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12.01.2009

Endstation China für Berliner Schimpansen?

Endstation China für Berliner Schimpansen?
Tierschützer protestieren gegen Abschiebung fünf "ausgedienter" Schimpansen aus Zoo Berlin nach China

Für die fünf Schimpansen im Berliner Zoo sieht die Zukunft düster aus: Pedro, Karl, Lilly, Gusta und Soko sollen nach China abgeschoben werden. Die Münchner Organisation PRO WILDLIFE fordert den Zoo Berlin auf, diese Pläne aufzugeben. "Die Unterbringung von Wildtieren in chinesischen Zoos ist meist katastrophal", kritisiert Dr. Sandra Altherr, Biologin bei PRO WILDLIFE. "Es gibt hier eindeutige Parallelen zu anderen Fällen, wo Menschenaffen aus deutschen Zoos abgeschoben wurden und nach kurzer Zeit starben". Kontakte der Tierschützer in China bestätigten, wie ungeeignet zwei von Berlin ausgewählte Einrichtungen in China für die Schimpansen ist. Vier der fünf Tiere wurden vor knapp 20 Jahren als Kassenschlager im Babyalter nach Berlin geholt, doch nun will die Zooleitung sie abschieben. "Dass ausgerechnet China die Schimpansen bekommen soll, hat vermutlich mit Verpflichtungen des Zoos Berlin wegen der Dauerleihgabe von Panda-Bären durch die chinesische Regierung zu tun", vermutet PRO WILDLIFE.

Als niedliche Publikumslieblinge kamen Pedro, Karl, Lilly und Gusta zwischen 1981 und 1983 im Babyalter von 1-3 Jahren in den Zoo Berlin. Jetzt sollen sie weg - zusammen mit der in Berlin geborenen Soko, die mit 13 Jahren ebenfalls längst ihren kindlichen Charme abgelegt hat.

Der Zoo Berlin begründet seine Abschiebepläne mit Platzproblemen, zumal man neben den Schimpansen auch noch Bonobos halte. Diese nah verwandte Art sei den Schimpansen sehr ähnlich, aber wesentlich seltener. Für Tierschützer ist dies reiner Zynismus: "Die Schimpansen haben ihre Schuldigkeit als Kassenschlager getan, nun werden sie einem ungewissen Schicksal in China ausgesetzt," so die PRO WILDLIFE Sprecherin. Denn die Gehegequalität und Haltungsbedingungen in vielen ausländischen Zoos sind völlig indiskutabel. Dies ist auch für den Zoo Berlin nicht neu, denn er gab 1997 den Schimpansen "Misoko" an einen Zoo in Usbekistan ab - das Tier starb nach zwei Wochen. Kein Einzelfall: Auch drei Orang Utans aus dem Zoo Hannover überlebten die Abgabe 1997 nach Argentinien nicht.

Die Tierschützer kritisieren, dass der Zoo Berlin offensichtlich keine hohe Meßlatte an die zukünftige Unterbringung seiner Schützlinge legt: Ursprünglich war die Abgabe der fünf Menschenaffen an den Zoo Shanghai vorgesehen, wo Wildtiere misshandelt und für Zirkuskunststückchen missbraucht werden. Die Abgabe scheiterte lediglich daran, dass Shanghai inzwischen andere Schimpansen bekommen hat. Auch der nächste von Berlin auserkorene Zielort in Beidaihe / China stellte sich als völlig ungeeignet heraus. Trotzdem hält die Berliner Zooleitung immer noch nach anderen chinesischen Zoos Ausschau. "Die Wahl fällt wohl deshalb auf China, weil der Zoo Berlin wegen der Dauerleihgabe der Panda-Bärin Yan Yan auf gute Beziehungen zu dem ostasiatischen Land setzen will", mutmaßt PRO WILDLIFE Sprecherin Altherr. Die Biologin ergänzt: "Aus Platz- und Haltungsgründen ist die Artenreduzierung in Zoos sicher wichtig. Doch der Zoo hat die Verantwortung für die Schimpansen und muss für ihre optimale Unterbringung sorgen - und die ist in China nicht garantiert."

PRO WILDLIFE verhandelt mit der Zooleitung. Berlin muss im Zoo selbst alle Anstrengungen unternehmen, eine artgerechte Alternative für die Unterbringung der Schimpansen zu schaffen.

... Hintergrundinformationen zu Affen in Zoos
http://www.prowildlife.de/de/Projekte/Affenschutz/Hinter_Gittern/hinter_gittern.html

1 Kommentar:

  1. Diese Vorwürfe hört man ja tatsächlich immer mal wieder. Es wäre wirklich schlimm, wenn sich ein eigentlich sehr gut eingerichteter Zoo, der sich selbst ja auch bemüht, den Tieren ein gutes Heim zu bieten, sie dann einfach irgendwohin abgeben würde. Dass sie nach China sollen, ist ja nicht unbedingt verkehrt, aber man sollte sich doch genau anschauen, wohin die Reise dort dann geht.

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