billiger und löst auch das Problem der anatomischen Unterschiede, die zwischen Katzen und Babys bestehen." (2)


Auch das Training an einer Leiche liefert wertvolle praktische Kenntnisse. Die Auszubildenden sehen die tatsächliche Lage und Größe der einzelnen Bestandteile des Mund- und Schlundbereiches. Mitglieder des Personals der Neugeborenen- Intensivstation der Kinderklinik im Klinikum Akron, Ohio, stellten fest, dass 73 Prozent der Eltern die Verwendung ihrer Babys erlauben würden, für die keine Rettung besteht, "wenn dies anderen Babys in Zukunft helfen würde", so ein Patient. (3)

Ein Training im OP findet erst nach erfolgreicher Absolvierung einer oder mehrerer der anderen aufgelisteten Übungsmethoden statt. Die Intubation an lebenden Menschen wird gewöhnlich erst einmal durch Beobachten erlernt, dann unter direkter Aufsicht eines Anästhesisten selbst vollzogen.

Gefährliche Unterschiede
Kliniker sollten eine angemessene Ausbildung an physiologisch relevanten Modellen erhalten, bevor sie echte Patienten intubieren. Die anatomischen Unterschiede zwischen Tier und Mensch sind allerdings viel zu groß, als dass man seine an Tieren erworbenen Kenntnisse direkt auf den Menschen anwenden könnte. So haben beispielsweise Katzen längere, schärfere Zähne, eine proportional längere Zunge, einen üppigen Speichelfluss, einen kleineren, weiter vorne liegenden Kehlkopf, kuppelartig geformte Gießbeckenknorpel und größere Kehldeckel als Menschen.

Der Widerstand gegen die Verwendung von Tieren beim Erlernen des Intubierens wächst. Ein praktischer Tierarzt wandte gegen die Verwendung von Tieren ein, dass "eine Katze im Gegensatz zum Menschen sehr leicht intubiert werden kann, wenn sie auf dem Brustbein (also auf dem Bauch) liegt...Während des Intubierens bekommen Katzen leicht einen Kehlkopfkrampf, der dann ein Intubieren unmöglich macht. Die empfindlichen Gewebe des Kehlkopfes und des Schlundes können ganz erheblich beschädigt werden, wird eine Intubation während eines Kehlkopfkrampfes versucht... Ich kann die Verwendung von Katzen zum Erlernen der Intubation beim Menschen nicht empfehlen." (4)


(1) Holly Jensen, R.N., written statement.

(2) Sarah Krakauer, R.N., written statement.

(3) Philip E. Canuto, Beacon Journal, May 14, 1991.

(4) Wendy Thacher, D.V.M., written statment, Feb. 5, 1991.

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